Gute Beschreibung des Spiels:
Ich muss aber auch sagen, dass dieses Spiel von der Stimmung her mit so gut wie nichts vergleichbar war. Das war schon am Limit, wie uns in Genua der Hass entgegenschlug. Da stockt einem manchmal der Atem. Trotzdem: Das war nicht der Grund, aus dem wir schlecht in die Partie gekommen sind. Es lag auch am Gegner, denn Sampdoria hat schließlich erst mit der Leistung der Mannschaft dafür gesorgt, dass die Stimmung so intensiv war. Man hat sofort gemerkt: Die spielen, als hätten sie absolut nichts zu verlieren, sie haben über nichts nachgedacht und nicht überlegt.
In gewisser Weise wurde das dann auch ihr Problem hinterher. Man beobachtet dieses Phänomen ja oft, dass eine Mannschaft etwas schafft, was sie so schnell gar nicht erwartet hatte, und dann plötzlich nicht mehr genau weiß, was sie tun soll und wie sie jetzt spielen muss. Denn natürlich schwirren einem auch während eines Spiels Gedanken durch den Kopf, man rechnet und überlegt, welches Ergebnis man braucht.
Das konnte man gut beobachten, als das 3:0 fiel. Wir haben uns zum Beispiel alle kurz angesehen und überlegt, ob sich überhaupt etwas verändert hatte für uns. Hatte es aber eigentlich nicht - wir brauchten weiterhin nur ein Tor. Die Italiener aber haben in diesem Moment geglaubt, das Spiel wäre entschieden. Das wurde deutlich, als sie nach unserem ersten Tor alle zu Boden sanken. Und man konnte es auch in der Verlängerung merken, denn da waren sie platt - und zwar gar nicht mal in erster Linie körperlich. Sie waren einfach mental ausgelaugt, und sowas wirkt sich sofort auf den Körper aus.
Merte auf seiner Homepage