Sehe das etwas anders. Zu Beginn war die Stimmung mega gut (übrigens dank eines lautstarken Dauergesangs, den das ganze Stadion mitgesungen hat). Hab nicht mal mehr den Anpfiff und die Werbetafelgeräusche gehört. Da hatte man das Gefühl, jeder wusste, dass er heute ein bisschen mehr geben muss - weil das Spiel wichtig ist und weil die Ultras fehlen und wir das stimmungstechnisch irgendwie auffangen müssen. Bei so ner Stimmung als Spieler rauszugehen, pusht sicherlich enorm.
Das ist aber ziemlich schnell verpufft. Klar, der spielbezogene Support war da (Pfiffe bei Stuttgarter Aktionen, aufgeregtes Geschrei, "Geh", "Hau ihn um"...). Aber teilweise war es ziemlich still. Die meisten angestimmten Gesänge verstummten nach zwei Durchgängen. Ab und zu halte lautstark "Werder, Werder" durch das Stadion.
Nach dem 4:2 (spätestens 5:2) hatten wir Partystimmung. Da war es völlig egal, wer was angestimmt hat. Da wurde der Wiedener getanzt und alles andere was angestimmt wurde, ging auch durch. Selbst die VIP-Tribüne hat die Welle mitgemacht.
Ich behaupte aber mal, wenn der Spielverlauf ein anderer gewesen wäre und Stuttgart mit ein oder zwei Toren in Führung gegangen wäre, wäre nicht mehr viel gekommen. Und das ist der Zeitpunkt, wenn man sich drauf verlassen kann, dass die Ultras weiter Gas geben und der Zeitpunkt zu dem es sehr schwer ist, den Rest das Stadions zum Mitmachen zu animieren. Das ist der Zeitpunkt, wenn die Mannschaft uns braucht.
Ich habe mich häufiger dabei ertappt, dass ich zwischen dem 1:1 und dem Halbzeitpfiff gedacht habe, wie gut es wäre, wenn jetzt die Ultras da wären.
Mag sein, dass nur ich das so wahrnehme. Jedem gefällt ja was anderes, wenn er im Stadion ist. Ich möchte die Ultras jedenfalls nicht missen. In schlechten Phasen sind ihre "Dauergesänge" enorm wichtig.