In wie weit bei anderen Vereinen der Wert einer solchen Kooperationen sicht- und meßbar sind - das wiederum impliziert die Frage des Wo und Wie es sichtbar ist - hängt nun auch einmal davon ab, wie diese Zusammenarbeit ausgerichtet ist. Wenn es primär darum geht, Spieler untereinander auszutauschen, dann lassen sich bis zu einem gewissen Rahmen schon Resultate erkennen. Dennoch muß man berücksichtigen, daß eine solche Kooperation nicht die Automatismen beinhaltet, daß Spieler mehr oder weniger regelmäßig ausgetauscht werden. Nur um des Austauschens willens macht das gegenseitige Verschieben von Spielern jedenfalls keinen Sinn; das kann nur zu guten Ergebnissen führen, wenn mehrere Zahnräder passend ineinandergreifen, denn was soll z.B. VS mit einem Juve-Spieler anfangen, der nun gar nicht in sein taktisches Konzept paßt? Daher muß man sich in Geduld üben, auch wenn die eine oder andere dahingehende Personalie sicherlich wünschenswert wäre, gerade weil wir einige Baustellen im Kader haben. Aber so wenig man erwarten kann, daß Jahr für Jahr mindestens ein Talent aus der eigenen U23 den Sprung in den Profikader schafft, so wenig darf man erwarten, daß eine auf den Austausch von Spielern basierende Kooperation Jahr für Jahr mindetens einen Spieler generiert.
Aber die Kooperation Juve/Werder hat einen vielschichtigen und somit auch strategischen Charakter und dient u.a. dem Erfahrungs- und Informationsaustausch, was auch im Geschäftsleben abseits des Profifußballsports ein unverzichtbares Instrument ist. Z.B. kamen die Verpflichtungen von Johan Micoud oder Valerien Ismael auch deshalb zustande, weil Klaus Allofs aus seiner aktiven Zeit über gutes Netzwerk nach Frankreich verfügte. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es Sinn macht, eine primär strategisch ausgerichtete Partnerschaft an die große Glocke zu hängen, aber der Profifußball ist (abgesehen von der FIFA) dermaßen transparent geworden, daß entgegen dem Willen der handelnden Protagonisten vieles an die Öffentlichkeit gerät. Und wenn die Medien über die Juve-Einladung nach Berlin berichtet hätten, ohne daß die Kooperation bereits bekannt gewesen wäre, dann wären sowohl in den Medien als auch hier Spekulationen (z.B. di Santo zu Juve?) entstanden bzw. hätte man TE zu Recht mangelnde Transparenz vorwerfen können.