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Prödl sitzt oft auf der Bank, brachte es in dieser Saison auf elf Einsätze. Ungefähr 15 hatte er sich zum Ziel gesetzt. In seiner ersten Saison bei Werder waren es noch mehr als 30.
Die relativ geringe Anzahl hatte auch mit einer hartnäckigen Schleimbeutelentzündung im Knie zu tun. Und damit, dass Per Mertesacker und Naldo, Bremens Einsergarnitur, partout pumperlgesund geblieben sind. "Der eine ist schätzungsweise 15 Millionen Euro wert, der andere 20. Bei mir sind es drei. Diese Realität muss man zur Kenntnis nehmen."
Und Prödl wird unwirsch, sollte einer das Wort "Scheitern" auch nur leicht andenken. "Ich werde respektiert, bin anerkannt, Trainer Schaaf vertraut mir. Ich bin jederzeit ready, gebe im Training Gas. Ich bereue den Schritt überhaupt nicht." Er musste "aus dem Wohnzimmer Graz" raus, die "geschützte Werkstätte" Sturm verlassen. "Ich bin erwachsen und selbstständig geworden, habe in der kurzen Zeit viel erlebt." Den 1:0-Cupsieg seines Exklubs gegen Wiener Neustadt hat Prödl übrigens nicht gesehen, er ist erst am Sonntagabend eingetroffen. "Hätte ich ihn gesehen, wäre ich auch nicht wehmütig geworden."
Prödl sagt, dass er zu Werder (Vertrag bis 2012) passe. "Eine Topadresse, ein unhysterischer Verein, der auf Kontinuität setzt, der sich von Medien nicht verrückt machen lässt." Er selbst genieße das Privileg der Jugend. "Ich bin jung, habe keinen Grund zur Panik oder zur Selbstaufgabe. Ich kann so lange geduldig sein, bis alle meine Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich alles probiert."
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