Stimmung im Stadion

Brauchen wir ein neues speziell auf Werder zugeschnittenes Fankonzept?


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Es ist doch zum :kotz: das hier jeder nur am meckern sind und sich niemand hinstellt und sich drauf einlässt und mit macht, auch wenn es nur lalalalalala ist. Wenn es 5000 statt 500 singen ist das auch laut!
 
Es ist doch zum :kotz: das hier jeder nur am meckern sind und sich niemand hinstellt und sich drauf einlässt und mit macht, auch wenn es nur lalalalalala ist. Wenn es 5000 statt 500 singen ist das auch laut!

Ich reg mich auch immer auf. Aber was bringts. In unserer Kurve gibt es

- keinen Zusammenhalt
- nen Haufen ewig meckernder Leute
- Leute, denen das Spiel offensichtlich egal ist (90Minuten Handy in der Hand?!)
- Leute, die zu besoffen sind noch was vom Spiel mitzubekommen
- Leute, denen die Fahnen im Weg sind
- Leute, die von den Gesängen genervt sind
- Leute, die beim Anfeuern der eigenen Mannschaft ihr Maul nicht aufbekommen, aber wenn es darum geht andere Mannschaften (Scheiss HSV, Scheisse 04 etc) zu dissen und/oder eigene Spieler auszupfeiffen immer ganz vorn dabei sind und plötzlich, ja ganz plötzlich, reissen sie ihr Maul auf.

Ich glaube, selbst in München herrscht mittlerweile bessere Stimmung.
 
Meinst Du die selben Stadionsprecher, denen hier seit Jahren ständig vorgehalten wird, dass Stimmung ausschließlich von den Fans zu kommen hat und dass Stadionsprecher sich da nicht einzumischen sondern nur sachliche Ansagen zu machen haben? :grinsen:

wird das so diskutiert? Habe ich in der Tat noch nicht mitbekommen und sehe ich auch nicht so... warum sollte man vor dem Spiel supporten (s. Mannschaftsaufstellung) und währenddessen nicht? Macht für mich keinen Sinn!
Gruß, gsguitar
 
Ich reg mich auch immer auf. Aber was bringts. In unserer Kurve gibt es

- keinen Zusammenhalt
- nen Haufen ewig meckernder Leute
- Leute, denen das Spiel offensichtlich egal ist (90Minuten Handy in der Hand?!)
- Leute, die zu besoffen sind noch was vom Spiel mitzubekommen
- Leute, denen die Fahnen im Weg sind
- Leute, die von den Gesängen genervt sind
- Leute, die beim Anfeuern der eigenen Mannschaft ihr Maul nicht aufbekommen, aber wenn es darum geht andere Mannschaften (Scheiss HSV, Scheisse 04 etc) zu dissen und/oder eigene Spieler auszupfeiffen immer ganz vorn dabei sind und plötzlich, ja ganz plötzlich, reissen sie ihr Maul auf.

Ich glaube, selbst in München herrscht mittlerweile bessere Stimmung.

Du hast noch welche vergessen:

- Leute, denen das Spiel egal ist und für die nur die Stimmung zählt.
- Leute die anderen vorschreiben wollen, wie und wann sie zu supporten haben.
- Leute die nicht in erster Linie wegen der Stimmung, sondern wegen dem Spiel ins Stadion gehen, um dieses auch zu gucken.
- Leute, die nicht akzeptieren, dass es Leute wie letztgenannte gibt.

Und ich habe bestimmt auch noch welche vergessen.
 
Da muß ich Dich berichtigen: Wir waren in Mainz in der Tat krass stimmgewaltiger. Ich saß neutral zwischen den Fanblöcken und war angesichts der Mainzer Stille auch etwas überrascht. Generell finde ich den Auswärtssupport von den Werder-Fans oftmals sehr gut.

Gruß vom
Werder-Oldie

Oldie: Es reisen die Ultragruppen aus Bremen mit den selben Capos an die auch im Weserstadion am Megaphon stehen. Dazu kommen weitere Supportwillige aus der Region und dem Umfeld des Spielortes. Alle stehen geballt zusammen und bilden einen geschlossenen Block. Was fehlt ist das Familien- und Operettenpublikum aus den Logen, sowie aus dem Sparkassen Genießerblock. Es sind die selben Lieder, glaub es einfach.

