Erst die letzten 20 Minuten haben die Ultras begriffen, dass das Geschehen auf dem Platz das Wesentliche ist, nicht ihr nach Programmschema vorgetragener, so unfassbar nervtötender, mit dem Spielgeschehen in keinem Zusammenhang stehender "Ultravision-Songcontest"! Das Spielgeschehen auf dem Platz und der "Songcontest" waren zwei aneinander vorbeilaufende Veranstaltungen am selben Ort.
70 Minuten lang diese jedwede Stimmung tötenden Galeerengesänge, die das Restpublikum einschläfern, Schlangen hypnotesieren könnten und die Spieler vermutlich annerven. Darunter zu Beginn 10 Minuten lang ein Dauer-Sing-Sang-Song am Stück mit den Wörtchen "Macht" und "lalala". Heimspielmacht erzeugt dieser unmöglich, aber mit Gewissheit gähnende Langeweile. Mit leidenschaftlicher Fußball bzw. SPIELGESCHEHEN bezogener Atmosphäre hat die heutige Fankurvenkultur nahezu nichts mehr zu tun.
Da spielt eine Mannschaft in Unterzahl und bräuchte Unterstützung. Was passiert? Auf das Spielgeschehen bezogen 70 Minuten lang gar nichts. Die Ultras waren in diesen 70 Minuten nur Eventdarsteller ihrer selbst. Ich habe im Übrigen überhaupt nichts gegen Ultras. Ich beobachte hier lediglich das Ergebnis "Stimmung im Stadion".