Bremen
Moderator
In gewissen Maße. Bis zu einem gewissen Punkt. Diesen Punkt überschreiten Journalisten täglich.
Und mich nerven Teile meines Berufes auch, und trotzdem mache ich meinen Beruf gerne. Trotzdem dürfen sie mich nerven, und das darf ich auch sagen ohne dass mir jemand sagt: "Such dir nen anderen Job." Weil es eben nicht der Hauptbestandteil meiner Arbeit ist.
Und dusselige Fragen von Journalisten beantworten, die jeden Tag dreimal gestellt werden, ist sicherlich nicht Hauptbestandteil des Berufes "Profifussballer."
Naja. an dieser Entwicklung ist der Profifussball jedoch auch nicht ganz unschuldig. Denn die mediale Präsenz ist der größte Faktor in der Wahrnung der einzelnen Clubs und somit ein wichtiges Instrument, mit dem die Clubs u.a. ihre Sponsorenschriftzüge präsentieren können. Früher hat ein Willi Lemke bei feierlichen Anlässen das Bierglas so in die Kamera gedreht, daß der Beck's-Schriftzug zu sehen war, heute finden Interviews in Mixed-Zones vor großen bunten Werbetafeln statt. Daß diese Eigendynamik vom Schneeball bis zur Lawine nicht nur ihre guten Seiten hat, sollte eigentlich nachvollziehbar sein, denn wohl viel Licht ist. ist auch eben viel Schatten. Masse statt Klasse, auch hier ein typisches Spigelbild in der Entwicklung unserer Gesellschaft. Warum liest man z.B. bei den Kommentaren über Transfergerüchte. u.a. auch in den letzten Tagen von FB, als Quellenangabe die Bild-Zeitung? Bestimmt nicht, weil die Bild-Zeitung die Keimzelle des seriösen Journalismus darstellt, sondern weil sie die mit Abtsand auflagenstärkste Zeitung in Deutschland ist. Wer mit dem Teufel ins Bett geht, der braucht sich auch nicht wundern, wenn er neben dem Teufel aufwacht.