Das ist eine nicht haltbare Prognose. Einmal bietet das heutige Stadion sicher bessere Voraussetzungen für erstklassige Stimmung als das alte Kurvernstadion der 80er.

Richtig, es bietet bessere Voraussetzungen die aber durch die geringere Zahl der Stehplätze aufgefangen werden.

Weiter wird irgendwann die heutige Ultrabewegung auslaufen, so wie früher andere Fanbewegungen anderer Art ausgelaufen sind. Was danach kommt, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es dann in der Kurve eine neue Bewegung, die wieder mehr das Spiel und seine Szenen in den Mittelpunkt seines Supports stellt, weniger die Selbstdarstellung, wie z. B. zur Zeit durch den Parallelevent "Ultravision-Songcontest", der eben eine Liederauswahl zum Mittelpunkt hat, nicht aber das Spielgeschehen.

Vielleicht kehrt ja sogar die Standarte wieder in die Kurve zurück, wer weis das schon? Ich finde es jetzt zur Zeit nicht soooo schlecht.

Das ist zum einen polemischer, realitätsferner Unsinn - ohne jedweden Beleg.

Ich kann das sehr gut beurteilen, kannst du glauben

Zum andern widerspricht das Deiner Feststellung, dass die Stimmung in den 80ern offensichtlich besser war. Mit schlechter drauf gewesenen Fangruppen geht genau das nicht.

Die zusammensetzung des Publikums war anders, es gab mehr junge Leute, weniger Familien, keine Logen, mehr Stehplätze, keine Erfolgsfans, weniger Anspruchsdenken. Hast du früher mal bei den Vahraonen, Hermannsburg den Wölfe usw.. gestanden? Kennst du das alte Hullmanntor?

Sicherlich hat es sich stark gewandelt. Es zieht aber vor allem nicht mehr mit, weil es rein gar nichts mit dem heutigen Dauer-Sing-Sang, der nie etwas mit dem Spielgeschehen auf dem Platz zu tun, anfangen kann. Das sehen sogar viele Ultras so. Nur ändern will man es offenbar nicht. Der Sing-Sang fruchtet ja schon seit quälend langen vier, fünf Jahren nicht, übrigens nicht nur in Bremen, sondern in fast allen Stadien.

Es zieht niemand mit weil der Funke vom Rasen nicht überspringt. Ab 5:0 werden alle munter.

Das stimmt auffallend. Aber den überall gleichen Dauer-Sing-Sang singen immer ausschließlich UItras. Das sind dann je nach Verein allenfalls zwischen 5 und 10 % eines Stadionpublikums. Der große Rest von 90-95 % will eben keinen Dauer-Sing-Sang.

Und was eben Stimmung ist, ist eine Frage der Definition. Für Ultras ist es der Gesang über 90 Minuten. Nur für die überwältigende Mehrheit der anderen 90-95 % stellt diese Form keine Stimmung dar. Für viele wiederum aus dieser 90-95 % sind die Dauergesänge über die Jahre sogar eher noch immer nervtötender geworden.

Übrigens, eine Form des Dauer-Sing-Sang gab es auch in den 70ern, 80er nund 90ern. Nur der hatte dann aber auch einen konkreten Anlass aus dem Spielgeschen heraus (Oh wie ist das schön ...)!

Achte einfach nicht darauf was andere, zb. die Ultragruppen machen.
Niemand ist dazu da andere zu bespaßen. Wenn du einen Anlaß siehst, fang einfach an.
 
Du hast noch welche vergessen:

- Leute, denen das Spiel egal ist und für die nur die Stimmung zählt.
- Leute die anderen vorschreiben wollen, wie und wann sie zu supporten haben.
- Leute die nicht in erster Linie wegen der Stimmung, sondern wegen dem Spiel ins Stadion gehen, um dieses auch zu gucken.
- Leute, die nicht akzeptieren, dass es Leute wie letztgenannte gibt.

Und ich habe bestimmt auch noch welche vergessen.

Mag sein, dass ich über das Ziel hinausgeschossen bin, ich war heute morgen echt noch verdammt sauer wegen dem WE. Jeder soll ja so machen, wie er meint. Aber wenn ich 90Min mit meinem Handy beschäftigt bin, während des Spiels, wieso geh ich dann ins Stadion? Ich versteh es nicht.
 
