Stuttgart 21

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Du siehst nur Dich und Deinen Horizont, aber nicht denjenigen, der mit dem was Du ausarbeitest nicht zu Frieden ist.

Doch den sehe ich durchaus. Der wird meine Arbeit ablehnen und dieser nicht zustimmen. Daher arbeitet man mit Argumenten daran für seine Ideen eine Mehrheit zu bekommen. Das ist das Wesen der Demokratie.


Die Beteiligung von Menschen ist in der Schweiz Alltag. Ist das Leben eines schweizer Politikers deshalb weniger lebenswert als das eines deutschen Politikers? Ich denke nicht..

Es geht doch nicht um die Lebensqualität von jemandem der politisch arbeitet. Das wäre mir viel zu platt.
In der Schweiz dürfen die Bürger aber auch nicht über jede Frage direkt abstimmen. Und zum anderen führt eben so etwas, bei einer komplizierteren Sachverhalten, zu teilweise grausigen Ergebnissen, weil nicht jeder mit dem Verstand abstimmt. Beispiel ist das Minarettverbot.


Freu Dich doch einfach, dass sich so viele Menschen engagieren. Was hast Du dagegen? Macht es die Arbeit für die Menschen in diesem Land unbequemer? :tnx: Und das ist auch gut so!

Freue mich sehr über das Engagement von Menschen. Die Frage, die ich mir dabei Stelle ist, wo sind diese Menschen in den letzten 15 Jahren gewesen. Wieso haben sie nicht aktiv an dieser Frage mitgestaltet. Sind in die Parteien eingetreten?


Politikverdrossenheit gibt es unter anderem, weil sie eben nicht beteiligt werden.

Sie werden und wurden doch beteiligt. Einmal durch die Wahlen. Es gab eine OB-Wahl in Stuttgart, die sich nur um dieses Thema gedreht hat. Der Kandidat der gegen das Projekt war, war eben unterlegen. Zum anderen gibt es im Bauplanungsrecht Mitwirkungsmöglichkeiten.
Dazu ist es jedem frei in einen Partei einzutreten und dort von Innen heraus etwas zu bewirken oder eine eigene Partei zu gründen. Und selbst wenn es nur eine Einthemenwählergemeinschaft ist, die nur zu den Kommunalwahlen antritt.
Es gibt diese verlangten Beteiligungsmöglichkeiten, aber man muss dann eben von diesen auch Gebrauch machen und nicht erst, wenn alles nach 15 Jahren rauf und runter entschieden ist aufwachen. Da muss sich jeder der Leute den Vorwurf machen lassen, in den letzten Jahren gepennt zu haben.


Das Problem in Stuttgart ist, dass die Politik die Menschen in Stuttgart nicht ernstgenommen hat und meinte, dass man es einfach so mir nichts dir nichts durchsetzen kann.

Das bezweifle ich, denn die Politik hat sich ja sehr wohl mit 11 000 Eingaben und 61 verschiedenen Planungsvarianten auseinandergesetzt. Was zur Hölle soll man denn mehr machen? Das wir ja nicht mir nichts dir nichts durchgesetzt. Da sind 15 Jahre ins Land gegangen. Das Projekt ist alle demokratischen und rechtsstaatlichen Hürden rauf und runter gegangen.


Weil und jetzt kommt wieder Deine Sichtweise. Aber die Menschen, die aktuell in Stuttgart auf die Straße gehen sprechen eine andere Sprache und das ist auch gut so! Kann der politischen Kultur in unserem Lande nur gut tun! Auch wenn das schwere Leben unserer Politiker dadurch noch ein wenig komplexer wird, weil er dann den Bürger auch noch Beachtung schenken muss. Schlimm!

Ich finde es wird nötig Zeit, dass die Welt eines Politikers um diese Dimension erweitert wird und einen höheren Stellenwert einnimmt.

Willst du ein anderes politisches System? Ein System in der eine laute Minderheit über eine schweigende Mehrheit bestimmt? Welche Sprache wird da denn gesprochen. Ich sehe viele Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen gegen dieses Projekt sind. Nur irgendwie haben diese Gegner in den ganzen 15 Jahren keine parlamentarische Mehrheit zustande gebracht. Weder im Gemeinderat von Stuttgart, noch im Landtag von Baden-Württemberg. Eine Partei die gegen S21 war zwischenzeitlich an einer Regierungskoalition Berlin beteligt. Aber da haben sie im Verkehrsausschuss des Bundestages auch noch für das Projekt gestimmt. Habe die Drucksache ein paar Seiten vorher gepostet.

Könnte die Vorwürfe gegenüber der Politik wirklich verstehen, wenn das Projekt mir nichts dir nichts vom Himmel gefallen wäre. Also vor zwei Monaten irgendwie nen Entscheidung getroffen worden wäre, dass man morgen damit anfängt bespielsweise in Bremen den Bürgerpark dich zu machen und dort nen neues Fussballstadion zu bauen. (Was im übrigen gar nich gehen würde). Aber in Stuttgart waren das 15 Jahre Vorlauf.
 
Zitat von Stürmerbraut;1335635:
Aber offensichtlich nicht ernst genug befunden. Ich glaube, beeindrucken lassen sich Politiker erst mit machtvollem Protest, nicht mit Einzeleingaben.

Nun gut, Bürgerentscheide können natürlich auch in eine ganz andere Richtung gehen, siehe Hamburg - Schulreform. DAS hatte man sich ja so nicht gewünscht.
Wichtiger als eine JA-Nein-Entscheidung herbeizuführen, wären meiner Meinung nach Kompromisse zu finden, die zu einer Win-Win-Situation auf beiden Seiten führen könnte. Dann könnten beide Seiten gut mit leben!

Ist sicherlich utopisch, aber ich bin gerne mal Idealistin. ;)

Das Phenomen Stuttgart 21 ist ein Produkt unserer Zeit und es hat mehr mit dem nicht mehr bürgernahen Politiker zu tun, denn mit den uninteressierten Bürgern.

BSB im Worum hat diesbezüglich nur geschrieben, dass eine Situation unter Hans Koschnick undenkbar gewesen wäre und diesbezüglich stimme ich ihm vollkommen zu. Hans Koschnick hätte schon beim ersten Bürgerbegehren das Gespräch gesucht. Er hätte die Leute nicht einfach so abgebügelt.

Dieses Problem in Stuttgart hat sich die Politik selbst zuzuschreiben, aufgrund der Unfähigkeit der aktuellen Personen, die das politische Geschehen representieren und wenn diese darin mündet, dass Systematiken entwickelt werden, um diesen Unfähigkeiten begegnen zu können, dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung.:applaus:

@Feli:

Vielleicht solltest Du Dir diese Zusammenfassung durchlesen, die bringt das, was in Stuttgart tiefe Gräben entstehen lässt, gut auf den Punkt.Spiegelfechter

In den Kommentaren findest Du die Menschen, die bereits frühzeitig gegen das Projekt votierten. Bitte beschäftige Dich ein wenig intensiver mit dem, dann kommen wir uns nächer, dessen bin ich mir sicher!


Falls Du dann immer noch Fragen haben solltest, warum die Menschen jetzt so erbost sind, dann stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Nach dem Du obiges gelesen hast, bin ich gerne bereit, auf die verbleibenden Aspekte einzugehen. Sprich, das, was Du oben angesprochen hast.
 
