Quelle: TV
Tor
Nico Pellatz: Sichtlich nervös agierte doch zumeist ordentlich. Wenn es auch beim 2:2 schlecht aussah, geht das Tor nicht auf seine Kappe. Spielte gut, beim ersten Gegentor schuldlos; ordentliches Stellungsspiel. 3,5
Abwehr
Schwamm am Ende von Hz. 1 ganz gewaltig. Leistete sich sich auch in der stärkeren Hz. 2 noch eine Reihe von Abstimmungsschnitzern, die dann aber glücklicherweise noch ausgebügelt werden konnten. Gerade die IV muß konzentrierter bleiben.
Clemens Fritz (bis 34.): Ließ sich mehrfach überlaufen. Erst seine Passivität gegen Schäfer ermöglichte den Anschlußtreffer von Dzeko. Auch wenn einige Aktionen gelungen waren, war er niemals Herr der Lage. Seine Dauerkrise ist merkwürdig. 4,5
Sebastian Boenisch (ab 34.): Kam für den angeschlagenen Fritz, wußte sich aber nicht so richtig besser zu präsentieren. Er hatte ziemliche Probleme mit dem Tempo der Wolfsburger Stürmer. Für meinen Geschmack agiert er zu unkonstant. 4,5
Nach berechtigten Widerspruch zweier User muß ich diese Bewertung ändern. 3,5
Per Mertesacker: Seltsam schlechte Abstimmung mit Naldo, dazu der Schnitzer, der zum Ausgleich führte. Von seinen eigentlichen Stärken, der guten Spielübersicht und gutem Stellungsspiel, war nichts zu sehen. Setzte, für ihn atypisch, ein in der Situation dennoch wichtiges "Zeichen", das ihm zu Recht eine Gelde Karte einbrachte. 4,5
Naldo: Ließ sich von der allgemeinen Unordnung anstecken, stemmte sich aber dagegen. Einige sehr wichtige gelungene Tacklings. Überflüssig seine Frust-Gelbe-Karte. Muß sich dringend mal wieder mit Mertesacker zusammensatzen, damit sie zu der Abstimmung finden, die sie schon mal gezeigt haben. 4
Petri Pasanen: Der einzige Verteidiger, der auf internationalem Niveau agierte. Präsentierte sich fehlerfrei; über seine Seite gelang Wolfsburg mehr oder weniger gar nichts. Dazu mit einem perfekten Zusammenspiel mit Özil (weshalb TS ihn vermutlich trotz Boenischs Einwechslung auf der linken Seite beließ). Sein präzises Kurzpaßspiel hatte einen wesentlich Anteil daran, daß der Ball über die linke Bremer Seite so schnell lief, daß Pekarik nahezu beständig mit Özil überfordert war. 1,5
Mittelfeld
Offensiv traumhaft. Besser kann man das nicht spielen. Ließ es allerdings, als es die Abwehr bitterlich gebraucht hätte, etwas an defensiver Unterstützung vermissen.
Gut und konsequent wurde die unterschiedliche Interpretation der Außenspieler eingehalten: Jensen agierte deutlich defensiv, um Özils Vorstöße abzusichern.
Torsten Frings: Oft unauffällig, aber effektiv. Viele gute Spieleröffnungen, viele wichtige gewonnene Defensivduelle. Allerdings ließ er oft - für meinen Geschmack - etwas zu größe Löcher vor der IV entstehen, die die schnellen Wolfsburger Stürmer sehr gut zu nutzen wußten. 3
Daniel Jensen: Hielt sich zurück, damit das Bremer Spiel nicht zu offen wurde. Diese taktische Disziplin, die im Bremer Team mintunter fehlt, ist lobend horvorzuheben. Die Abstimmung mit beiden RV war allerdings optimierbar - zu oft sahen sich er oder der RV allein mit zwei Gegenspielern gegenüber. (Was nicht allein seine Schuld war.) 3
Mesut Özil (bis 86.): In Hz. 1 bester Bremer. Mit einem schier unglaublichen Aktionsradius, half defensiv aus, war ballsicher, inszenierte das Angriffsspiel über die linke Seite. Allerdings mußte er diesem großen Aufwand in Hz. 2 Tribut zollen, als ihm sichtlich die Kraft ausging. Für meinen Geschmack blieb er zu lange auf dem Feld. In Summe: 2
Alexandros Tzilolis (ab 86.): Sollte die Führung über die Zeit bringen. Tat das, ohne aufzufallen. Ordentlicher, aber auch wenig aufschlußreicher Auftritt zu einem Zeitpunkt, als alles schon gelaufen war.
Diego: Toller Schuß zur Führung, sicherer Strafstoß zur erneuten Führung. Das ist eine wichtige (Nerven-)Stärke, die ihn wertvoll macht. Leider einmal zu Unrecht des Abseits bezichtigt - das hätte sein drittes Tor sein können. Ständig in Bewegung war er eine ständige Gefahr. Zudem war er sich nicht zu schade, defensiv auszuhelfen. Dennoch spielte er sich deutlich zu oft im Zentrum fest, weil er den Ball nicht hergeben wollte. Das führte zu einer Reihe von Ballverlusten, die Konter der Wolfsburger ermöglichten. Deshalb nur 2
Sturm
Mit einer sehr zweigeteilten Leistung. Rosenberg und Pizarro harmonierten zu keinem Zeitpunkt des Spieles, worunter Pizarro sichtlich litt. Dennoch: sie zogen die Aufmerksamkeit der Wolfsburger Abwehr in ausreichendem Maße auf sich, daß die Torgefährlichkeit von Özil und Diego zum Tragen kam.
Markus Rosenberg (bis 68.): Ihm gelang so ungefähr gar nichts. Falsche Laufwege verhinderten, daß die Konter ausgespielt werden konnten. Stand so konsequent im Abseits, daß er selten anspielbar war. Verlor nahezu jeden Ball im Zweikampft; wenn nicht, war sein Paß unpräzise. Seine Einsatzwille war hingegen vorbildlich. Wo der mitspielende, schußsichere Rosenberg seines ersten Bremer Halbjahres hin ist, ist nur zu mutmaßen. Seine größte Stärke, seine Schnelligkeit hat er nicht einmal nutzen können. Leider. 5
Hugo Almeida (ab 68.): Wußte sich im Wolfsburger Abwehrgewusel sehr gut zu behaupten. Brachte damit genau das fehlende Element in den Bremer Sturm. Guter Einsatz als Joker, ohne die letzte Brillanz. 2,5
Claudio Pizarro: Zwei Tore und zwei Vorlagen sprechen eine deutliche Sprache. Was aber besonders hervorzuheben ist, sind seine Wege, wenn er defensiv aushilft oder sich Bälle aus der eigenen Hälfte holt. Doch diese Qualität, im Mittelfeld auch als Ballverteiler zu agieren, ist wichtig, um die offensiven Stärken von Özil und Diego zum Tragen bringen zu lassen. Trotz der ausgelassenen Chancen in Hz. 1 ist das für mich eine klare Sache. 1