Das Problem in der aktuellen Diskussion ist halt, dass diese Preissteigerungen ziemlich aus dem Nichts gekommen sind. Jetzt kann man die Grundsatzdiskussion führen: Es ist seit vielen Jahren klar, dass Energiepreise, insbesondere fossile Energie, steigen werden. Wenn sich dann niemand darum kümmert (sei es aus Bequemlichkeit, sei es aus Ignoranz oder sei es aufgrund fehlender Möglichkeiten) und es dann plötzlich ein Problem gibt, so könnte man für die Diskussion schon fragen, wieso jetzt der Staat helfen soll wenn man sich jahrelang nicht selbst geholfen hat. Einerseits.
Klar ist das absehbar - aber was willste denn machen?
N Sparbuch anlegen für steigende Preise?
Andererseits: Mit den Reformen bis 2005 wurde von Menschen erwartet, dass sie flexibler sind bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes. Also notfalls umziehen oder eben pendeln weil man im 21. Jahrhundert nicht mehr erwarten kann, dass der Arbeitsplatz immer vor der Haustür ist. Und da seit 2005 Sanktionen drohen wenn man Arbeitslos geworden ist und keine Angebote annimmt, pendeln manche Menschen eben. Aber genau DIESE Gruppe, die politisch/gesellschaftlich fast schon gezwungen worden ist zu pendeln, um die geht es und da kann man mMn. nicht mit dem Zweitjob um die Ecke kommen.
Ja, es wird Flexibilität im Job verlangt und ist ja auch ok - problematisch wirds bei der verlangten Flexibilität des Wohnorts.
Nahezu jeder Wohnungswechsel ist mit höherer Miete verbunden, die ein ggfs. Plus beim Gehalt direkt wieder auffrisst.
Dazu kommt, im Familienfall, Betreuungsangebote, besonders von der Betreuungszeit - die hängen oftmals der Realität hinterher.
Die vielen anderen, da habe ich genau null Mitleid. Also die Leute mit "niedrigem" (ungleich minimal) Einkommen und zwei Autos, darunter ein SUV und ein Urlaub auf Mallorca pro Jahr, mal ganz platt gesprochen.
Auch hier kann man das nicht so pauschal sagen - auch wenn ich natürlich weiß, was du meinst

Aber solche Pauschalisierungen mag ich halt nicht-
Kenne auch welche, niedrige Einkommen, Kinder, 2 PKW (keine SUV) notwendig, da beide Vollzeit (so sehr Vollzeit halt geht bei unseren westlichen Betreuungszeiten in den Kindergärten) arbeiten - unterschiedliche Arbeitsorte + Schichten + Kinderbetreuung...
Urlaub in dem Sinne nicht! möglich.
Gibt eben immer solche und solche Fälle.
Und wir reden hier über Spritpreise.....was ist eigentlich, wenn die Spekulanten die selbe Nummer vor der nächsten Heizperiode durchziehen? Rufen wir dann wieder nach Gießkannen vom Staat, oder wollen wir nicht lieber mal die Märkte regulieren, immerhin betrifft eine (warme) Wohnung etwas, was in der Bedürfnispyramide ziemlich dominant ist...
In einem Staat, indem die Gesundheit (Ärzte, Sportanlagen, Schwimmbäder... der gesamte Bereich eben) der Bürger voll und ganz kapitalisiert abläuft, und wer Kohle hat deutlich besser dasteht und wer arm ist, wirklich am Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

ist...
Ja, da schreie ich dann nach dem Staat.
Das der bitte diese Märkte in einen sozialen Rahmen drückt oder aber die Gießkanne auspackt.
Und das nicht erst jetzt, sondern seit ich weiß wie das System läuft - und das ist jetzt ca. 20 Jahre der Fall.