Mag sein, dass ich über das Ziel hinausgeschossen bin, ich war heute morgen echt noch verdammt sauer wegen dem WE. Jeder soll ja so machen, wie er meint. Aber wenn ich 90Min mit meinem Handy beschäftigt bin, während des Spiels, wieso geh ich dann ins Stadion? Ich versteh es nicht.

Ich persönlich auch nicht. Ich gehe hin um das Spiel zu sehen. Du wirst allerdings eher wegen der Stimmung hingehen. Andere vielleicht, um währenddessen die ganze Zeit mit Bekannten über das Spiel zu simsen. Es muss einfach jeder selber wissen, auch wenn ich das ebenfalls nicht verstehen kann. Dafür kann ich nicht verstehen, warum andere in erster Linie ins Stadion gehen um Stimmung zu machen, wie die mich wieder nicht verstehen können, warum ich in erster Linie nur zum Fußball gucken da bin.
 
Es sind nicht die Ultras. Es ist die gesamte Kurve die Stimmung zu machen hat. Was meinst du denn warum es so ruhig ist? Die Ultras geben ihr bestes um die Leute mitzunehmen in der Stimmung.
Die Bereitschaft der Leute fehlt einfach.

Kleine Korrektur: Nicht nur die Ultras, nicht nur die Kurve, sondern alle Heimfans sollten Stimmung machen.
Letzte Saison gegen Kaiserslautern saß ich in der West, da ging das mittendrin richtig ab, weil ein Junggeselle, der seinen Abschied feierte im HSV-Trikot (btw: fiese Aktion ;D), einfach anfing zu singen: "Steht auf wenn ihr Bremer seid". Da standen einige, mehr von solchen Aktionen pushen die Mannschaft. Letzte Saison haben auch mehr Sitzer mittendrin bei Liedern angefangen zu klatschen. Das war ne tolle Stimmung. Ich will sowas wieder.
 
Also, ich erlebe es sehr oft (gut, das letzte Mal im Stadion ist schon etwas her, es war gegen Vizekusen, aber bis dahin stimmt es), die Ultras starten einen Sing Sang oder ein Aktion, die mal anders ist, aber mitmachen mag in der Ost kaum einer, gerade mal 5-6 Reihen oder schlimmstenfalls 10 Personen lassen sich mitreißen ... Ich weiß nicht, warum da keinerlei Bereitschaft ist, sich am Support zu beteiligen - den Eindruck, es besteht ein Missverhältnis zwischen Ultras und Fans, habe ich nicht - eher ist das Publikum da eher mit anderen Dingen beschäftigt, Quatschen, Simsen, Fotos / Videos mit dem Handy machen, Bier / Softdrinks trinken, Ausschau nach dem Biermann halten usw. ... Allerdings sind das viele jüngere Werder-Fans oder Pärchen bzw. auch einige Familien, denen es wohl eher um das Event ankommt - als auf Stimmung ... Überhaupt habe ich oft auch den Eindruck, neben den Dauerkarten und den Ultras sind da viele Personen, die nicht jedes Spiel dabei sind ...

Die Stimmung im Stadion habe ich selten insgesamt wahrnehmen können, dazu machen die Ultras zu viel Krach neben mir ...
 
09.04.2013 - Ans Publikum...!