Zitat von Stürmerbraut;1335635:
Möglich, dass sich da einige Demonstranten widersetzt haben, aber die Mehrzahl der Protestierenden war mit Sicherheit friedlich und hatten auch nicht die Absicht, zu provozieren. Es gibt in den Protestbewegungen meist mehrere Flügel, und so habe ich mich zu Friedensdemoszeiten damals auch NIE zum Schwarzen Block zugehörig gefühlt, sondern immer zu den Friedlichen. Aber ausschließen wollte/konnte man sie auch nicht.

Streitet ja auch keiner ab. Nur da muss man sagen, dass man sich von genau diesen Leuten dann auch fernhalten sollte. Und was die Schülerdemo angeht. So besteht keine Genehmigungspflicht von Demonstrationen. Anders Frau Roth auch bei Illner, die meine die Demo sei "genehmigt" gewesen. Lediglich angemeldt muss sie sein, da es sich um eine Großdemonstration handelt. Dann kann die Zuständige Behörde Auflagen und Verbote erteilen. Eine solche Auflage kann sein, dass die Demo einen bestimmten Streckenverlauf nehmen muss. Dies ist in Stuttgart geschehen. Allerdings ist genau dieser Streckenverlauf von der Schülerdemo verlassen worden.

Zitat von Stürmerbraut;1335635:
Ob eine Blockade rechtens ist oder nicht, dazu habe ich einen interessanten Artikel im Zus.hang mit Nazidemos gefunden. Wenn sie nämlich Teil einer rechtmäßigen Versammlung ist, steht auch eine Blockade unter dem Schutz des Artikel 8 (des GG)

http://badnenndorf.blogsport.de/201...it-einem-rechtsanwalt-fuer-versammlungsrecht/

Interessant. Aber ebenso nicht ganz richtig was da steht, was da steht. So hat das Bundesverfassungsgericht in einer seiner Entscheidungen ausdrücklich festgehalten, dass "die physische Verhinderung der kritisierten Tätigkeit durch Demonstration" nicht unter den Schutzbereich des Art. 8 GG fällt. (BVerfGE 84, 203/209)

Zudem ist bereits dem Absatz II des Artikel 8 im Wortlaut schon zu entnehmen, dass nur solche Versammlungen geschützt sind, die "friedlich und ohne Waffen" stattfinden. Friedlich ist eine Versammlung, die keinen gewalttätigen oder Verlauf nimmt. (Jarass: Jarass/Pieroth, GG, Art. 8, Rn. 6a) Unfriedlich ist eine Versammlung, wenn "Handlungen von einiger Gefährlichkeit wie etwa aggressive Ausschreitungen gegen Personen oder Sachen oder sonstige Gewalttätigkeiten stattfinden, nicht schon, wenn es zu Behinderungen Dritter kommt" (BVerfGE 104, 92/106)
Eine Sitzblockade gilt allerdings als friedlich sofern sie sich allein auf passive Resistenz beschränkt.

Man kann also festhalten, dass eine reine Sitzblockade irgendwo, die sich auf passive Resistenz beschränkt von Art. 8 GG geschützt wäre.

Eine Demonstration, die allerdings die kritisierte Tätigkeit behindert, nicht von Art. 8 GG geschützt wird.
In Stuttgart wird gegen die Bauarbeiten am Bahnhof demonstriert. Mit der Blockade sollte der Bau behindert werden. Folglich können sich die Demonstranten nicht auf Art. 8 GG stützen.



Zitat von Stürmerbraut;1335635:
Aber offensichtlich nicht ernst genug befunden. Ich glaube, beeindrucken lassen sich Politiker erst mit machtvollem Protest, nicht mit Einzeleingaben.

Meines Wissens nach soll es ja zahlreiche Veränderungen an den ursprünglichen Planungen gegeben haben, aufgrund der Bürgereingaben. Allerdings wurde das Projekt dadurch nicht verworfen.
Zudem kann ich aus meiner Praxis sagen, dass man als Politiker Bürgeranträge, wenn denn mal welche kommen, sehr ernstnimmt. Allerdings ist es häufig so, dass viele Faktoren, auf die man alleine gar nicht unbedingt kommt, bedacht werden müssen.
Als Beispiel nehme ich gerne Geschwindigkeitsreduzierungen auf Straßen oder Ampelanlagen. Jede Veränderung der Geschwindkeit oder Bau einer Ampel auf Hauptverkehrsstrassen wirkt sich auf fast das gesamte Straßennetz einer Stadt aus, da sich plötzlich Verkehre verlagern. Solche Fragen werden von Fachleuten bearbeitet, die die Ergebnisse uns "Politikern" vorlegen. Wir müssen dann Abwägungsentscheidungen treffen, ob nun die negativen oder positiven Auswirkungen überwiegen. Und auch hier kann man zu unterschiedlichen Ergebnissen am Ende des Abwägungsprozesse kommen.
Deswegen sage ich immer gerne, dass Entscheidungen gerade in der Verkehrspolitik, unheimlich schwierig sind. Wir wollen auf der einen Seite eine möglichst geringe Belastung der Bürger durch Verkehr, auf der anderen Seite ist Verkehr das Lebenselexier einer jeden Stadt.


Zitat von Stürmerbraut;1335635:
Wichtiger als eine JA-Nein-Entscheidung herbeizuführen, wären meiner Meinung nach Kompromisse zu finden, die zu einer Win-Win-Situation auf beiden Seiten führen könnte. Dann könnten beide Seiten gut mit leben!

Mir erscheint es leider so, dass von beiden Seiten in der Frage S21 gar kein Kompromiss gewollt ist. Denn die eine Seite sagt, dass es einen kompletten Baustopp und eine Verwerfung des Projektes nicht geben wird. Und die andere Seite lehnt das Projekt in gänze ab und will sich auf keine Kompromisse einlassen, die den Umbau des Bahnhofs weiter beinhalten.
 
@Felissilvestris
Die Frage, die ich mir dabei stelle ist, wo sind diese Menschen in den letzten 15 Jahren gewesen. Wieso haben sie nicht aktiv an dieser Frage mitgestaltet. Sind in die Parteien eingetreten?Da gebe ich Dir Recht. Allerdings, Du wirst den – meisten – Menschen ihre Bequemlichkeit nicht austreiben; es ist nun mal einfacher, seine Meinung am Stammtisch rauszuposaunen, als sich zu engagieren (nicht, dass ich das gut heißen würde…)

Andererseits:

@ Firedangerboy
Das Phänomen Stuttgart 21 ist ein Produkt unserer Zeit und es hat mehr mit dem nicht mehr bürgernahen Politiker zu tun, denn mit den uninteressierten Bürgern.
Dieses Problem in Stuttgart hat sich die Politik selbst zuzuschreiben, aufgrund der Unfähigkeit der aktuellen Personen, die das politische Geschehen repräsentieren und wenn diese darin mündet, dass Systematiken entwickelt werden, um diesen Unfähigkeiten begegnen zu können, dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung.


Ebenso richtig.
So ganz langsam werden vielleicht auch die oben angesprochenen „bequemen Stammtisch-Nörgler“ wach und merken – endlich – das man sich einmischen muss, um – wenn auch nur vielleicht – etwas zu erreichen. So langsam reicht es dem Letzten und ansonsten ggf. Uninteressiertesten, dass Bund, Land und Kommunen trotz leerer Kassen (und immer mehr „Abgezocke“ des Bürgers) an Prestigeprojekten festgehalten, während Einrichtungen „für“ den Bürger (Schulen, Schwimmbänder, Sporteinrichtungen) geschlossen werden.

