Über die Qualität des Kaders haben wir uns hier ja schon des Öfteren unterhalten.
Komischerweise bemängeln bzw. bemängelten ja einige, dass RD vor der Saison Spieler wie Prödl zum Abwehrchef gemacht und weiter an einem Fritz festhielte, und diese zu positiv eingeschätzt habe. Man kann da jetzt noch andere Namen hernehmen. Dies war so der Tenor vieler Leute im Winter, die RD scharf attakierten. Gleichzeitig wurde ja der "Königsmörder TE" auch gleich mit in die Kritik genommen, da dieser ja dann zwei Transferperioden gehabt habe, um die Mannschaft nach "seinen" Vorstellungen den Kader umzubauen. Also ginge der damals, noch ziemlich einhellig, als vergleichsweise schwach eingestufte Kader eben zu lasten TERDs.
Es ging vielfach schon damals um die viel zu sehr auf Defensive ausgerichtete Maxime. Das konnte man eben damals auch schon an den Spielerverpflichtungen, bzw, besser ausgedrückt, an den nicht umgesetzten Verpflichtungen von Offensivkräften, festmachen.
Damals meinten viele User, die ohnehin von einer blühenden Zukunft allein aufgrund des Trainerwechsels ausgegangen sind, dass unser Offensivpotential absolut ausreichend sei. Komischerweise sind das fast dieselben User, die sich heute über unseren fast einzigen Stürmer Petersen aufregen.
Nun sind wir seit ein paar Wochen an dem Punkt, dass der Kader ja gar nicht so schwach sei und es allein an RD liege, dass wir so schwachen Fussball böten. Und RD die Mannschaft schwach gerdet hättem Wie sich die Sichtweise doch wandelt.
Die Sichtweise hat sich bei vielen "Experten" innerhalb dieser Saison offenbar schon mehrfach gewandelt. Die ursprüngliche Aussage, man könne die verbesserte Defensivarbeit irgendwann definitiv an weniger Gegentoren festmachen, musste kurzerhand an die Anzahl der "Zu Null Spiele" angepasst werden. Die Kritik, dass diese durch fast vollständigen Verzicht auf Offensivfußball "erkauft" wurden, wurde solange verteufelt, bis man sich entschloss, sich endgültig voom neuen Trainer Dutt und seinen Kompetenzen abzuwenden.
Ist ja auch schön im Prödl Thread zu sehen. Zugegeben hat er sich doch gemacht. Gerade seit dem Winter bringt er eigentlich sehr konstant ordentliche Leistungen. Ist eben auch ziemlich Kopfballstark. Dass unser Abwehrsystem von RD genau darauf ausgelegt wurde, wird leider nicht gelobt. Denn, wenn man unsere Spiele sich genau anschaut, dann versuchen wir aus der Mitte möglichst alles zu vermeiden und den Gegner durchaus auf den Flügeln ein bisschen Raum zu lassen. So können die Spieler wie Luki oder eben Prödl ihre "Stärken" ausspielen. Fussballerisch bleiben nämlich beide limitiert.
Es war angesichts mangelnder Alternativen völlig klar, dass Prödl genau diese Rolle als Abwehr-Chef einnehmen musste. Das konnte man ihm, nach mehr als 5 Jahren Bundesliga-Erfahrung auch zutrauen. Wenn icht mal dieses Vorhaben geklappt hätte, hätte Dutt gleich einpacken können.
Und da kommen wir nämlich zu einem Punkt, den man für die Zukunft im Auge haben sollte. Im heutigen Fussball beginnt der Spielaufbau bei Torhüter und fussballerisch starken Verteidigern. Dabei sind für die Spielaufbau gerade die beiden Innenverteidiger durchaus wichtig, weshalb ich eben nicht glaube, dass es, wenn man den wieder dauerhaft schönen Kombinationsfussball sehen will, mit Leuten wie Prödl oder Luki passt. Ich weiss immernoch nicht, was Galvez da so kann, da man ja nicht besonders viel von Rayo in Deutschland mitbekommt.
Ideal wäre mMn ein kompromissloser IV wie Prödl und ein spielintelligenter wie es Caldirola werden kann. Das passt schon! Galvez kann ich auch nicht einschätzen.