Bevor jetzt wieder einige mit Schaum vor’m Mund auf die Tastatur hauen:
Es geht ausnahmsweise nicht darum, ob man für oder gegen Thomas Schaaf, die Mannschaft, das Präsidium sein sollte… es geht um Euch. Es geht um das Publikum.
Da nimmt ein verunsichertes, von Ausfällen gebeuteltes und seit 6 Spielen siegloses Team gegen eine Spitzenmannschaft ihr Herz in der Hand und spielt die beste erste Halbzeit des Jahres 2013. Mit anderen Worten: Sie spielen genauso, wie es all die Kritiker immer fordern. Die Reaktion der Kritiker im Stadion auf das, was da vor ihren Augen stattfindet: Teilnahmslosigkeit (Im WAHRSTEN Sinne des Wortes).
Ende der Halbzeitpause. Die Mannschaft, die in der 1. Halbzeit nur mit viel Pech die verdiente Führung verpasst hat und nun in den verbliebenen 45 Minuten möglichst genauso fokussiert den Führungstreffer erzwingen muss und dafür maximale Unterstützung benötigen würde (wir wissen ALLE wie es laufen muss, damit ein Team sich in einen Rausch spielt oder zumindest eine Art Flow entwickelt), betritt das Feld. Reaktion: Gelangweilte Bisse in die Stadionwurst. Der Stadionsprecher vermittelt den Zuschauern, dass die Mannschaft genau jetzt nach dieser ersten Halbzeit, bei diesem Spielstand und dieser kritischen Lage ihre Unterstützung gebrauchen könnte. Reaktion: Völlige Indifferenz.
Das Bremer Publikum kotzt mich nur noch an. Es fordert Leistung und Einsatz, glänzt aber mit genau der Attitude, die sie Spielern und Trainer unterstellen!
Zweite Halbzeit. Luki macht diese beiden grauenhaften Fehler. Und ja, jeder Zuschauer hat in dem Moment mein solidarisches Verständnis, wenn er gequält aufstöhnt und deprimiert die Hände über’n Kopf zusammenschlägt. Noch mehr solidarisches Verständnis meinerseits wäre ihm sicher, wenn er sich dann den Mund abwischen und seine geschockte Mannschaft jetzt erst Recht unterstützen würde.
Stattdessen tropft der Geifer. 60 Minuten kollektive Agonie sind auf einen Schlag vergessen und mit geradezu südländischem Furor wird alles lautstark verdammt, was mit Mannschaft und Trainer im Speziellen sowie dem Verein im Allgemeinen zu tun hat. Und mich beschlich das Gefühl, dass so mancher Zuschauer auf diesen Moment geradezu gewartet hatte, ja geradezu erleichtert wirkte, jetzt endlich wieder die Emotionen ausleben zu dürfen, welche ihm wohl am Vertrautesten zu sein scheinen.
Und genau das lässt mich verzweifeln! Diese unsägliche Destruktivität, die vorgibt, den Finger in die Wunde zu legen, sich aber doch nur an sich selber berauscht und darauf hinarbeitet, genau die Konstellationen selber zu erzeugen, die sie doch eigentlich kritisieren bzw. verhindern wollen!!!
Zuhause habe ich da etwas sachliche Distanz, aber im Stadion bin ich einfach zu emotional und könnte gleichzeitig heulen und allen in die Fresse hauen! Wenn ich mich umblicke und diese Indifferenz in den Gesichtern sehe!! Dieselben Gesichter, die vorgeben, dass ja alles ganz schrecklich ist mit ihrem Verein, kümmern sich einen Scheißdreck, wenn die Mannschaft aufs Feld läuft und nach einer - all der Verunsicherung zum Trotz - großartigen ersten Halbzeit gerade jetzt Feedback vom Publikum braucht, dass das wahrgenommen wurde und man jetzt bei der Mannschaft ist!!! Wer das nicht kapiert, soll nicht mehr ins Stadion gehen. Dann brauchen Fußballmannschaften auch kein Publikum mehr und wir können das Ganze auch auf einer Bezirkssportanlage erledigen!

Aber ich höre es dann schon wieder:
"Diese Mannschaft muss sich meine Unterstützung erst verdienen!"
Zum Kotzen! Das sagen dieselben Spacken, die 2005 beim Durchschnittsspielstand von 3:0 sich übers Wetter, den Chef und darüber, wer das nächste Bier holt unterhalten haben und maulig wurden, wenn mal 30 Minuten kein weiteres Tor fiel... anstatt sich über diese wunderbaren Zeiten zu freuen...
Es macht mich alles so müde. Nicht die Mannschaft und der Trainer, obwohl mich diese Niederlagen fast schon depressiv nach Hause schleichen lassen. Aber das kann ich aushalten. Nicht mehr aushalten kann ich das Publikum. Ich schäme mich fremd.

Nur noch eins: Man stelle sich einfach mal vor, die Mannschaft wäre zur Halbzeit mit tosendem Applaus in die Kabine verabschiedet worden. Zur zweiten Halbzeit wäre das ganze Stadion aufgestanden und hätte „Werder! Werder!“ gerufen. Vielleicht hätten wir dennoch ein Gegentor kassiert. Vielleicht auch nicht. Aber nach dem Gegentor steht wieder das ganze Stadion auf und feuert die Mannschaft an. Vielleicht hätten wir dennoch verloren. Aber ich weiß, wie ich mich als Spieler gefühlt hätte. Und ich wüsste als Fan, der auch an den guten Zeiten gerne partizipiert hat, dass ich in diesen schlechten Zeiten zumindest alles mir mögliche beigetragen hätte, um gemeinsam aus der Scheiße rauszukommen.
Ach ich verga߅ „gemeinsam“ gibt es ja nur in guten Zeiten. In schlechten Zeiten sind wir ja nur noch Kunden, die für ihr Geld auch Leistung und Erfolge sehen wollen.