Ich habe dieses Projekt nun nicht gerade über die Jahre verfolgt (ist vielleicht von einem Norddeutschen auch ein bißchen viel verlangt ….), aber das es sich gerade in Stuttgart nur noch in allererster Linie um eines dieser Prestigeprojekt handelt, springt geradezu ins Auge. Eines der allerlächerlichsten Argumente dürfte sein, dass der Bahnkunde diesen neuen Bahnhof wünscht. Der durchschnittliche Bahnkunde wäre schon dankbar, wenn die Züge, gleich welcher Art, pünktlich und kostengünstig fahren, im Sommer gekühlt und im Winter beheizt (auch der ICE). Ob er dann auf einem Nobelbahnhof einsteigt oder gar 10 Minuten länger fährt, ist ihm vollkommen wumpe.

Diese geplante Anlage ist eine Geldvernichtungsmaschine und wird, wie die Erfahrung zeigt, sowieso am Ende das Doppelte kosten, wie geplant. Dass die Bürger sich aus diesem – und anderen Gründen (für mich reicht allein der aus) dagegen wehren, BRAVO.
 
Ich beobachte das ganze Geschehen in Stuttgart auch nur aus der Ferne, finde es aber sehr interessant wie man dort innerhalb einer kurzen Zeit viele Menschen mobilisieren kann, die sich wie Felissilvestris (gute Beiträge im übrigen, die FDP könnte mehr Leute wie dich gebrauchen ;) ) schon gesagt hat jahrelang nicht für das Projekt interessiert haben.

Durch das Thema Stuttgart 21 werden für mich 2 Punkte deutlich, die ich für schwierig halte.

Erstens ist das die generelle Bereitschaft gegen alles und jeden zu protestieren. Ich habe vor kurzem (bevor Stuttgart aktuell wurde) schon ein interessantes Gespräch mit jemandem aus der Politik zu diesem Thema geführt. Darin ging es um das Problem, dass keine politischen Entscheidungen mehr möglich sind ohne jahrelange Streitereien vor Gericht, die einzig und allein das Ergebnis haben, dass alle unzufrieden sind und die Kosten sich vervielfachen. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich eine kritische Auseinandersetzung mit großen Projekten generell ablehne, es sollte bloß eine Verhältnismäßigkeit in der Art und Weise des Protestes bestehen. Dazu kommen dann sogenannte Demohopper, die sich zu großen Teilen nur selbst profilieren wollen und Schaden auf beiden Seiten anrichten.

Zweitens verstehe ich zwar die Haltung der Parteien voll und ganz auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, um Stimmen zu fangen, nachhaltig ist das Verhalten aber auf keinen Fall. Die Grünen beispielsweise haben doch in ihrer Regierungszeit die Erfahrung gemacht, dass langfristige Planungen nicht einfach verworfen werden können. Jetzt reiten sie auf einer Euphoriewelle, die sich aber zu großen Teilen nur aus dem "Dagegensein" anstaut. Falls es im nächsten Jahr dazu kommen sollte (was ich irgendwie hoffe), dass in einem oder mehr Bundesländern ein grüner Ministerpräsident gewählt wird, werden wir sehen, ob sich die jetzigen Proteststimmen weiterhin den Grünen zugehörig fühlen. Das soll jetzt keine Pauschalkritik an den Grünen sein, sie bieten sich einfach gerade an. Die anderen nennenswerten Parteien verhalten sich größtenteils genauso, wenn sie nicht in der Regierungsverantwortung sind. Die Themen Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit werden dabei leider oft mit Füßen getreten, was aber leider meistens untergeht.

Zurück zu Stuttgart, ich bin gespannt, wie die Schlichtung weitergeht und warte auch auf konkrete und umsetzbare Ideen der Gegner. Der Sprecher der Parkinitiative fällt dabei leider fast nur durch Jammern gegen die CDU und Mappus auf, anstatt seine Ideen bei den (fast) täglichen Tagesschau-Auftritten publik zu machen.
 
@Firedangerboy

Leider ist dort nichts zu lesen, was ich nicht schon gelesen oder gehört hätte.

Für mich bleibt die Erkenntnis, dass über 15 Jahre hinweg geplant wurde. Alles unter Einbeziehung der Bevölkerung. Es gab bei allen Wahlen über 15 Jahre hinweg Mehrheiten für die S21 Befürworter.

Bleibe bei meiner Einschätzung, dass hier die gut organsierten Gegner mit einer guten "Propagandamaschinerie" auf ihre Anliegen aufmerksam macht, allerdings eine Minderheit in der Bevölkerung darstellen.

@Pingy

Was meinst du warum die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen leer sind? Seit Mitte der 70er Jahre leistet sich dieses Land seinen Wohlstand zu großen Teilen auf Pump. Warum ist das so?
IMHO liegt es daran, weil in Deutschland alles stagniert. Hier passiert kein Fortschritt mehr. Die restliche Welt holt immer mehr auf, aber wir stagnieren oder machen Rückschritte. Der Computer wurde in Deutschland erfunden, Weltmarkführer in der gesamten Informationstechnologie sind allerdings die USA, danach kommen Indien und die ostasiatischen Länder. Der Hybridantrieb wurde in Deutschland entwickelt, Weltmarkführer sind die Japaner.
Im Bereich der Biotechnologie forschen wir in Deutschland auf einem Stand von vor 10 Jahren, weil hier Panik vor irgendwelchem mutierten Mais, der dann unsere Kinder frisst, geschürt wird. Wir waren früher die Apotheke der Welt. Heute sind wir weit abgehängt, weil wir eben kaum Forschungen im Bereich der Biotechnologie zulassen. In Bremen wehrt man sich ja sogar gegen die Grundlagenforschungen im Bereich des Gehirns.
Beispiel Transrapid. In Deutschland entwickelt, fährt er jetzt in China und wird dort lustig nachgebaut. In den USA sind ebenfalls Strecken geplant. Und in Deutschland?

Deutschland hält nicht mehr Schritt, sondern wird nach und nach von dem Rest der Welt eingeholt. Daher wird das Wohlstandsniveau immer weiter sinken, weil man eben derzeit versucht irgendwie den die Haushalte zumindest ein bisschen zu entlasten.

Wenn wir uns in diesem Land nicht wieder trauen, auch dem "Neuen" wieder positiv entgegenzutreten und nicht erstmal alles aus irgendwelche Ängsten heraus abzulehnen, werden wir aus diesem Dilemma nicht mehr herauskommen.
 
Doch den sehe ich durchaus. Der wird meine Arbeit ablehnen und dieser nicht zustimmen. Daher arbeitet man mit Argumenten daran für seine Ideen eine Mehrheit zu bekommen. Das ist das Wesen der Demokratie.

Ich bleibe dabei, dass Du Ihn und seine Interessen nicht siehst. Du arbeitest daran, im Parlarment eine Mehrheit für Dich und Deine Argumente zu gewinnen. Du kämpfst originär nicht dafür, dass Du den Bürger über Deine Argumente für Deine Idee gewinnst. Der Bürger bekommt auch nicht wirklich etwas von Deiner Arbeit mit. Ab und an vielleicht über die Presse, aber das war es dann auch. Der Bürger kommt weitestgehend garnicht mit Deiner Arbeit in Kontakt. Die Anzahl derjenigen, die daran partizipieren können schwindet gegen 0. Dagegen findet sehr wohl eine Auseinandersetzung im Rat oder Tag des entsprechenden Gremiums statt, woran sich die meisten Bürger ebenso wenig interessieren, weil diejenigen, die da vor Ort streiten, sich mehr mit sich selbst als mit der Sachlage ansich beschäftigen.

