Die Syker Kreiszeitung ist erfahrungsgemäß sehr nah am Verein. Auch wenn sich einzelne Details intern doch ein wenig anders darstellen sollten, halte ich den Artikel im Wesentlichen für realistisch und in allen wichtigen Punkten bezüglich der Handlungs- und Entscheidungskompetenzen für zutreffend.
Ein Björn Knips gilt bislang als absoluter Eichin-Fan. Dieser Artikel hätte auch von Eichin selbst stammen können.
Es stellen sich einige Fragen:
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"Bode galt beim Amtsantritt als großer Hoffnungsträger, der den Club verändert und moderner macht. Davon ist bis dato nichts zu sehen",
... Für wen galt er das und wieso ist davon nichts zu sehen? Wird nicht bei Eichin weiter unten genau das Gegenteil ( die erreichten Veränderungen) aufgeführt? Wären die ohne Zustimmung des ARs möglich gewesen?
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"Der Chef des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB ist noch recht neu im Aufsichtsrat, dort aber sofort durchgestartet. Mit Bode führt er das Kontrollgremium an, war stark in die Vertragsverlängerung mit Eichin involviert. Fuchs gilt als Querdenker in der Fußball-Branche, weil er Fragen stellt, die in der freien Wirtschaft völlig normal sind."
- Ist das, vor dem Hintergrund des gerade zuvor zu Bode beschriebenen Verhaltens, als Lob oder als Tadel für Fuchs zu verstehen? Was heißt, vor dem Hintergrund der aktuellen Situation Werders und der Kritik am Aufsichtsrat, Fucs sei "durchgestartet"?
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"Aber Filbry gilt als kluger Kopf und als Teamplayer, der jede Entscheidung mehrfach durchdenkt und sich dabei gerne beraten lässt – auch von externer Seite".
- Mehrfach durchdachte Entscheidungen? Auch von extern beraten? Gilt das auch für die Entscheidung, an Skripnik als Trainer festzuhalten? Klingt so, als habe Filbry bisher ausschließlich richtig und korrekt entschieden?!
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"Er ist Werders einziger echter Entscheider, weil er eigentlich nie eine Entscheidung scheut. Wie im Mai 2013, als er Trainerlegende Thomas Schaaf entließ. Später feuerte Eichin auch seinen Freund Robin Dutt."
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Er entließ Schaaf und Dutt, obwohl in der Passage zu Bode behauptet wurde, kein Trainer würde ohne dessen "Ja" entlassen oder verpflcihtet würde???
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"Eichin hat vor der Inthronisierung des Ukrainers als Retter intern ausdrücklich vor dessen Schwächen gewarnt, wurde aber überhört"
- Der "einzige Entscheider" wurde überhört? Hat er ausschließlich auf Skripniks Schwächen hingeweisen, nicht auf die Stärken? Welche sollten das angesichts Skripniks Tätigkeitsfeld in der 4. Liga gewesen sein? Rein sprachliche? Oder sportliche? Warum hatte er als Geschäftsführer Sport diese Beförderung nicht verhindert? Warum hat er sich später trotzdem eine Vertragsverlängerung angetan, wenn er sich vorher durch "Überhört werden" in einer der ureigensten Entscheidungsfelder eines Geschäftsführers Sports nicht hatte durchsetzen können?
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"Eichin wollte schon mehrfach die Reißleine ziehen, doch dann lieferte Skripnik im letzten Moment noch gute Ergebnisse. Entschieden hat Eichin trotzdem schon – und besitzt dafür auch eine Mehrheit im Club: Im Sommer gibt es einen neuen Coach. Gerne Torsten Lieberknecht, der Trainer von Eintracht Braunschweig ist ein Topkandidat. Deswegen hat Eichin nun auch keinen echten Plan B, weil jeder Sofort-Ersatz für Skripnik für den Fall der Rettung einen Anschlussvertrag fordert...."
- Warum lässt sich Eichin von kurzfristigen Ergebnissen "blenden", wenn er doch von Anfang an eher die Schwächen Skripniks gesehen und ihn zwischendurch mehrmals auf der Abschussliste stehen gehabt hat? Eichin hat
nur deshalb keinen Plan B für den Rest der Saiison, weil angeblich jeder "Retter" sofort einen Anschlussvertrag fordert? Weiß man nicht gerade von Eichins Kumpel Frontzeck, dass es bei dem nicht so ist? Ist Lieberknecht eigentlich vor allem deshalb ein
Topkandidat, weil er der Kandidat Eichins ist??
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"Dieser Werder-Weg mit einem Double-Sieger auf der Trainerbank war eben zu verlockend – und führt nun in die Sackgasse"
-Wurde Skripnik eigentlich gerade deshalb als Dutt-Nachfolger installiert, weil er "Double-Sieger" mit Werder geworden ist? Da hätte es sicher auch andere gegeben, z.B. Ismael?! Hat Knips schon nach der vergleichsweise erfolgreichen Vorsaison gesehen, dass der Weg mit Skripnik
in einer Sackgasse enden würde?
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"Bei weitem nicht so machtvoll wie sein Vorgänger Klaus-Dieter Fischer. Deshalb ist sein (Anmerkung: Hess-Grunewald) Einfluss auf das Bundesliga-Geschäft äußerst begrenzt, Eichin und Filbry regeln den Großteil alleine."
- Äußerst begrenzter Einfluss aufs Bundesliga-Geschäft? Enthält er sich als bei Abstimmungen über Trainerverpflichtungen oder -entlassungen? Sollte Filbry gleichzeitig sehr durchdacht entscheiden und Fuchs kaufmännisch, würde Eichin quasi von Bode allein "ausgebremst"? Hätte Bode trotzdem eine Mehrheit gegen die Vorschläge und Warnungen des "einzigen Entscheiders" und seiner gut informierten Kollegen?
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"Ganz schön viel Macht für die Profis. Ohnehin ist ihre (Anmerkung: die Mannschaft) Einflussnahme ziemlich groß. Skripnik selbst hat die erfahrenen Clemens Fritz und Claudio Pizarro als seine Co-Trainer auf dem Platz bezeichnet. Und die mischen sich durchaus ein bei Taktik und Aufstellung."
- Die Mannschaft als "Mitentscheider"?! Spricht das für Stärke oder Schwäche eines Geschäftsführers Sport? Fritz und Pizarro als Mitentscheider bei Aufstellung und Taktik, also auch bei der Wahl des hier häufig kritisierten Systems 4-1-4-1 usw., zuhause wie auswärts?
Viele Fragezeichen, einige Widersprüche. Selbst wenn es annähernd so zugehen sollte, bleibt die Frage, warum ein Eichin sich hier weiter derart als Marionette missbrauchen ließe, warum er bei seiner Verpflichtung behauptete, Werder auch aufgrund der Vereinsphilosophie zu bewundern, warum er das für ihn folglich absolut unbefriedigende und untragbare Spiel weiter mitspielen sollte?!