Und noch eins: Bevor mir jemand blinde Nibelungentreue zum Verein unterstellt, kann er sich gerne mein damaliges Statement zum Wiesenhof-Desaster reinziehen.


Fernando, EISEN Bremen

Den Beitrag finde ich klasse!

Sollte man mal drüber nachdenken!

Er stammt aus einem Blog - Fishirts - Als E-Mail erhalten...
 
Ja, das ist gut geschrieben.

"Wenn ich mich umblicke und diese Indifferenz in den Gesichtern sehe!! Dieselben Gesichter, die vorgeben, dass ja alles ganz schrecklich ist mit ihrem Verein, kümmern sich einen Scheißdreck, wenn die Mannschaft aufs Feld läuft und nach einer - all der Verunsicherung zum Trotz - großartigen ersten Halbzeit gerade jetzt Feedback vom Publikum braucht, dass das wahrgenommen wurde und man jetzt bei der Mannschaft ist!!! Wer das nicht kapiert, soll nicht mehr ins Stadion gehen. Dann brauchen Fußballmannschaften auch kein Publikum mehr und wir können das Ganze auch auf einer Bezirkssportanlage erledigen!"

Genau deshalb kann ich es auf den Sitzplätzen nicht ertragen. Man ist den Nörglern dort völlig ausgeliefert.

Noch ein Dank an die Bremen Crew für die Mühe und die Arbeit mit der Choreo!
 
Fast alle Argumente, die in den letzten Seiten aufgeführt wurden, sind irgendwie zutreffend und maßgeblich für die Stimmung verantwortlich.

Ein Hauptgrund für die schlechte Stimmung ist für mich nach wie vor der nicht spielbezogene Support der Ultras und die Trommeldauerbeschallung mit einlullenden und galeerenartigen Dauergesängen, die jedwede andere Form der Unterstützung nicht möglich macht und viele Fans einfach nur runterzieht.

Vor dem Einzug der Ultrabewegung in Bremen wurde die Stimmung per se nicht von großen Gruppen koordiniert, sondern von allen Fans in der Ostkurve (rechts neben der Anzeigetafel). So war es durchaus möglich, dass ein einzelner Fan in einem günstigen und ruhigen Moment etwas anstimmte und wenn das Angestimmte bei den Fans in der unmittelbaren Umgebung des einzelnen Fan Einklang fand, dann wurde es von den übrigen Fans übernommen und entfachte sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Ostkurve. Mit dem Einzug der Ultrabewegung zählt nicht mehr das Motto "jeder Fan darf mal ran", sondern nur noch "Gruppierung XY ist immer dran", weshalb es diesen ruhigen und günstigen Moment für den stinknormalen Fan nicht mehr gibt, da mittlerweile während des gesamten Spiels die 9-12 Dauergesänge in der Endlosschleife abgespult werden und das Anstimmen eines anderen Liedes dadurch unterbunden wird. Ausnahme sind z. B. die Werder, Werder Rufe nach einer Großchance, weil dann auch er Oberrang mitspielt.

Zudem hat sich der Supportanspruch der Bremer Ultraszene in den vergangenen Jahren geändert. Die damalige Eastside hatte damals eher den Anspruch möglichst viele Lieder zu bringen und möglichst das ganze Repertoire abzuspielen, auch ist die ES mehr auf das Spielgeschehen eingegangen und versuchte die gesamte Kurve zu erreichen. Die jetzigen Bremer Ultragruppierungen wollen eher durch eigene selbst entwickelte Lieder und Kreativität auffallen, um sich vom Rest Ultradeutschland abzuheben und dieses Programm wird weitestgehend ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen. Das ist jedenfalls mein Eindruck.....
 