Bürger, die eine solche Veranstaltung besuchen werden nicht gerade dazu eingeladen, sich das anzutun, wenn die typischen Parteischarmützel ausgetragen werden. Von der restlichen Arbeit ist der Bürger quasi ausgeschlossen. Ihm wird vorgesetzt und hat zu fressen oder aber er ist eine Variable, die mit einfließt, wenn es darum geht, wie man es ihm schmackhaft vorsetzt. Mehr nicht.



Es geht doch nicht um die Lebensqualität von jemandem der politisch arbeitet. Das wäre mir viel zu platt.
In der Schweiz dürfen die Bürger aber auch nicht über jede Frage direkt abstimmen. Und zum anderen führt eben so etwas, bei einer komplizierteren Sachverhalten, zu teilweise grausigen Ergebnissen, weil nicht jeder mit dem Verstand abstimmt. Beispiel ist das Minarettverbot.

Zum Einen lese ich hier vom disqualifizierten dummen Bürger zum Anderen davon, dass Du keine Ahnung hast oder anders gesagt, einem Politiker ähnlich Dich nicht mit direkter Demokratie auseinandergesetzt hast, sondern lediglich Plattitüdendrescher bist. Was für mich auch nachvollziehbar ist, weil direkte Demokratie nicht in Deinem Interesse sein kann. Bist ja schließlich eine Person, die Teil des Systems ist und Dein Interesse gen 0 strebt, da es ja darum geht den Sockel auf dem Du stehst kleiner zu machen. Da ist es Dir halt lieb und Billig auf das Minarettverbot zu verweisen. *top*

Das sich nicht ein jeder an den Abstimmungen beteiligt ist in der Schweiz ein Selbstverständnis, da nicht ein jeder sich einen Standpunkt zu allem und jeden bildet, sondern nur zu denen, die einen selbst betreffen. Deshalb sind die Beteiligungen nicht über 50% sondern darunter. Aber die Abstimmung hat zur Folge, dass Verlässlichkeit einkehrt. Nicht umsonst sind große Infrastrukturmaßnahmen in der Schweiz nicht von Klagen begleitet, wie es bei uns in Deutschland der Fall ist, sondern von Abstimmungen, weil man das Volk aktiv in den Entscheidungsprozess einbindet. Von Planungsbeginn bis zum Beginn der Baumaßnahme vergehen in der Schweiz auch keine 15 Jahre, was ebenfalls für die direkte Demokratie spricht.

Zu guter letzt allerdings nun zum Minarettverbot. Ich kann kaum glauben, dass Du aktiver Politiker bist. Die freiheitlich demokratische Grundordnung darf in Deutschland nicht verletzt werden. Für diejenigen, die mit dieser Begrifflichkeit nichts anfangen können. Veränderungen, die die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes berühren können lediglich vom Parlament verändert werden und dass auch lediglich mit einer 2/3 Mehrheit. Dass hier jemand gerade das Minarattverbot als NoGo anspricht um damit die direkte Demokratie zu diskreditieren, lässt mich wundern. Man muss den Schweizern eigentlich dankbar sein, dass sie eine solche Plattitüde lieferten. So kann man sofort die Spreu vom Weizen trennen. Ein Minarettverbot wird nur der Bundestag aussprechen können und selbst dann gibt es den Bundespräsidenten, der dieser gesetzlichen Veränderung zustimmen muss sowie das Bundesverfassungsgericht, dass dem widersprechen würden Herr Felisilvestriss tut gerade so, als seien Abgeordnete unfehlbar, dass deutsche Volk allerdings nicht, wobei erst HartzIV wie auch viele andere Gesetzeseingaben zeigen, dass dem nicht so ist. Diese ganze Angstmacherei zum Standeserhalt ist zum Kotzen.


Freue mich sehr über das Engagement von Menschen. Die Frage, die ich mir dabei Stelle ist, wo sind diese Menschen in den letzten 15 Jahren gewesen. Wieso haben sie nicht aktiv an dieser Frage mitgestaltet. Sind in die Parteien eingetreten?
Ist es nicht traurig, dass man sich einfärben muss, wenn man sich gegen etwas aussprechen möchte? Muss man an diesem Nonsens festhalten, obwohl einem gerade aktuell aufgezeigt wird, dass das nicht der richtige Weg ist, sondern es Alternativen bedarf, um Bürgern Beteiligung zu bieten? Sehr wohl haben sich die Menschen beteiligt, nur hat die Politik sich gegenüber Ihren Bürgern genauso verhalten, wie sie sich auch im Parlament gebährdet. Am langen Arm verhungern lassen und das Mehrheitsverhältnis auskosten. Nur hat man da die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Gut so! Willst du ob dieser Geschehnisse wirklich am Status Quo festhalten? Ja? Dann würde ich mir wünschen, dass diese Aktionsbündnisse größer und mächtiger werden, bis das sich auch diejenige, die meinen hoch und trocken zu sitzen, bewegen müssen. Eigentlich müssen sie es schon jetzt, aber wenn ich mir Deine Zeilen durchlese baust auch Du weiterhin darauf, dass sich diese Aktion totläuft.


Sie werden und wurden doch beteiligt. Einmal durch die Wahlen. Es gab eine OB-Wahl in Stuttgart, die sich nur um dieses Thema gedreht hat. Der Kandidat der gegen das Projekt war, war eben unterlegen. Zum anderen gibt es im Bauplanungsrecht Mitwirkungsmöglichkeiten.
Dazu ist es jedem frei in einen Partei einzutreten und dort von Innen heraus etwas zu bewirken oder eine eigene Partei zu gründen. Und selbst wenn es nur eine Einthemenwählergemeinschaft ist, die nur zu den Kommunalwahlen antritt.
Es gibt diese verlangten Beteiligungsmöglichkeiten, aber man muss dann eben von diesen auch Gebrauch machen und nicht erst, wenn alles nach 15 Jahren rauf und runter entschieden ist aufwachen. Da muss sich jeder der Leute den Vorwurf machen lassen, in den letzten Jahren gepennt zu haben.

Siehe oben. Dieser Absatz dürfte Dir aufzeigen, dass da etwas falsch läuft und das dort etwas angepasst werden muss. Wie gesagt, in der Schweiz wird man beteiligt und ein Bild kannst Du Dir machen in Bern, weil da derzeit auch die Umbauphasenplanung und Beteiligung anläuft. Kannst Dich bei Interesse ja mal informieren.

Das bezweifle ich, denn die Politik hat sich ja sehr wohl mit 11 000 Eingaben und 61 verschiedenen Planungsvarianten auseinandergesetzt. Was zur Hölle soll man denn mehr machen? Das wir ja nicht mir nichts dir nichts durchgesetzt. Da sind 15 Jahre ins Land gegangen. Das Projekt ist alle demokratischen und rechtsstaatlichen Hürden rauf und runter gegangen.
Die Menschen derart beteiligen, wie es in der Scheitz passiert und vor allem, wenn ein Bürgerbegehren auf dem Weg ist, dieses nicht derart ins Abseits zu stellen, wie es in Stuttgart der Fall war, da sie dem Interesse der Politik zuwider lief.