Aber das war eigentlich nur ein "kleiner" Einschub. Worauf ich hinauswollte ist, dass ich den Kader in seiner Gesamtheit immernoch für schwach halte. Da ändern gute Auftritt gegen Leverkusen oder gegen Hannover gar nichts dran. Dieser Kader verfügt über einige gute Einzelspieler. Das ist keine Frage. Spieler, die sicher auch viele andere Bundesligisten in ihren Reihen hätten. Aber der Kader passt in seiner Zusammenstellung (noch?) nicht. Fallen bestimmte Spieler aus, dann brechen die Systeme ziemlich in sich zusammen. Wobei man sieht, dass der erste Anzug mittlerweile durchaus zwei, drei Systeme spielen kann. Wobei dabei wirklich nur selten guter Fussball bei rumkommt. Liegt aber eben auch in der schwäche unsere Spielaufbaus (siehe oben), gerade dann wenn unsere Verteidiger vom Gegner früh unter Druck gesetzt werden. Zum anderen bleibt mir die Mentalität dieser Truppe ein großes Rätsel. Wenn ich mir nur die Auftritte gegen Freiburg und Hannover anschaue und vergleiche mit welcher Einstellung die Mannschaft jeweils auf dem Platz gegangen ist, dann liegen da Welten zwischen. Genauso die ersten 20 Minuten im Spiel gegen Wolfsburg. Bezeichnend war der Fehlpass von Kroos direkt nach dem Anstoß in die Füße eines Wolfsburgers. Wo ist da bitte die nötige Konzentration. Dass es gegen Ende des Spiels mal Konzentrationsprobleme gibt, weil die Kondition nachlässt, ist vollkommen normal. Aber nach gefühlten drei Sekunden???
Die Mannschaft hat sicher kein CL-Niveau, auch für einen EL-Qualiplatz ist sie zu schwach. Dennoch ist sie definitv besser als sie sich über weite Strecken der Saison präsentiert hat.
Die Fehler liegen, wie oben schon gesagt, in der falschen Zusammenstellung vor der Saison ( zu wenige Offensive) und in viel zu defensiv ausgerichteten Spielweise.
Dass die vielen Fehleinkäufe von KATS den Kader immer noch "belasten" ist j auch völlig klar. Im Vergleich zu vielen "Abstiegs-Konkurrenten" haben wir aber einen sehr brauchbaren Kader. Leider haben wir spielerisch viel zu wenig rausgeholt. Am Ende aber zählen ja die Punkte, die man mit viel, viel Dusel irgendwie eingefahren hat.
Dann nochmal zum "schwach Reden". Wir kamen mit dieser Mannschaft aus der schwächsten Rückrunde der Bundesligageschichte (übrigens die zweite davon in Folge). Sind in den drei Saisons zuvor zwei mal dem Abstieg gerade so von der Pfanne gesprungen und haben mit KdB und Socke zwei ganz wichtige Spieler der vergangenen Saison verloren. Neuverpflichtungen kamen zum Teil recht spät.
Wir hatten im letzten Jahr den jüngsten Kader der Liga. Die Schwäche der Rückrunde lag zum Großteil an der Unerfahrmenheit und der zunehmenden Panik. Übrigens auch in diser Saison einer der Gründe für die mutlosen Auftritte und die z.B von Dir oben beschriebenen Fehlpäasse a`la Kroos.
Darauf hat Eichin mit dem gezielten Zukauf "erfahrener Akteure" reagiert. Das war gut und richtig, aber wegen des Verzichts auf Offensive, nicht ausreichend. Insgesamt ist der Kader in dieser Saison deshalb kaum schwächer als in der Vorsaison. Die offensiven Schwächen waren offenbar genauso gewollt. Warum auch immer?! :unfassbar:
Aber insgesamt wurde in meinen Augen vor der Saison von den sportlich Verantwortlichen ein sehr realistisches Ziel ausgegeben bzw. sehr realistisch antizipiert, indem man sagte es ginge darum hier etwas zu entwickeln, dass dies auch dauern könne, dass wir Rückschläge einkalkulieren müssten, dass es gegen den Abstieg ginge und das Ziel eben 40 Punkte seien. Ich weiss nicht, worin hier ein "Schlechtreden" zu erkennen ist???
Damit wollte man auch den Druck von sich und der eigenen Arbeit abwenden.

Eichin sprach davon, dass der CL-Gedanke endlich aus den Köpfen verschwinden müsse, Dutt sprach davon, dass der Kader für eine Übergangssaison stark genug sei. Von "Verschanzen", von mut- und planlosem Gestümpere sprachen sie nicht!
Zumal sich eben auch andere Experten durchaus einig darin waren in Werder einen Abstiegskandidaten zu sehen.
