Es gibt Niederlagen, über die man sich nicht großartig aufregen kann, entweder, weil man sie erwartet hat, oder weil es um nichts ging oder aus irgendeinem anderen Grund. Die Niederlage von gestern hingegen ist wirklich bitter, nagt auch heute noch sehr. Sie nagt nicht unbedingt, weil man gegen Freiburg verloren hat, welches seit ungefähr zwölf Jahren nicht mehr gegen Werder hat gewinnen können und sie nagt auch nicht unbedingt, weil es ein Heimspiel gewesen ist. Viel mehr ist diese Niederlage so bitter, weil man es wieder einmal nicht geschafft hat, so eine Steilvorlage zu verwerten und einen Big Point zu landen. Denn: Hätte man das Spiel gegen Freiburg gestern gewonnen, wäre man punktgleich mit diesen gewesen und hätte noch alle Chancen gehabt, einen Europa-League Platz zu erreichen. So trennen Werder und die Europa-League schon sechs Punkte, nächste Woche werden es vorraussichtlich neun sein, da ich mir für das Spiel in München nicht viel ausrechne. Und neun Punkte sind schon ein konfortabler Vorsprung, vor allem wenn man bedenkt, wie viele Teams noch zwischen Freiburg und Werder stehen und ebenfalls lauern und wenn man bedenkt, wie unkonstant Werder auch in dieser Saison spielt. Langsam muss man sich mit dem Gedanken, Werder auch nächste Saison in keinem internationalen Wettbewerb zu sehen, abfinden. Das ärgerliche an der Partie gestern war im Übrigen auch nicht das Pech, welches man im Abschluss und bei der zweifelhaften Elfmeterentscheidung gehabt hat, sondern viel mehr die Tatsache, dass man zurück ins alte Muster gefallen ist und sich die Probleme, im Gegensatz zu den Spielen zuvor, wieder gehäuft haben. Diese Saison wird man irgendwo im grauen Mittelmaß beenden, weshalb man sie noch nutzen sollte, um an der Abstimmung zu arbeiten.