Ich finde dieser Abschnitt am Schluss in Fernandos Beitrag zeigt doch genau, wie es sein sollte:

Nur noch eins: Man stelle sich einfach mal vor, die Mannschaft wäre zur Halbzeit mit tosendem Applaus in die Kabine verabschiedet worden. Zur zweiten Halbzeit wäre das ganze Stadion aufgestanden und hätte „Werder! Werder!“ gerufen. Vielleicht hätten wir dennoch ein Gegentor kassiert. Vielleicht auch nicht. Aber nach dem Gegentor steht wieder das ganze Stadion auf und feuert die Mannschaft an. Vielleicht hätten wir dennoch verloren. Aber ich weiß, wie ich mich als Spieler gefühlt hätte. Und ich wüsste als Fan, der auch an den guten Zeiten gerne partizipiert hat, dass ich in diesen schlechten Zeiten zumindest alles mir mögliche beigetragen hätte, um gemeinsam aus der Scheiße rauszukommen.
Ach ich vergaß… „gemeinsam“ gibt es ja nur in guten Zeiten. In schlechten Zeiten sind wir ja nur noch Kunden, die für ihr Geld auch Leistung und Erfolge sehen wollen.



Wenn ich mir jedoch die Reaktionen des Publikums im Werder-Talk gestern abend anschaue und auch die Kommentare während der Sendung im Netz, dann wundert mich das nicht. Applaus und Zustimmung gabs nur, wenn Spieler und Verantwortliche kritisiert wurden. Dann kamen die Emotionen direkt hoch. So scheint es im Stadion ja auch zu sein. Bei negativen Erlebnissen schäumt die Fanseele vor Wut.
Nach dem Spiel und einer enttäuschenden Niederlage kann ich Pfiffe ja noch verstehen, aber wenn man bedenkt in welcher Lage wir uns befinden, dann sollte man die Mannschaft während des Spiels doch wirklich nach vorne peitschen. Und eine erste Halbzeit wie gegen Schalke sollte dann auch honoriert werden.
Es ist sicher unangebracht den völligen Einbruch des Teams nach den Gegentoren auf die mangelnde Unterstützung von den Rängen zu reduzieren. Aber ich bin mir sicher, dass das Team weiterhin wollte und einfach vom Kopf her nicht mehr konnte. Wenn dann das ganze Stadion nochmal zusammen angefeuert hätte, trotz allem verständlichen Frust über Luki's Fehler, dann wäre das sicher auch nochmal auf den Rasen übertragen worden.
Ich habe vollstes Verständnis für enttäuschende, kritische Fans nach den Heimspielen gegen Freiburg, Augsburg, Fürth und Schalke. Aber gerade jetzt hätte man doch als Fan die ideale Gelegenheit den Verein, den man liebt, nochmal richtig zu puschen und zum Nichtabstieg beiztragen.
Es ist ja nicht umsonst oft so, dass Mannschaften sich in der Krise auswärts leichter tun. Wie wir aktuell ja auch. Die Angst vor dem Versagen ist zuhause einfach größer. Und genau diese Angst, könnten die Fans doch etwas lindern.
 
Es ist ja nicht umsonst oft so, dass Mannschaften sich in der Krise auswärts leichter tun. Wie wir aktuell ja auch. Die Angst vor dem Versagen ist zuhause einfach größer. Und genau diese Angst, könnten die Fans doch etwas lindern.

Das Problem ist einfach die Erwartungshaltung vieler.
Die CL-Jahre sind noch viel zu sehr in den Köpfen verankert. Dass diese Zeit mehr eine Ausnahme als alles anderes darstellt, scheint schwer zu realisieren zu sein.
 
Zitat von Hansestädter;2644346:
So war es durchaus möglich, dass ein einzelner Fan in einem günstigen und ruhigen Moment etwas anstimmte und wenn das Angestimmte bei den Fans in der unmittelbaren Umgebung des einzelnen Fan Einklang fand, dann wurde es von den übrigen Fans übernommen und entfachte sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Ostkurve.

Kann ich nur bestätigen. Da versucht man Werder anzufeuern und fängt an Werder-Werder zu rufen, viele machen mit, aber der Vorsänger der Ultras ignoriert die Rufe völlig. Nicht einmal 2 Minuten später wird der Gesang angestimmt, nachdem einige Ultras mitgemacht und das übernommen haben. Das ist doch Käse.
 
http://www.youtube.com/watch?v=OLQveFTp0uY&NR=1&feature=endscreen

Ich finde, solche einfachen Gesänge wären einfach mal wieder angebracht. Es geht nicht darum, dass die Texte aktuell mir zu schwierig sind oder dies oder jenes. Ich persönlich finde es aber sehr gut, wenn man etwas anstimmen würde was sehr einfach wäre, wie dort z.B. Dann kommt es vlt. auch wieder. Wenn ich Auswärts Werder, Werder, Werder anstimme, machen viele um mich rum auch mit und ich stehe nicht direkt bei den WFC´s.

