Serge Gnabry (FC Bayern München)

In gewissen Maße. Bis zu einem gewissen Punkt. Diesen Punkt überschreiten Journalisten täglich.

Und mich nerven Teile meines Berufes auch, und trotzdem mache ich meinen Beruf gerne. Trotzdem dürfen sie mich nerven, und das darf ich auch sagen ohne dass mir jemand sagt: "Such dir nen anderen Job." Weil es eben nicht der Hauptbestandteil meiner Arbeit ist.

Und dusselige Fragen von Journalisten beantworten, die jeden Tag dreimal gestellt werden, ist sicherlich nicht Hauptbestandteil des Berufes "Profifussballer."

Naja. an dieser Entwicklung ist der Profifussball jedoch auch nicht ganz unschuldig. Denn die mediale Präsenz ist der größte Faktor in der Wahrnung der einzelnen Clubs und somit ein wichtiges Instrument, mit dem die Clubs u.a. ihre Sponsorenschriftzüge präsentieren können. Früher hat ein Willi Lemke bei feierlichen Anlässen das Bierglas so in die Kamera gedreht, daß der Beck's-Schriftzug zu sehen war, heute finden Interviews in Mixed-Zones vor großen bunten Werbetafeln statt. Daß diese Eigendynamik vom Schneeball bis zur Lawine nicht nur ihre guten Seiten hat, sollte eigentlich nachvollziehbar sein, denn wohl viel Licht ist. ist auch eben viel Schatten. Masse statt Klasse, auch hier ein typisches Spigelbild in der Entwicklung unserer Gesellschaft. Warum liest man z.B. bei den Kommentaren über Transfergerüchte. u.a. auch in den letzten Tagen von FB, als Quellenangabe die Bild-Zeitung? Bestimmt nicht, weil die Bild-Zeitung die Keimzelle des seriösen Journalismus darstellt, sondern weil sie die mit Abtsand auflagenstärkste Zeitung in Deutschland ist. Wer mit dem Teufel ins Bett geht, der braucht sich auch nicht wundern, wenn er neben dem Teufel aufwacht.
 
Ich würde sogar deutlich weiter gehen: Der Fußball ist nicht nur "nicht ganz unschuldig" sondern hat diesen Zustand ganz gezielt herbei geführt.

Wenn man - um z.B. nur bei der Bundesliga zu bleiben - berücksichtigt, wie seitens DFB und der Bundesligaclubs den Wechsel der Bundesliga-Übertragungsrechte zu Beginn der Saison 88/89 zu den privaten TV-Anbietern forciert wurde und somit die heutige Dynamik in dieser Angelegenheit in ihren Anfang nahm, ein klares Ja.
 
Naja. an dieser Entwicklung ist der Profifussball jedoch auch nicht ganz unschuldig.

An der Entwicklung, dass der Fussball medial im Mittelpunkt steht, ganz sicher nicht.

An der Entwicklung, dass man in den Medien lieber von Aubas Affäre, Reus neuem BMW und Boatengs neuer Unterhose liest, dass man lieber liest dass Spieler "Versager" "Trottel" und "Flaschen" genannt werden, statt über fachlich-sportliche Berichterstattung, dafür kann der Fussball ganz sicher nichts.
 
Abgesehen davon, daß es solche Beschimpfungen gegenüber Spieler leider schon gab,, bevor das Fernsehen überhaupt erfunden wurde, kann man dem Fußball solche Auswüchse zwar nicht direkt vorwerfen, jedoch nahm er diese billigend in Kauf.

Ende der 1980er Jahre war die Berichterstattung in der ARD-Sportschau und im ZDF-Sportstudio seriös, aber entsprechend emotionslos bieder. Das wollten die hiesigen Vergandsfunktionäre und Vereinsantwortlichen jedoch nicht mehr, sie verlangen nicht nur mehr Geld und eine positivere/ emotionalere Berichtersttattung, so daß die Erstverwertungsrechte für die Bundesliga von 1988/89 - 2002/03 zunächst ani RTL, anschließend an SAT1 vergeben wurden, die dazu führte, daß jedes noch so grottige 0:0 zum Fußballfest hochstilisiert wurde.

Doch schon zu der Zeit war es offensichlich, daß sich diese privaten Sender den Stil des Boulevard-Journalismus a la Bildzeitung anwendeten und bei der Wahl ihrer Mittel nicht gerade nicht zimperlich waren - und diese fließenden Übergänge zwischen den Sparten waren auch dadurch erkennbar, daß Medien-Mogul Leo Krich sowohl beim Springer Verlag (Höchsttand 40%) als auch bei SAT1 über größere Anteile verfügte. Der Rest dieser Entwickluing ist bekannt, so daß man konstatieren muß, daß parallel zu den gesellschaftlichen Veränderungen der Fußball dem Zauberlehrling gleicht, der diese Geister wissentlich rief und sie jetzt nicht mehr los wird.
 