Du magst daran gewöhnt sein, weil es politischer Alltag ist, Menschen die diesbezüglich keinen professionellen Umgang mit pfelgen ordnen das als unredlich ein.


Willst du ein anderes politisches System? Ein System in der eine laute Minderheit über eine schweigende Mehrheit bestimmt? Welche Sprache wird da denn gesprochen. Ich sehe viele Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen gegen dieses Projekt sind. Nur irgendwie haben diese Gegner in den ganzen 15 Jahren keine parlamentarische Mehrheit zustande gebracht. Weder im Gemeinderat von Stuttgart, noch im Landtag von Baden-Württemberg. Eine Partei die gegen S21 war zwischenzeitlich an einer Regierungskoalition Berlin beteligt. Aber da haben sie im Verkehrsausschuss des Bundestages auch noch für das Projekt gestimmt. Habe die Drucksache ein paar Seiten vorher gepostet.

2011 ist die nächste Wahl, die letzte war also folglich in 2007. 2007 war nicht klar, dass das Projekt kurz vor Ablauf der Legislaturperiode in Angriff genommen wird. Du erwartest von den Menschen dieses Landes, dass sie antizipieren, wo doch die Planung des Projekts bereits 11 Jahre lief, dass innerhalb der kommenden Legislaturperiode die Verwirklichung ansteht und dass man deshalb nicht das wählen darf, was man eigentlich wählen möchte? Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?

Auf deine Anfeindung und Horrorszenarien (wir werden alle sterben!) in Bezug auf die direkte Beteiligung der Bürger werde ich jetzt nicht nocheinmal eingehen. Ich hoffe, Du setzt Dich ein wenig mit den Möglichkeiten dieser auseinander und beseitigst Deine Ressentiments. Dir dürfte eigentlich auch klar sein, dass die parlarmentarische Demokratie bei den großen Infrastrukturmaßnahmen versagt und dass dies in der Schweiz nicht der Fall ist, was für mich ein Indiz dafür ist, dass es in der Scheiz unter Beteiligung der Bürger, besser läuft.

Könnte die Vorwürfe gegenüber der Politik wirklich verstehen, wenn das Projekt mir nichts dir nichts vom Himmel gefallen wäre. Also vor zwei Monaten irgendwie nen Entscheidung getroffen worden wäre, dass man morgen damit anfängt bespielsweise in Bremen den Bürgerpark dich zu machen und dort nen neues Fussballstadion zu bauen. (Was im übrigen gar nich gehen würde). Aber in Stuttgart waren das 15 Jahre Vorlauf.
Gerade diese Tatsache, die Du hier benennst, ist ein Indiz dafür, dass das was in Deutschland an Beteiligung geboten wird, nicht das Richtige ist und das man gut daran tut etwas zu verändern, um wieder Konkurrenzfähig zu werden. Mit der parlarmentarischen Demokratie sind wir es definitiv nicht!
 
Ich bleibe dabei, dass Du Ihn und seine Interessen nicht siehst. Du arbeitest daran, im Parlarment eine Mehrheit für Dich und Deine Argumente zu gewinnen. Du kämpfst originär nicht dafür, dass Du den Bürger über Deine Argumente für Deine Idee gewinnst. Der Bürger bekommt auch nicht wirklich etwas von Deiner Arbeit mit. Ab und an vielleicht über die Presse, aber das war es dann auch. Der Bürger kommt weitestgehend garnicht mit Deiner Arbeit in Kontakt. Die Anzahl derjenigen, die daran partizipieren können schwindet gegen 0. Dagegen findet sehr wohl eine Auseinandersetzung im Rat oder Tag des entsprechenden Gremiums statt, woran sich die meisten Bürger ebenso wenig interessieren, weil diejenigen, die da vor Ort streiten, sich mehr mit sich selbst als mit der Sachlage ansich beschäftigen.

Du blendest die ganze Zeit aus, dass es in diesem Land so etwas wie Wahlen gibt. Hier wirbt man natürlich für seine Ideen. Man wirbt im übrigen auch zwischen den Wahlen. Zu letzt habe ich den Stand auf der HanseLife der FDP-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft betreut. Stand dort jedem zu den Themen "Integrationspolitik" (war der Montag von 10 - 16 Uhr) und zum Thema "Verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern" (war der Freitag von 10 -16 Uhr) zur Verfügung. Was meinst du wie viele der Besucher eine ernsthafte Diskussion wollten? In den ganzen zwölf Stunden habe ich ganze vier Personen, die ernsthaft bereit waren mit mir zu diskutieren und sich zu informieren. Ansonsten bewegte sich das ganze zwischen irgendwelchen Beschimpfungen, Verschwörungstheorien, dass die "ganzen Schwuchteln" in dieser Welt die Mach übernehmen wollen etc. Wenigstens wurde einem keine Gewalt angedroht. Das hat man regelmässig, wenn man einen Infostand im Bereich des EKZ Blockdiek macht.
Man wirbt und steht für Gespräche zur Verfügung. Im übrigen kann man mich jederzeit erreichen. Über meine Internetseite ist eine Mailadresse geschaltet. Interesse ist nicht besonders groß. Aber wenn mal etwas kommt, dann trifft man sich sogar mit Leuten auf nen Kaffee


Zum Einen lese ich hier vom disqualifizierten dummen Bürger zum Anderen davon, dass Du keine Ahnung hast oder anders gesagt, einem Politiker ähnlich Dich nicht mit direkter Demokratie auseinandergesetzt hast, sondern lediglich Plattitüdendrescher bist. Was für mich auch nachvollziehbar ist, weil direkte Demokratie nicht in Deinem Interesse sein kann. Bist ja schließlich eine Person, die Teil des Systems ist und Dein Interesse gen 0 strebt, da es ja darum geht den Sockel auf dem Du stehst kleiner zu machen. Da ist es Dir halt lieb und Billig auf das Minarettverbot zu verweisen.


Du hast eine ziemlich arrogante Art an dir. Erst willst du mir irgendwie erklären, wie ich die Kommentare auf der "Spiegelfechter"-Seite zu verstehen habe und dann meinst du ich hätte keine Ahnung. Lass dir mal diesen leichten Anflug von Überheblichkeit.
Und ja du hast Recht, ich halte nichts von mehr direkter Demokratie. Das hat ganz einfache Gründe, die ich schon ein paar Seiten zuvor deutlich gemacht habe.
Wir leben schon heute in einem politischen Umfeld, dass sehr häufig mehr von Stimmungen getragen ist als von Vernunft. Wenn ich heute wieder in der Zeitung lese, dass sich Horst Seehofer dafür ausspricht einen Zuwanderungsstopp für Menschen aus dem türkisch/arabisch Raum auszusprechen, dann hat das nichts mit Vernunft, sondern damit zu tun, dass man die Lufthoheit über den Stammtischen haben will. Und sicherlich gewinnt er diese auch in einer Gesellschaft, die besonders nach den Ereingnissen von 9/11, von einer extremen Islamophobie geprägt ist.

Und ich halte die Menschen nicht für "blöd", wie du es mir unterstellst, sondern habe viel mehr Eindruck, dass eben Entscheidungen, dann zusehr aus dem Bauch herausgetroffen werden und zudem für den durchschnittlichen Arbeitnehmer kaum die zeitliche Möglichkeit besteht sich in bestimmte komplexe Sachverhalte einzuarbeiten. Volksabstimmungen verkommen dann zu einer Propagandaschlacht, die komplexe Sachverhalte auf ein "Ja" oder "Nein" reduzieren. Meine Erfahrung ist, dass es sehr, sehr viel zwschen "Ja" und "Nein" gibt. Es gibt eben nicht nur "Schwarz" und "Weiss" sondern sehr viel "Grau".

