Robin Dutt

Mehr kann man letztlich nicht erwarten, wenn man allen Ernstes vor dem Spiel öffentlich die Parole ausgibt: "Gewinnen, egal wie!"
Was für eine ärmliche Ansage - das kann man vielleicht hinterher bringen ("Gewonnen ist gewonnen!") aber doch nicht vorher.

Kann ich nichts dran finden und ist mir nach den Erfahrungen der letzten Jahre allemal lieber als "Illertissen hauen wir zweistellig weg." Letztlich ging es genau darum zu gewinnen. Egal wie. Dass der Auftritt peinlich war, ist Dutt sicher selbst klar. Wenn es so planlos weitergeht können wir uns hier die Köppe heißreden. Dass die ersten beiden Pokalrunden aber nunmal wirklich ihre eigenen Gesetze haben, beweisen Augsburg und aktuell WOB (unabhängig vom Ausgang nachher) eindrucksvoll.
 
Bevor wir jetzt schon ein abschließendes, vernichtendes Urteil fällen, sollten wir imho mal noch die ersten Spiele der Saison abwarten. Wenn man heute mal unsere Bank anschaut, auf der kaum Bundesligaerfahrung und ein Durchschnittsalter von unter 21 Jahren saß, muss man sagen, dass es nicht viele Möglichkeiten gab. Das soll keine Ausrede gegen einen Regionalligisten sein. Aber zusammen mit der mentalen Belastung sollte man es schon berücksichtigen.
Wir sind absolut davon abhängig, dass unsere Leistungsträger dabei sind. Das sich eine Formation einspielen kann.
Kritsieren tue ich aktuell die Raute, wofür ich das Personal als nicht geeignet ansehe.
 
Wir haben uns die Angst aber, wie bereits letztes Jahr in Saarbrücken, komplett herbeigeredet. Man muss als Favorit da eben auch mal mit der berechtigten Arroganz rangehen gegen solche Amateure und sich nicht ins Hemd machen, sondern sein Spiel durchbringen.

Nur genau da ist unser Dutt-Problem: Nach über 13 Monaten haben wir immer noch keins. Keine Philosophie, keine Spielkultur. Daher rührt dann eben auch die defensive Außendarstellung und die Angst, mit der man auf den Platz geht. Denn wenn wir etwas propagierten, dann wäre das ja gelogen. Wir sind spielerisch nicht wesentlich besser als ein unterklassiger Verein, die stehen im Saft und für sie ist es das Spiel des Jahres. Und wir haben Köttel in der Hose.

Ich hab schon schlimmere Spiele gesehen in der ersten Pokalrunde und das auch schon von besseren Mannschaften.

Gewonnen ist Gewonnen. Jetzt erstmal abwarten und das erste Bundesligaspiel angucken.
 
Wir haben uns die Angst aber, wie bereits letztes Jahr in Saarbrücken, komplett herbeigeredet. Man muss als Favorit da eben auch mal mit der berechtigten Arroganz rangehen gegen solche Amateure und sich nicht ins Hemd machen, sondern sein Spiel durchbringen.

In diesem Jahr war es vllt. die Angst. Iim letzten Jahr in SB hingegen ist man lt. Kapitän Fritz an der falschen Einstellung gescheitert; um das Kind beim Namen zu nenen: die Truppe ist trotz zweier vorherigen Erstrundenpleiten zu selbstsicher die Partie angegangen.
 
Bartels auf der Halbposition in der Raute zu bringen, war für mich am Schlimmsten. Der ist defensiv einfach viel zu schwach. Fritz sah gegen Ende der letzten Saison immer besser aus, weil TGS vor ihm gespielt hat. Heute hat das gar nicht gepasst mit Bartels und Fritz.
Wenn ich nun Juno auf die 10 Stelle und TGS ausfällt und ich eigentlich nur noch Makiadi, Bartels und Hajrovic für die imho körperlich und taktisch extem anspruchsvollen Halbpositionen in der Raute habe, dann kann ich dieses System nicht spielen lassen. Selbst gegen Illertissen nicht.
 
Holland hatte am Ende bei der WM das Problem, dass die Spieler auch nachdem sie dann viel Selbstvertrauen gesammelt hatten, zu viel diszipliniert, statt spielengelassen wurden. Das war zu Turnierbeginn richtig, am Ende nur noch teilweise.

Hier liegt immer der größte Balanceakt für Trainer. Dutt sollte aber allgemein endlich mal davon wegkommen, den Kader von vornherein schlechter zu reden von wegen bspw. "Wir schöpfen das Optimum aus" und dadurch nicht nur Alibis zu schaffen, sondern womöglich auch Ängste zu schüren. Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist.
 
