speziell war dieser beitrag garnicht gegen dich gerichtet sondern gegen die leute die scheinbar meinen das eine unterschrift bei den bayern oder ein üppiges hangeld vor depressionen schützt.
bzw.man für dieses geld eben mit den ständigen belagerungen und drucksituationen zu leben hat.
Ausserdem denke ich das dieses thema viel öfter auf den tisch kommen sollte,denn wenn wir mal ehrlich sin ist es doch verpönt darüber zu sprechen.
Es ist gut das prominente diesen weg gehen,denn so wird vielleicht irgendwann auch mal in unteren und mittleren arbeitsschichten akzeptiert das depressionen keine pauschalausrede für "null bock" ist sondern ein ernstzunehmendes problem,was in den nächsten jahren aufgrund der derzeitigen situation massiv zunehmen wird.
Das Geld sichert ihn zwar ab, aber wie man im Interview deutlich sehen konnte, "heilt" es nicht die Krankheit, die im übrigen nicht heilbar ist. Die Neid-Diskussion in diesem Zusammenhang emfinde ich bodenlos und geht am Ziel vorbei.
Er ist krank - und der Ausbruch seiner Krankheit hängt ursächlich mit dem Milieu zusammen, in dem er sich bewegt hat. Er selbst ist gewiss auch nicht immer der beste Interpret seiner Situation, geschweige denn der Journalist, der sein Buch für ihn geschrieben hat. Der verfällt in die gleichen Superlative, wie die Boulevardpresse, die ihn so hochgehypt hat. Im Interview merkte man deutlich, dass die Krankheit eben auch eine reduzierte, subjektive Sicht auf die Welt beinhaltet und Deisler häufig sich an bestimmten Themen verbiss.
Sein Dilemma, so schien es, entstand aber auch, weil er Menschen vertraut hat, einen falschen Kompromiss eingegangen ist, aber eigentlich ehrlich sein wollte, jedoch der Hertha-Hoeneß ihn beschwichtigte und abriet mit dem Bayern Deal "zu früh" an die Öffentlichkeit zu treten. Er optierte für Ehrlichkeit in einem System, das die Lüge von ihm verlangte. Dann kam die Indiskretion, die ihn bloßstellte, obwohl er dies so nicht wollte. Da hat er sich natürlich gehasst, für das Einknicken. Das Lügen ist bei Opportunisten oder eher moralfreien Personen wohl im Repertoire drin, aber eben nicht bei Deisler. Und das hat seine Situation nicht erleichtert.
Nun könnte man also sagen, lügen gehöre einfach dazu beim Profigeschäft, aber dann brechen meiner Meinung nach alle Dämme und wir dürften dieses tolle Profigeschäft auch gerne bei seinem richtigen Namen nennen: Drecksgeschäft und uns dann fragen, ob wir all jenes, was ans Licht der Öffentlichkeit gespült wird so auch hinnehmen wollen, oder ab und an Menschen in den Schutz nehmen können vor diesen Mechanismen, oder ihre Aufrichtigkeit loben, wenn sie denn den Schritt in die Öffentlichkeit wagen. Oder eben dies nicht einfach akzeptieren, so wie wir mittlerweile die Kommerzialisierung (50plus1 kippen, danke Herr Kind/Colafanclub N11/ Sky-PremiereAbo/ Handgeld/ Transfersummenwahnsinn/ permanentes Rausgerufe und der ganze Wechselzirkus/ 14-Jährige die bei Arsenal aus Afrika importiert werden/Doping und Schmerzmittel/Pressehype/Privatleben-in-die-Öffentlichkeitsgezerre usw.) scheinbar akzeptiert haben, bzw. läuft die Maschinerie gut geölt mittlerweile komplett unabhängig vom Einfluss der Fans.
Dennoch finde ich es interessant, wie er aus dem Innenleben dieser Mannschaften zu berichten weiß. Besonders Magath schneidet dabei nicht sehr gut ab -- das mag keine Überraschung sein, denn die absolute Eiseskälte, mit der er agiert ist, verströmen ja bereits auch die Bilder von ihm. Klar ist er erfolgreich, macht sogar dem Lahmen kuranyi wieder Beine. Aber sein einziges Prinzip ist der negative Druck -- Verdrängungskampf mit psychologischen Mitteln, und klar, einige schaffen es, zu bestehen, aber um welchen Preis? Die Methode Schaaf ist mir da um einiges angenehmer -- und im Schnitt dauerhaft erfolgreicher als solche Hurra-Motivatoren wie Labbadia bei Leverkusen oder "alles-in-die-Offensive-Klopp", die aber keine Beständigkeit in ihr Team bringen.
Ein nahe liegendes Beispiel für enorme Drucksituationen, dass mir spontan bei Werder einfallen würde, wäre Hunt, der auch unter einer enormen Drucksituation zu Beginn der Saison stand. Fasst sportinvalid, zurück gekämpft und dann ausgebuht von den eigenen "Fans". Da würde ich mir deutlich mehr Feingefühl von unseren Fans erwarten. Mittlerweile hatte er es geschafft (mit Hilfe von TS Support) sich wieder zurück zu kämpfen und alle Pfeiffer sind nun wohl oder übel verstummt.
Oder Clemens letzte Saison. Der hat auch die Hilfe eines Psychologen angenommen. Oder Özil, jetzt wo die BILD Reporter die Homestories von seinen 40 Paar Schuhen recyceln oder etwaige "Beziehungen" konstruieren.