Hierzu möchte ich zunächst noch mal die sehr treffenden Aussagen der gestrigen Kreiszeitung zitieren:
Alarmierend zudem: Die meisten Bremer Treffer in der Rückrunde resultierten nicht etwa aus gelungenen Kombinationen, sondern aus dicken Böcken der Gegner, Standardsituationen oder Zufallsprodukten (siehe Extrakasten).
Die spielerische Armut, die bei den Fans für tiefe Sorgenfalten sorgt, dürfte auch ein Grund sein, warum es Hunt im Sommer wegzieht aus Bremen."
Ich denke, als einer, der Zeit und Geld investiert hat, sich den SV Werder in Frankfurt anzuschauen, kann ich sagen, dass einer, der diesen Punkt auch nur ansatzweise als verdient bezeichnet, in einer Erklärungswelt lebt, in der man alles hindrehen kann, wie es passt. Einen unverdienteren Punkt habe ich wohl nicht so oft gesehen. Ein ganz grauenvoller Auftritt, bei dem man es abermals allein der eklatant schlechten Chancenverwertung des Gegners zu verdanken hatte, dass man den Platz nicht als absolut verdienter Verlierer verlies. Ein 2:0 oder 3:0 für Frankfurt hätte dem Geschehen auf dem Rasen angemessen entsprochen.
Was natürlich nicht bedeutet, dass ich mich über diesen erduselten und auch mit den inzwischen nur noch in geringem Maße vorhandenen fußballerischen Möglichkeiten erkämpften Punkt nicht auch gefreut habe. Aber die von der Kreiszeitung beschriebene spielerische Armut sprang mich auch in Frankfurt regelrecht an - grauenhaft, was da geboten wurde, gegen einen Gegner, der zu dieser Zeit alles andere als in der Erfolgsspur war.
Und beim 1:0 Sieg über den HSV gab es für mich auch nicht mehr zu bejubeln als eben die Tatsache, dass die Hamburger es tatsächlich immer wieder schaffen, noch einen Tacken uninspirierter aufzutreten - selbst gegen einen so limitierten Gegner, wie es heuer der SV Werder geworden ist. Hätte z.B. van der Vaart seinen letzten Schuss in der Nachspielzeit (zu dem er recht frei kam) nicht 2 Meter neben das Tor sondern ins Tor gesetzt, hätte niemand mit Fußballsachverstand von einem unverdienten Punkt für den HSV gesprochen. Da hat im Spiel Not gegen Elend in der Gesamtbetrachtung lediglich der Glücklichere gewonnen.
Nein, nein - kleinreden braucht man die zusammengestolperten Punkte des SV Werder diese Saison nicht. Die Kleinheit springt einen regelrecht an. Natürlich ist es super klasse, dass man mit diesen erschreckenden Auftritten immer noch mehr Punkte zusammenkratzen konnte als z.B. der HSV und Stuttgart. Aber was sagt das aus in Bezug auf die Trainerpersonalie, über die ja hier diskutiert wird ?
Neulich kam im Bekanntenkreis mal das Gespräch darauf, welche Siege des SV Werder in dieser Saison eigentlich als hochverdient eingestuft werden könnten und in welchen Spielen durch Pech/Schiri/Glück des Gegners eigentlich verdiente Punkte nicht erreicht wurden. Eine recht ernüchternde Analyse, wenn man ein wenig ehrlich dabei ist. Wenn mal ein ohne wenn und aber verdienter Erfolg eingefahren wird, will ich das gern herausstellen. Dass ein solcher Sieg diese Saison noch gelingt, kann ich mir im Moment allerdings nicht recht vorstellen. Da bräuchte es schon einen Gegner, der einen rabenschwarzen Tag erwischt.
Und - Polemik sieht sicher anders aus. Ich bin weit davon entfernt, mich polemisch zum Thema Dutt zu äußern. Als Mensch kommt er immer recht sympathisch rüber. Ich hätte mich deshalb auch gefreut, wenn es mit ihm geklappt hätte. Es ist nur eben so, dass er ganz offensichtlich der falsche Mann für den Job beim SV Werder in der Ära nach Schaaf ist/war.