Holland hatte am Ende bei der WM das Problem, dass die Spieler auch nachdem sie dann viel Selbstvertrauen gesammelt hatten, zu viel diszipliniert, statt spielengelassen wurden. Das war zu Turnierbeginn richtig, am Ende nur noch teilweise.

Hier liegt immer der größte Balanceakt für Trainer. Dutt sollte aber allgemein endlich mal davon wegkommen, den Kader von vornherein schlechter zu reden von wegen bspw. "Wir schöpfen das Optimum aus" und dadurch nicht nur Alibis zu schaffen, sondern womöglich auch Ängste zu schüren. Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist.

öffentliche aussagen =/ interne ansagen.
 
Wir haben uns die Angst aber, wie bereits letztes Jahr in Saarbrücken, komplett herbeigeredet. Man muss als Favorit da eben auch mal mit der berechtigten Arroganz rangehen gegen solche Amateure und sich nicht ins Hemd machen, sondern sein Spiel durchbringen.

Nur genau da ist unser Dutt-Problem: Nach über 13 Monaten haben wir immer noch keins. Keine Philosophie, keine Spielkultur. Daher rührt dann eben auch die defensive Außendarstellung und die Angst, mit der man auf den Platz geht. Denn wenn wir etwas propagierten, dann wäre das ja gelogen. Wir sind spielerisch nicht wesentlich besser als ein unterklassiger Verein, die stehen im Saft und für sie ist es das Spiel des Jahres. Und wir haben Köttel in der Hose.

:tnx:

Ganz genau meine Worte.
 
Robin Dutt: „Illertissen hat sehr frei aufgespielt und hat sehr geordnet agiert, aber das entbindet uns nicht von der Favoritenrolle, der wir heute nicht gerecht geworden sind. Es war schnell kein Klassenunterschied zu erkennen. Bei uns hatte ich das Gefühl, dass bei denjenigen, die in den letzten Jahren dabei waren, das Ausscheiden im Kopf war. Das ist schwer rauszubekommen."

Ehrliche, kritische Worte. Und auch aus den Aussagen der Spieler ist rauszuhören, dass die Angst vor der neuerlichen Blamage immer im Hinterkopf war. Das sowas komplett lähmt ist klar.
Ich sehe das alles noch recht entspannt und warte jetzt mal ab, wie man sich in Berlin präsentiert. Das Spiel wird auf jeden Fall vom Mentalen her wesentlich leichter.

Alles richtig, was du schreibst. Aber dennoch dreht sich die Werder-Mannschaft dahingehend aufgrund mangelnder mentaler Stärke im Kreis. Nur ein Fünkchen Druck recht aus, um die Truppe vollkommen aus dem Konzept zu bringen, so daß es auch nicht verwunderlich ist, daß es ihr an einer gesunden Portion Selbstvertrauen fehlt und somit nur selten in der Lage ist, selbst einem Gegner aus der dritten oder gar vierten Liga mental Paroli bieten zu können. Dies muß man als Werder-Fan schon seit Jahren erleiden, aller Fluktuation im Kader (aus der Saison 10/11 sind heute nur noch Fritz, Prödl, Kroos und Bargfrede dabei) und dem kompletten Austausch der sportlichen Leitung zum Trotz.

Möglicherweise werden wir in Berlin eine mental anderes aufgelegte Werder-Mannschaft sehen als heute in Illertissen, aber wenn der Liga-Autakt in Berlin in die Binsen gehen sollte, dann wird von der etwaigen entpannteren Stimmung vor dem ersten Ligaheimspiel nicht mehr viel übrig bleiben und dafür das Flattern um so mehr wieder steigen: auch weil Heimstärke bei Werder mittlerweile ein Fremdwort geworden ist.
 
Wir haben uns die Angst aber, wie bereits letztes Jahr in Saarbrücken, komplett herbeigeredet. Man muss als Favorit da eben auch mal mit der berechtigten Arroganz rangehen gegen solche Amateure und sich nicht ins Hemd machen, sondern sein Spiel durchbringen.
Nur genau da ist unser Dutt-Problem: Nach über 13 Monaten haben wir immer noch keins. Keine Philosophie, keine Spielkultur. Daher rührt dann eben auch die defensive Außendarstellung und die Angst, mit der man auf den Platz geht. Denn wenn wir etwas propagierten, dann wäre das ja gelogen. Wir sind spielerisch nicht wesentlich besser als ein unterklassiger Verein …
Aber dennoch dreht sich die Werder-Mannschaft dahingehend aufgrund mangelnder mentaler Stärke im Kreis. Nur ein Fünkchen Druck recht aus, um die Truppe vollkommen aus dem Konzept zu bringen, so dass es auch nicht verwunderlich ist, dass es ihr an einer gesunden Portion Selbstvertrauen fehlt und somit nur selten in der Lage ist, selbst einem Gegner aus der dritten oder gar vierten Liga mental Paroli bieten zu können. Dies muss man als Werder-Fan schon seit Jahren erleiden, aller Fluktuation im Kader (aus der Saison 10/11 sind heute nur noch Fritz, Prödl, Kroos und Bargfrede dabei) und dem kompletten Austausch der sportlichen Leitung zum Trotz.
Harte - aber durchaus zutreffende - Worte, wie ich finde.