Aber welches Ziel hätten denn die Verantwortlichen ausgeben sollen, ohne dass ihnen heute ein "Schlechtreden" unterstellt werden könnte??? Meisterschaft oder CL-Quali???
Netzer z.B sagte dies erst, nachdem er vorher vor einer Entlassung Schaafs gewarnt hatte.
Unsere Verantwortlichen hätten zu Saisonzielen auch einfach mal die "Klappe halten, bzw. sich auf die Formuliereung "Übergangssaison" o. ä. einigen können, um keine Irritationen aufkommen zu lassen.
Was wiederum auf einem ganz anderen Blatt steht, ist die Frage, ob man mit RDs Arbeit zufrieden seien kann. Ich persönlich kann, wenn der Klassenerhalt geschafft wurde, mit dem Leben, was wir zusehen bekamen.
Diese Meinung scheint sich aber auch jeden Tag zu ändern, oder?
Weil ich das ganze immernoch als Übergangsphase betrachte. Richtigerweise wurde hier von einigen schon angemerkt, dass RD auch in Freiburg erstmal ein Jahr brauchte, um seine Vorstellung umzusetzen. Zufrieden bin ich mit dem Fussball, den wir bieten nicht. Zufrieden bin ich allerdings damit, dass wir es doch schon oft geschafft haben die Null zu halten. Dennoch hätte ich mich, wenns ganz eng geworden wäre, mit einem Trainerwechsel anfreunden können, um diesen bekannten Strofeuereffekt zu zünden. Dass Trainerwechsel unter Saison seltenst nachhaltig etwas bewirkten ist ja statistisch durchaus erwiesen. Auch sieht man dies diese Saison Nürnberg, Hannover, Stuttgart und Hamburg, dass Trainerwechsel vielleicht eben diesen kurzen Effekt haben (Hamburgs Sieg gegen den BVB; Hannover in Wob), aber eben schon mittelfristig wenig bringen. Während man eigentlich am BTSV und Freiburg durchaus sieht, dass da auch mit dem Festhalte am Trainer einiges möglich ist. Auch uns zähle ich da noch rein.
Eben. Das heißt ja eben auch, dass der Trainerwechsel vor der Saison ziemlich unnötig war. Jetzt müssen wir uns eben mit der neuen Situation arrangieren. Nur, wie lange? Sollen wir uns dieses spielerische Armut noch ein ganzes weiteres Jahr anschauen? Oder sollten wir mit Dutt erstmal in die neue Saison gehen, uns im Hintergrund aber schon mal nach einem neuen, idealerweise als "Systemtrainer" arbeitenden, gut zu Werder passenden Nachfolger umschauen? Ich wäre für die zweite Variante.
Wie sollte es also weitergehen? Ich denke man muss, sofern mit dem Klassenerhalt das Primärziel auch rechnerisch erreicht ist, sich zusammensetzen und die Saison schonungslos analysieren. Ich denke nicht, dass wir das Sekudärziel "40 Punkte" erreichen werden. Hieran muss sich RD auch messen lassen. Zudem geht die Entwicklung doch ein bisschen zu schleppend voran, wobei das RD eigentlich durch sein viel zu frühes Umstellen des Fussballs in der Hinrunde, selbst verursacht hat. So musste im Winter wieder alles auf Null. Persönlich denke ich, dass man mit RD dann weiter machen sollte und ihm die Chance auf ein zweites Jahr geben sollte. Und dann wird man sehen, ob es auch zu der erhofften fussballerischen Entwicklung kommt. Zudem wird man ja an der Mannschaft doch einiges tun müssen.
Von welcher Entwicklung sprichst Du?

Von diesem "Verschanzen" vor dem eigenen Tor?
Plötzlich willst Du Dutt dch eine weitere Chance einräumen, was vor dem Hannver-Spiel noch ganz anders klang?
Ich glaube eh, dass er jetzt zunächst hier bleiben wird. Eine große spielerishce Entwicklung erwarte ich aber unter ihm nicht. Insofern müssen wir uns in der nächsten Hinserie auf ähnlichen "Fußball" von Werder einstellen und hoffen, dass es Eichin gelingt, die Abgänge, insbesondere den von HUnt, besser zu ersetzen als im Vorjahr. Ich hoffe, dass Obraniak "durchstartet"!
Ich persönlich wäre erstmal äußerst beruhigt, wenn wir den Klassenerhalt jetzt auch rechnerisch in trockene Tücher bekämen!
Das sind wir uns einig. Seit Sonntag sieht das Ganze ja auch sehr viel besser aus.

:daumen: