Wenn Prödl Mannschaftsintern wirklich ein Führungsspieler sein sollte, spricht nichts dagegen, dass er auch der Abwehrchef ist, sofern er denn spielt. Nur ist das eben der Punkt der problematisch ist.
Nehmen wir an, dass Caldirola sich dank seines scheinbar sehr guten Stellungsspiels und seiner Spieleröffnung einen Stammplatz erarbeiten wird und dass Pavlovic zwar talentiert, aber noch nicht weit genug ist. Dann bleibt ein Zweikampf zwischen Lukimya und Prödl. Beide leisten sich durch Unkonzentriertheiten regelmäßig Patzer, die vergessen lassen, dass sie im Spiel sonst mitunter sehr souverän und sicher verteidigen. Beide sind technisch keine Wunderspieler. Nur während Lukimya deswegen hauptsächlich Sicherheitspässe spielt, versucht Prödl wesentlich häufiger kreativere Vertikalpässe. Und da ist das Problem: von 5 dieser Pässe sind 4 meistens entweder schlampig in den Fuß des Gegners oder auf Mitspieler, die gut gedeckt sind und deshalb in Bedrängnis kommen. Und so führen diese Pässe von Prödl nicht zu eigenen Chancen sondern im schlimmsten Fall zu Kontern des Gegners. Gegen 1860 gab es 4 oder 5 solcher Konter und da hat er seine völlig sinnlosen und verschenkten langen Bälle noch gar nicht mal gespielt.
Deswegen hätte ich mit Lukimya als Stammspieler ein leicht besseres Gefühl. Wenn Prödl der Mannschaft durch seine Führunsqualitäten auf dem Platz allerdings weiterhelfen kann, wäre das wieder ein Argument für ihn. Da vertraue ich einfach Dutt.