Das sich nicht ein jeder an den Abstimmungen beteiligt ist in der Schweiz ein Selbstverständnis, da nicht ein jeder sich einen Standpunkt zu allem und jeden bildet, sondern nur zu denen, die einen selbst betreffen. Deshalb sind die Beteiligungen nicht über 50% sondern darunter. Aber die Abstimmung hat zur Folge, dass Verlässlichkeit einkehrt. Nicht umsonst sind große Infrastrukturmaßnahmen in der Schweiz nicht von Klagen begleitet, wie es bei uns in Deutschland der Fall ist, sondern von Abstimmungen, weil man das Volk aktiv in den Entscheidungsprozess einbindet. Von Planungsbeginn bis zum Beginn der Baumaßnahme vergehen in der Schweiz auch keine 15 Jahre, was ebenfalls für die direkte Demokratie spricht.

In China vergehen zwischen Planung und Bau eines Großprojektes auch keine 15 Jahre, was jetzt überhaupt nichts über die Qualität des politischen Systems aussagt.



Zu guter letzt allerdings nun zum Minarettverbot. Ich kann kaum glauben, dass Du aktiver Politiker bist. Die freiheitlich demokratische Grundordnung darf in Deutschland nicht verletzt werden. Für diejenigen, die mit dieser Begrifflichkeit nichts anfangen können. Veränderungen, die die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes berühren können lediglich vom Parlament verändert werden und dass auch lediglich mit einer 2/3 Mehrheit. Dass hier jemand gerade das Minarattverbot als NoGo anspricht um damit die direkte Demokratie zu diskreditieren, lässt mich wundern. Man muss den Schweizern eigentlich dankbar sein, dass sie eine solche Plattitüde lieferten. So kann man sofort die Spreu vom Weizen trennen. Ein Minarettverbot wird nur der Bundestag aussprechen können und selbst dann gibt es den Bundespräsidenten, der dieser gesetzlichen Veränderung zustimmen muss sowie das Bundesverfassungsgericht, dass dem widersprechen würden Herr Felisilvestriss tut gerade so, als seien Abgeordnete unfehlbar, dass deutsche Volk allerdings nicht, wobei erst HartzIV wie auch viele andere Gesetzeseingaben zeigen, dass dem nicht so ist. Diese ganze Angstmacherei zum Standeserhalt ist zum Kotzen.

Verstehe jetzt nicht so ganz die Itention dieses verwirrenden Absatzes? Was willst du mir damit sagen? Wenn du Volksabstimmungen auf Bundesebene einführen willst, dann kann es theoretisch auch in Deutschland zu einem Minarettverbot kommen.
Und villeicht solltest du dich erstmal mit Verfassungsrecht genauer beschäftigen, bevor die was von der FDGO redest. Der Bundespräsident braucht keinem Gesetz zustimmen. Er darf es nicht mal ablehnen. Denn er hat lediglich ein sehr eingeschränktes formelles aber kein materielles Prüfungsrecht, ausser der Verstoß gegen die Verfassung ist evident. Ansonsten gehen in die Inhalte der Gesetze, die er zu unterschreiben hat, überhaupt nichts an.
Sicherlich sind Politiker nicht unfehlbar, sind eben auch nur Menschen. Nur weil die Gesetzgebung im Bereich des SGB II ansprichst, so frage ich dich allen ernstes wie du gesamten Fragen, die damit zusammenhängen auf eine "Ja"/"Nein"-Frage reduzieren willst. Wäre schon äußerst spannend.



Ist es nicht traurig, dass man sich einfärben muss, wenn man sich gegen etwas aussprechen möchte? Muss man an diesem Nonsens festhalten, obwohl einem gerade aktuell aufgezeigt wird, dass das nicht der richtige Weg ist, sondern es Alternativen bedarf, um Bürgern Beteiligung zu bieten? Sehr wohl haben sich die Menschen beteiligt, nur hat die Politik sich gegenüber Ihren Bürgern genauso verhalten, wie sie sich auch im Parlament gebährdet. Am langen Arm verhungern lassen und das Mehrheitsverhältnis auskosten. Nur hat man da die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Gut so! Willst du ob dieser Geschehnisse wirklich am Status Quo festhalten? Ja? Dann würde ich mir wünschen, dass diese Aktionsbündnisse größer und mächtiger werden, bis das sich auch diejenige, die meinen hoch und trocken zu sitzen, bewegen müssen. Eigentlich müssen sie es schon jetzt, aber wenn ich mir Deine Zeilen durchlese baust auch Du weiterhin darauf, dass sich diese Aktion totläuft.


Ja, ich möchte dieses System beibehalten, denn es hat 60 Jahre Frieden garantiert. Wir hatten in Deutschland schon einmal eine Demokratie, die auf Straße gestürzt wurde. Ich persönlich wünsche mir genau das nicht. Die Masse ist manipulierbar und das Grundgesetz ist nicht umsonst mit einem Umfangreichen maß an "Checks and Balances" ausgestattet worden.
Du kannst dir ja gerne anderes System wünschen. Ich bleibe gerne bei den System welches wir haben. Egal welches Schwächen es hat. Es ist und bleibt das, in meinen Augen, beste denkbare System.
Sage das jetzt hier ganz provizierend und deutlich: Ich bin froh, dass dieses Land nicht von einem - teilweise gewaltätigen - Mob auf der Straße regiert wird.




Siehe oben. Dieser Absatz dürfte Dir aufzeigen, dass da etwas falsch läuft und das dort etwas angepasst werden muss. Wie gesagt, in der Schweiz wird man beteiligt und ein Bild kannst Du Dir machen in Bern, weil da derzeit auch die Umbauphasenplanung und Beteiligung anläuft. Kannst Dich bei Interesse ja mal informieren.


Die Menschen derart beteiligen, wie es in der Scheitz passiert und vor allem, wenn ein Bürgerbegehren auf dem Weg ist, dieses nicht derart ins Abseits zu stellen, wie es in Stuttgart der Fall war, da sie dem Interesse der Politik zuwider lief.

Und das Beispiel der U-Strab in Karlsruhe hat gezeigt, dass die Gegner eines solchen Porjektes in Deutschland auch nach einem Bürgerentscheid für ein solches Projekt sich dagegen aussprechen werden.


2011 ist die nächste Wahl, die letzte war also folglich in 2007. 2007 war nicht klar, dass das Projekt kurz vor Ablauf der Legislaturperiode in Angriff genommen wird. Du erwartest von den Menschen dieses Landes, dass sie antizipieren, wo doch die Planung des Projekts bereits 11 Jahre lief, dass innerhalb der kommenden Legislaturperiode die Verwirklichung ansteht und dass man deshalb nicht das wählen darf, was man eigentlich wählen möchte? Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?

Und hier sieht man deutlich die Schwäche deiner gesamten Argumentation. Ich habe es am Anfang dieses Beitrags geschrieben. Du blendest die Wahlen gerne aus, um eine mangelnde Beteiligung der Bürger zu begründen.

Es hat Seit 1995 neun Wahlen gegeben für Parlamente, die direkt mit S21 befasst waren/sind. Den Bundestag habe ich ausgeklammert.

