Ich sehe es so:
Die BILD hat keinen Grund, eine gezielte, aus der Luft gegriffene Kampagne gegen Eichin zu fahren. Unter den Werderfans erntet er eher Zustimmung und die Kommentare der BILD-Leser unter dem Artikel sind noch deutlicher als hier im Forum. Die stehen hinter Eichin aus denselben Gründen, aus denen auch die BILD Eichin am Anfang gehypet hat: Er hat diese Aura des "Starken Mannes", der mit "eisernem Besen" durchkehrt und "unpopuläre Entscheidungen" trifft und durchsetzt, er spricht also exakt den autoritären Charakter an, der die BILD liest und schreibt. Eichin ist also vom Typus her der ideale BILD-Liebling, sowohl für Leser als auch für die Schreiber.
Der Grund, warum die BILD das lanciert, scheint eher darin zu liegen, dass es Auflage bringt, dass es für Diskussionen sorgt, wenn man solche Stories über internen Streit zu berichten hat. Das bedeutet offenbar, dass Quellen im Verein oder Leute mit einer Nähe zu solchen Quellen gezielt die BILD nutzen, um solche Dinge zu lancieren. Dafür wäre meiner Ansicht nach der nachvollziehbarste Grund, dass interne Kritik bei Eichin entweder ungehört verhallt oder zu negativen Konsequenzen führt. Wenn er sich intern genauso kritikfähig verhält wie in Interviews, dann würde ich auch eher hintenrum etwas tratschen als ihn direkt zu konfrontieren, weil man dann ja Angst haben müsste, rausgeworfen oder massiv angegriffen zu werden.
Richtig ist aber auch: Eichin mit seiner geringen Bindung zum Verein kann vieles in Bewegung setzen, in etlichen Bereichen einmal aufräumen, in denen es notwendig ist und Einsparungen vornehmen, die im Verein auf Widerstand stoßen. Was aber auf Dauer nicht geht, ist eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens. Wenn er da die Kurve nicht kriegt, dann muss man, sobald die schwarze Null da ist, Eichin für seine Sanierungsarbeit danken und sich trennen.