Ich weiss, vergleiche mit Dortmund oder Schalke gab es schon zu genüge, dennoch ist der Unterschied der, dass die Texte tatsächlich einfach sind und wenn es nur Heja BVB ist ;) Die Leute machen mit.

Ich denke, sowas brauchen wir mehr denn je.
 
Zitat von Hansestädter;2644346:
Fast alle Argumente, die in den letzten Seiten aufgeführt wurden, sind irgendwie zutreffend und maßgeblich für die Stimmung verantwortlich.

Ein Hauptgrund für die schlechte Stimmung ist für mich nach wie vor der nicht spielbezogene Support der Ultras und die Trommeldauerbeschallung mit einlullenden und galeerenartigen Dauergesängen, die jedwede andere Form der Unterstützung nicht möglich macht und viele Fans einfach nur runterzieht.

Vor dem Einzug der Ultrabewegung in Bremen wurde die Stimmung per se nicht von großen Gruppen koordiniert, sondern von allen Fans in der Ostkurve (rechts neben der Anzeigetafel). So war es durchaus möglich, dass ein einzelner Fan in einem günstigen und ruhigen Moment etwas anstimmte und wenn das Angestimmte bei den Fans in der unmittelbaren Umgebung des einzelnen Fan Einklang fand, dann wurde es von den übrigen Fans übernommen und entfachte sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Ostkurve. Mit dem Einzug der Ultrabewegung zählt nicht mehr das Motto "jeder Fan darf mal ran", sondern nur noch "Gruppierung XY ist immer dran", weshalb es diesen ruhigen und günstigen Moment für den stinknormalen Fan nicht mehr gibt, da mittlerweile während des gesamten Spiels die 9-12 Dauergesänge in der Endlosschleife abgespult werden und das Anstimmen eines anderen Liedes dadurch unterbunden wird. Ausnahme sind z. B. die Werder, Werder Rufe nach einer Großchance, weil dann auch er Oberrang mitspielt.

Zudem hat sich der Supportanspruch der Bremer Ultraszene in den vergangenen Jahren geändert. Die damalige Eastside hatte damals eher den Anspruch möglichst viele Lieder zu bringen und möglichst das ganze Repertoire abzuspielen, auch ist die ES mehr auf das Spielgeschehen eingegangen und versuchte die gesamte Kurve zu erreichen. Die jetzigen Bremer Ultragruppierungen wollen eher durch eigene selbst entwickelte Lieder und Kreativität auffallen, um sich vom Rest Ultradeutschland abzuheben und dieses Programm wird weitestgehend ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen. Das ist jedenfalls mein Eindruck.....

Früher ging die Stimmung auch meistens von den alten Fanclubs wie den Ossis, Vahraonen, Suburbian Devils, Pegasus usw. aus. Es waren allerdings mehr Schlachtrufe und einige wenige kurze Lieder wie "Von der Elbe bis zur Isar" oder go West: "Ole, jetzt kommt der SVW..." dazwischen gab es große Pausen und Lücken.
Die aktive Werderszene war immer ziemlich übersichtlich und wenn viele Gästefans da waren konnte man nur den Kopf einziehen.
Ich sehe die größere Veränderung eher beim "normalen" Zuschauer der einfach so zum Spiel kommt. Hier ist man nicht bereit die Mannschaft verbal zu unterstützen. Die Zeiten haben sich geändert und viele schämen sich vielleicht auch Emotionen zu zeigen oder zu singen.
Wenn die Mannschaft wieder erfolgreicher spielt wird wird das sicher wieder besser.
Wenn man die Ost allerdings ohnehin nicht hört kann man sich auch nicht gestört fühlen und etwas eigenes anstimmen. Die 500 Leute wird man sicher übertönen können.

Mir gefällt auch nicht alles was die Ultragruppen anstimmen, doch gibt es eine Alternative als diejenigen zu unterstützen die überhaupt noch singen wollen?
Kann sich noch jemand an das Spiel gegen Tottenham oder die Bayern erinnern? Wie war das als die Ultras geschwiegen haben?
 
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