Gewählt wurde der Gemeinderat in den Jahren 1999, 2004, 2009

Die Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart in den gleichen Jahren

Und der Landtag von Baden-Württemberg 1996, 2001, 2006

In all diesen Parlamente sind die Befürworter von S21 mit einer Mehrheit ausgestattet worden. Wie du siehst im Gemeinderat und der Regionalversammlung gerade erst im letzten Jahr.

Zudem wurde OB Schuster als Befürworter des Projektes 1996 und 2004 gewählt.

Für mich zeigt das ganze eins: Die Gegner des Projekts schreien sehr laut und machen deutlich auf sich aufmerksam. Machen eine gute PR-Arbeit. Werden ja auch von einer Werbeagentur professionell Unterstützt.
Aber sie waren bei allen Wahlen unterlegen. Es wurden durchgehend die Befürworter von S21 mit Mehrheiten ausgestattet. Mir zeigt es, dass das Demokratiedefizit eher bei den Gegnern liegt, die demokratische Entscheidungen versuchen auf der Straße zu bekämpfen. Und genau das erinnert mich dann doch mehr an "Weimar".
 
Wer verstehen möchte, welche Gefahren vom Unterboden in Stuttgart ausgehen, kann sich hier womöglich ein Bild machen. Diese Bodenverhältnisse, wie auch die nicht kalkulierbaren Risiken haben Otto Frei veranlasst, als Mitverantwortlicher des Projektes S21 auszusteigen.

Stuttgarts Geologische Risiken.

Otto, der vor einem Jahr aus der S-21-Projektgruppe wegen wachsender Sicherheitsbedenken ausschied, sagte dem stern, dass er "laut" werden müsse: "Aus moralischer Verantwortung heraus kann ich nicht anders handeln". Mehrere Gefahren sieht der Architekt, der 1997 gemeinsam mit Christoph Ingenhoven den Wettbewerb für den Tiefbahnhof gewonnen und ihn mit entworfen hat: dass der Bahnhof eventuell überschwemmt werden, oder aber auch, dass er "wie ein U-Boot aus dem Meer" aufsteigen könne.

Stuttgarts Erde ist tückisch. Voller Wasser und Quellen, Gipsschichten mit hohem Anhydridanteil, also Mineralien, die aufquellen, Hohlräume, die unkontrollierbar Krater bilden können. Im badischen Staufen, wo die Erde zwecks Erdwärmegewinnung angepiekst wurde, hoben sich Häuser und bekamen Risse. In der Nähe von Stuttgart selbst muss derzeit ein Autobahntunnel aufwendig repariert werden, weil der Druck aus der Tiefe die Straße verformt. Otto: "Es ist wie bei einer roten Ampel, wenn da einer durchbraust, muss man ihn aufhalten."


Der Tübinger Geologe Jakob Sierig, ein Spezialist für Anhydrid- und gipsführende Erdschichten, hat für das Magazin das Gutachten analysiert. Sein Befund: "Bei Stuttgart 21 geht es nicht um mögliche Risse in Häusern, es geht um mögliche Krater, in denen Häuser verschwinden können. Es geht um Menschenleben."

*puh*
 
Deswegen gibt es in Stuttgart mehrere Straßentunnel und sogar eine unterirdische Straßenbahnlinie, deren Röhre tiefer liegt, als die bei S21 geplanten und es gibt damit all den Tunneln keine Probleme.
 
In dem einen Fall, wo ich mich aber selber gemeldet habe, habe ich das positive Erlebnis gehabt und nach ner Weile war ich mit dem Beamten auch per du. Ansonsten habe ich eben nichts Unrechtes getan und in ca. 90% der Fälle habe ich es wohl meinem Aussehen zu verdanken, dass ich immer wieder Erlebnisse mit Beamten haben muss. 3x(!) wurde es mir dann auch bestätigt, dass ich aufgrund meines Äußeren eben "auffalle". Nicht klein, nicht schmal und ne Glatze reichen dafür dann eben schon aus um aufzufallen.

Also was lernen wir daraus:Schrumpfen sollst du,nicht mehr soviel essen damit du schmaler wirst und noch nie was von Alpecin gehört,dann ist die Glatze bald Geschichte :D
Und du wirst sehen wie die Polizei selbst bei kriminellen Taten dich einfach ignoriert :lol:
 
Es hat Seit 1995 neun Wahlen gegeben für Parlamente, die direkt mit S21 befasst waren/sind. Den Bundestag habe ich ausgeklammert.

Gewählt wurde der Gemeinderat in den Jahren 1999, 2004, 2009

Das ist korrekt, aber Du blendest aus, daß die CDU trotz ihres Wahlsiegs bei der Kommunalwahl 2009 7,8% Stimmenanteile verlor, was nicht nur, aber auch an Stuttgart 21 lag, und das gleicht ist besonders in einer eigenen Hochburg einem Erdrutsch.



Mir zeigt es, dass das Demokratiedefizit eher bei den Gegnern liegt, die demokratische Entscheidungen versuchen auf der Straße zu bekämpfen. Und genau das erinnert mich dann doch mehr an "Weimar".

Wer nun das Demokratiedefizit, darüber können sich beide Seiten ewig gegenseitig die Augen aushacken, denn die Vorgehensweise der Polizei erinnerte dann doch mehr an „DDR“. Hierüber zu diskutieren, ist genau so sinvoll wie eine Debatte, ob zuerst das Huhn oder das Ei existierte.

Aber Demokratiedefizit hin oder her, die Deutsche Bahn AG kann sich als bundeseigenen Unternehmen ein solches Millardenprojekt bedenkenlos leisten, denn „der Steuerzahler hast ja“. Albert Schmidt einer der wenigen und meines Wissen das einzige (ehemalige) Aufsichtsratmitglied der Deutschen Bahn AG, der seine Rolle als AR-Mitglied ernst genommen und nicht als Abnicker für den Vorstand fungiert hat, hat erörtert, daß aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht „Stuttgart 21“ nicht vertretbar ist.

Und nebenbei bemerkt: Dieses Millardenprojekt wird in einem Bahnhof investiert, der noch nicht einmal zu den Top 5 der Deutschen Bahnhöfe gehört und ins Leben gerufen wurde es in der Ära des Bahnchefs Heinz Dürr, der in Stuttgart geboren wurde - Zufall...?
 

Sorry aber wenn du Felissilvestris vorwirfst nicht wirklich auf die Argumente der Gegner einzugehen, dann möchte ich von dir aber wissen, was das ist was du hier veranstaltest. Erst sprichst du ihm jegliche Ahnung ab, auch wenn er Seitenlang vernünftig argumentiert und man merkt, dass da mehr dahinter steckt auch wenn man nicht seiner Meinung ist und dann kommst du hier mit so nem Krawallvideo dasabsolut nichts mit dem ganzen Thema zu tun hat.

Was letztendlich bei der Demo passiert ist, werden wir wohl nie komplett erfahren, weil beide Seiten an ihrer Version festhalten werden. Aus meiner persönlichen Demo-Erfahrung kann ich nur berichten, dass die Polizei sich zu 95 % richtig verhalten hat und immer auf Deeskalation aus war auch wenn es Provokationen etc gab.
 
Albert Schmidt einer der wenigen und meines Wissen das einzige (ehemalige) Aufsichtsratmitglied der Deutschen Bahn AG, der seine Rolle als AR-Mitglied ernst genommen und nicht als Abnicker für den Vorstand fungiert hat, hat erörtert, daß aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht „Stuttgart 21“ nicht vertretbar ist.