Es wird aber auf dem Rücken der Spieler ausgetragen, und die haben sich das sicherlich nicht gewünscht. Das hohe Gehalt ist dann eher Schmerzensgeld, und da kann man dann frage, was zuerst war... die Henne oder das Ei.

Jedenfalls darf man es einem Spieler dann nicht verübeln oder ihn dafür verurteilen, wie es hier passiert, wenn er einem dieser Medienvertreter mal ins Gesicht sagt, wie bescheuert seine Fragerei eigentlich ist.
 
Es wird aber auf dem Rücken der Spieler ausgetragen, und die haben sich das sicherlich nicht gewünscht.

Die Spieler tun mir eher weniger leid. Ich glaube der Fußballmarkt ist ein Arbeitnehmermarkt. In wohl keiner anderen Branche haben die abhängig Angestellten mehr Macht. Und sind schneller finanziell unabhängig.

Also ich persönlich komme immer mehr zu der Überzeugung, daß die Medien der Gesellschaft auf den Sack gehen. Zuviel Berichterstattung, zuviel Emotionen, zuviel Vermutungen und viel zuviel Hysterie. Und das immer im Namen der Wahrheitsfindung wird die Gesellschaft zugemüllt mit aufgebauschter Berichterstattung. Jeder weiß aber mittlerweile, daß das eher im Namen des schnöden Mammons stattfindet. Die kriegen Ihr Produkt nur noch emotional verpackt an den Kunden. Aber auch das wird weniger werden....
Tja und an vielen Trends sind die Medien m. E. mindestens mittelbar Mitschuld bzw. Transpoteur .... Politikverdrossenheit, Fussball Show, Ausschlachten von Ereignisberichterstattung wie Terror, Unfälle etc. Das kann man doch alles gar nicht mehr Sehen und Hören. Viele wenden sich doch schon ab und ignorieren Fernsehen und Boulevardpresse ....
 
@Lübecker
Sehe ich anders.

Jeden Tag gleiche dämliche Fragen stellen ist nicht fundiert. Fundiert sind bezahlte Journalisten schon lange nicht mehr. Da sind Fanzines mittlerweile fachlich interessanter, auch für den Spieler.

Und die Kundschaft der Spieler sind in erster Linie die Fans, in zweiter Linie die Sponsoren. Die Fans schalten den Fernseher ein, kaufen Tickets und Trikots. Die Sponsoren geben den Vereinen Geld um die Spieler zu bezahlen und ggü denen muss der Spieler sich benehmen. Journalisten haben mit ddm Gehalt nichts zu tun, und wenn die nerven, darf man es ihnen auch sagen, mMn, ab einem gewissen Punjt.

und die Medialität geht weiter:
Spieler posten auf Twitter, veröffentlichen Bilder auf Instagramm, lassen Tiere sprechen,
der Fan spricht in den Medien darüber,
postet z.B. im Werder Forum seine Meinung, beurteilt es, bildet neue Zirkel,
die greift..... :lol:
ach ja wie war das früher noch vor dem Handy mit Fernseher, Tickets und Trikot :D
:schal:
 
Die Nummer jetzt gerade war der eindrucksvolle Beweis dafür, weshalb Bayern zu früh kommt :kaffee:
 
Vor allem etwas Demut hätte ihm gut getan nach seiner verkorksten Zeit in England und der Rückrunde bei uns. Von der Bank eines Abstiegskandidaten zum FC Bayern zu wechseln muss sich wie ein 6er im Lotto anfühlen, aber einer mit Zusatzzahl.

Ja.
Hinzu kommt, dass mMn seine Leistung bei der U21 EM jetzt echt überschaubar ist.

Er ist da nicht herausragend gut, so dass ich diesen schritt zum jetzigen Zeitpunkt irgendwie nachvollziehen kann.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Gnarby sich A selbst zu gut einschätzt und B von außen zu viel gehypt wird.

Wenn er sich bei uns nicht durchsetzen kann, wie will er es bei den Bayern tun? Wenn er in der U21 nicht mit Leistung überzeugt, wie will er das bei den Bayern tun?

Also ich erinnere mich aktuell an folgendes Sprichwort: Hochmut kommt vor dem Fall!

Aus meiner Sicht steuert er genau darauf zu. Aber was weiß ich schon...
wir werden es erleben.
 
Back
Top