Was die Neuverpflichtungen (zumindest gestern, beim ersten Pflichtspieleinsatz) gezeigt haben, macht auch nicht eben Mut. Da kann kann man nur hoffen, dass die sich noch rappeln werden. Da waren Busch und Selke ja wohl klar effektiver und engagierter (insbesondere Busch hat mir gefallen), was ein wenig meine Annahme bestätigt hat, dass die Spieler, die Eichin/Dutt für "überschaubares Geld" so heranholen, letztlich auch nicht mehr bringen als die z.T. durchaus starken Spieler aus dem eigenen Nachwuchs.
Wenn man schon nicht groß etwas zu bieten hat, dann kann man auch gleich den eigenen Nachwuchs ranlassen (oder sagen wir mal: nur eine wirkliche Verstärkung holen, statt 3-4 vermeintliche). Was kann man damit groß verlieren ?

Das Problem ist aber ja wohl (weiterhin), dass es an einem vernünftigen, umsetzbaren Konzept (Plan) mangelt. Das begrenzt natürlich die Leistung von Neuzugängen ebenso wie die Möglichkeiten des Nachwuchses, sich gut in Szene zu setzen.
 
Harte - aber durchaus zutreffende - Worte, wie ich finde.

Was die Neuverpflichtungen (zumindest gestern, beim ersten Pflichtspieleinsatz) gezeigt haben, macht auch nicht eben Mut. Da kann kann man nur hoffen, dass die sich noch rappeln werden. Da waren Busch und Selke ja wohl klar effektiver und engagierter (insbesondere Busch hat mir gefallen), was ein wenig meine Annahme bestätigt hat, dass die Spieler, die Eichin/Dutt für "überschaubares Geld" so heranholen, letztlich auch nicht mehr bringen als die z.T. durchaus starken Spieler aus dem eigenen Nachwuchs.
Wenn man schon nicht groß etwas zu bieten hat, dann kann man auch gleich den eigenen Nachwuchs ranlassen (oder sagen wir mal: nur eine wirkliche Verstärkung holen, statt 3-4 vermeintliche). Was kann man damit groß verlieren ?

Das Problem ist aber ja wohl (weiterhin), dass es an einem vernünftigen, umsetzbaren Konzept (Plan) mangelt. Das begrenzt natürlich die Leistung von Neuzugängen ebenso wie die Möglichkeiten des Nachwuchses, sich gut in Szene zu setzen.

Ja das kann man so unterschreiben. Werder hatte gestern viele Neue dabei, so dass eine Eingespieltheit nicht zu erwarten ist. Trotzdem waren es die altbekannten Schwächen:
- Bartels und Fritz defensiv überfordert, das 2:3 geht klar auf CF
- im MF keinen richtigen Zugriff bekommen, hohe Fehlpassquote
- im Sturm sehr überschaubar, wobei Selke noch ganz gut war.
Mit der Leistung von gestern holt Werder in den ersten Spielen keinen einzigen Punkt. Allerdings Pokal und Liga sind völlig unterschiedlich zu bewerten.
 
die kritiken sind ja auch teils berechtigt aber es ist nunmal auch Pokal, 4 andere bundesligisten sind raus.
WoB wäre auch fast rausgeflogen und das mit so einem kader....

ebenso haben auch andere vereine sich nicht mit dem ruhm bekleckert gegen niedrigklassigere vereine knappe ergebnisse.

siehe z.b. hertha haben auch nur ein tor mehr geschossen gegen einen regionalligisten und ebenso 2 tore bekommen. da stand es auch zwischenzeitlich 3:2 ebenso ist die statistik an ballbesitz/torschüsse sehr ausgeglichen dort.

einfach so ein spiel abhacken, hauptsache weiter und gut.

Schauen wie es in der bundesliga läuft, was aber auch sehr schwer wird da der start der bundesliga natürlich wieder knüppelhart für uns ist. Ich meine bayern, leverkusen, hoffenheim, wob und schalke in den ersten 8 spieltagen, dazu nach dem leverkusenauswärtsspiel nach augsburg auswärts.
Da sollte man nicht viel erwarten, bin aber gespannt wie sich die Manschaft den schweren start entgegenstellt.
 
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