Ist das der selbe Albert Schmidt, der für die Grünen von 1994 bis 2005 im Deutschen Bundestag saß? (Rethorische Frage)

Als Mitglied der Grünen, die sich mit allen Mitteln gegen S21 wehren, und ehemailger Bundestagsabgeordneter dieser Partei, ist er sicherlich als absolut neutral einzustufen. :rolleyes:

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Edit:

Konnte mir das bisschen an Ironie nicht sparen. Mir sind die Argumente sowohl der Gegner als auch der Befürworter dieses Projektes durchweg bekannt. Es gibt auf beiden Seiten Argumente, die offensichtlich nicht haltbar sind. Auf der anderen Seite gibt es Argumente, die aus meiner Position heraus gar nicht überprüfbar sind und somit in meine Abwägungsprozess nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen können. Und ich komme bei alledem was ich gelesen habe zu dem Urteil, dass dieses Projekt in all seinen Facetten vertrebar erscheint.
 
Sorry aber wenn du Felissilvestris vorwirfst nicht wirklich auf die Argumente der Gegner einzugehen, dann möchte ich von dir aber wissen, was das ist was du hier veranstaltest. Erst sprichst du ihm jegliche Ahnung ab, auch wenn er Seitenlang vernünftig argumentiert und man merkt, dass da mehr dahinter steckt auch wenn man nicht seiner Meinung ist und dann kommst du hier mit so nem Krawallvideo dasabsolut nichts mit dem ganzen Thema zu tun hat.
Ich habe Ihm nicht vorgeworfen, nicht auf die Argumente der Gegner einzugehen, sondern, dass er mE nicht mehr im Stande ist, die Situation aus derren Sicht wahrzunehmen. Das ist für mich ein kleiner aber feiner Unterschied. Versucht habe ich anfangs, aufzuzeigen, warum die Proteste so ausarten und dass das eben nicht an irgendwelchen Werbeargenturen liegt, sondern an der Unfähigkeit der politischen Vertreter vor Ort. So, wie es jetzt auch die FAZ gut aufzeigt:

Filbinger hält es für dringend erforderlich, die ICE-Strecke von Stuttgart nach Ulm zu bauen. Aber ihm ist die Gigantomanie des Projekts fremd, der unbedingte Wille, die Gleise für viel Geld durch die Stadt zu verlegen und in die Hänge Tunnel zu treiben. Wahrscheinlich wäre er ein zufriedener Stuttgarter Bürger und auch ein zufriedener CDU-Mann, wenn die anderen Politiker mal mit ihm vernünftig gesprochen hätten.

Es fällt auf, dass zu den Politikverdrossenen im Stuttgarter Talkessel auch viele Unternehmer, Professoren oder Intellektuelle gehören, die gebildet genug sind, um nicht alles, was schief läuft, auf typisch deutsche Weise den Parteien in die Schuhe zu schieben. Aber Projekte, die von der Rathausspitze einfach verordnet werden, wollen die Bürger nicht mehr.

FAZ

Ich musste allerdings irgendwann merken, dass es mühsam ist, mit Ihm zu diskutieren. Selbst wenn man Ihm, wie mit der Strab einmal die Unbegründetheit seines Vorwurfs aufzeigt. An einer Lösung der derzeitigen Problematik ist er ebenfalls nicht interessiert, weil der Status Quo das Optimum darstellt. Lediglich der Bürger ist unfähig, dies zu erkennen.

Das Krawallvideo habe ich eingestellt, damit man die Spannweite, in der eine solche Demonstration stattfinden kann, mal wieder vor Augen hat. Aber die Polizeiaktionen werden ja noch ein Nachspiel haben und ich bin schon gespannt, wie die Polizei diese letzendlich rechtfertigen wird. Nachdem Ihr derzeitiges Videomaterial den Einsatz des WaWe ab 11:50 Uhr nicht rechtfertigen konnte, da alle Aktionen, die sie bislang zeigten weit nach 11:50 stattfanden, werden sie sich wohl was neues einfallen lassen müssen. Jetzt werden die Aktionen der Demonstranten wohl noch minutiöser zu suchen sein. Sonst steht die Staatsmacht noch dämlicher da, als es jetzt schon der Fall ist. Der bislang videomäßig erfasste, aber viel diskutierte Pfeffersprayeinsatz eines Demonstranten fand um 14:00 Uhr statt. Welcher Pfeffersprayeinsatz also um vor 11:50 Uhr, rechtfertigte die Polizeigewalt? Wenn man nachfolgende Quelle sich ansieht, drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass die Menschen dort die Gewalt zu erdulden hatte, weil die Polizei nicht adäquat vorbereitet war.

In der Annahme, man ziehe die Aktion rasch durch und „verteidige“ dann mit Wasserwerfern „nur noch“ den Bauzaun, orderte Stumpf zu wenig Polizisten.[...]

Die Bilder zeigen auch die Überforderung der Polizei. Nach einer Stunde ersetzten die Beamten ihre Barette durch Helme. 11.53 Uhr, kurz vor einer Pressekonferenz, bekommt Stumpf den Anruf des örtlichen Einsatzleiters: Die Demonstranten würden Pfefferspray benutzen, die Lage eskaliere, der Weg, auf dem die zehn schweren Baufahrzeuge fahren sollten, sei nicht frei zu bekommen. Was tun? Man brauche mehr Polizeikräfte oder müsse mit Wasserwerfern, Schlagstock und Pfefferspray arbeiten oder müsse den Einsatz abbrechen. Stumpf will alles, nur das nicht.

Er gibt grünes Licht für den Einsatz von „Mehrzweckeinsatzstöcken“, schaltet dann das Handy ab. Um 12.17 Uhr geht der erste auf Demonstranten nieder. Der Beginn der Eskalation.
Suedkurier


Was letztendlich bei der Demo passiert ist, werden wir wohl nie komplett erfahren, weil beide Seiten an ihrer Version festhalten werden. Aus meiner persönlichen Demo-Erfahrung kann ich nur berichten, dass die Polizei sich zu 95 % richtig verhalten hat und immer auf Deeskalation aus war auch wenn es Provokationen etc gab.

Ich glaube, die Polizei wird nicht umherkommen, die Hosen runterzulassen.
Die Polizei bekommt definitiv immer mehr Probleme, an Ihrer Version festzuhalten. Jetzt müssen mE schon Kleinigkeiten herhalten für den Wasserwerfereinsatz. Die veröffentlichten Aufnahmen decken sich nicht mit den kommunizierten Gründen.

Wenn es den Demonstranten gelingt, zusätzlich noch einen Nachweis zu erbringen, dass der WaWe wirklich auf 20 Bar hochgeschraubt wurde, wird es noch haltloser, weil dies nur gemacht werden darf, wenn der WaWe angegriffen wird. Bei den Verletzungen, die einige der Demonstranten davongetragen haben. Augenhöhlenbogenbruch - wie bei Merte- liegt es nahe, dass dem wohl so war. Wie ein Angriff auf einen WaWe etzendlich dann aussieht kann man in dem von mir eingestellten Video sehen, welches ich gerade eben eingestellt habe. Ich für meinen Teil habe eine solche Aktion in Stuttgart nicht im entferntesten gesehen.

Deshalb halte ich den Einsatz in Stuttgart für unverhältnismäßig.

Bist Du vor Ort gewesen, oder sprichst Du von anderen Demonstrationen?
 
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