Robin Dutt

Robin Dutt` s Hauptproblem besteht darin, dass er Angst vor der eigenen Courage hat, Angst davor, als Bundesligatrainer endgültig zu scheitern. Statt den eigenen Stil zu entwickeln und konsequent zu fordern, lässt er sich von Stimmungen leiten und lenken.

Die Erkenntnis aus der Saarbrücken- Partie war doch sicherlich die, dass es gegen individuell schwächere Gegner, von denen es auch in der Bundesliga immer noch einige gibt, mit dieser Truppe sehr schwer ist, intelligent Fussball zu spielen und die sich demzufolge kaum selbst inspirieren wird. Daher wählte er den korrekten Ansatz, auf eine starre, rigide Spielführung zu setzen und einen klaren Rahmen vorzugeben, was der Mannschaft zwar viele Freiheiten nahm, aber wohl nur auf die Weise Sicherheit und Halt gewähren sollte und konnte.

Ich weiss nicht, ob es dann allein die Negativerlebnisse gegen Gladbach oder Frankfurt waren, oder das sinnbefreite Gerede um Struktur und spielerische Schwächen. So gut wie kein BL-Team wirkt nachvollziehbarerweise zu Beginn der Saison total strukturiert und eingespielt. Und erst recht keine Mannschaft, in der einige jahrelang planlos durcheinandergelaufen sind. Oder es war die Legende um Schaaf. Oder eine Kombination aus allem dreien.

Jedenfalls fing Dutt wie von allen guten Geistern verlassen an, den eingeschlagenen Weg zu verlassen und die Schaaf` schen Fehler nicht nur zu wiederholen, er verschlimmerte diese obendrein in ihren Auswirkungen. Die halben Räume, was mir in den ersten beiden Partien sowie in der 1. HZ in Gladbach sehr gut gefallen hat, wurden aufgegeben und mit ihnen Abstände und Zuordnungen. Es ist kein Zufall, dass Makiadi seither dort dramatisch überfordert ist, wo er zu Saisonbeginn trotz unbestritten strategischer Schwächen aufgrund der Teamausrichtung zumindest defensiv noch mithalten konnte. Die Defensivschwächen von Garcia oder Selassie werden völlig unnötig klaffend offen gelegt. Das sind fatale Schaaf` sche Muster, nur dass diese Mannschaft vorher noch nicht einmal dazu kam, einen "spielerischen Weg" zu finden.

Ehe diese Truppe überhaupt eine Idee entwickeln konnte, musste sie schon wieder um (oder zurück?) denken und wurde taktisch verkrempelt. Das alles bevor irgendein Fundament geschaffen war.

Zu Saisonbeginn erzählte Dutt, er hätte zwei Systeme, was ich bezogen auf unseren Kader wichtig und richtig fand. Dann waren nach dem fünften oder sechsten Spiel urplötzlich System und Hierarchie nicht mehr wichtig, es solle sich nun halt entwickeln. Tatsächlich ließ die Mannschaft nichts erkennen, was solche Schlüsse zuließ. Letztlich spielten wir gar Raute, das auch noch starr, ohne Spieler zu haben, die ein auf vertikales Spiel und schnelles Umschalten durch` s Zentrum angelegtes System auch nur im Ansatz umsetzen könnten.

Hinter den Offensiv-Aktionen steckt so oder so nicht viel Esprit und Intelligenz, sowas liest ein Gegner und wenn er das merkt, wird er mutiger. Spätestens dann müsste ein Team im Umkehrfussball sicherer stehen. Tun wir aber nicht, weil es unsinnigerweise zugunsten von… (was eigentlich?) auf halbem Weg abgebrochen wurde.
Somit haben wir noch weniger Balance, als es irgendwie verkraftbar wäre. Wir sehen Spieler, die über wenige Minuten immer mal wieder Ansätze zeigen, die vermittelt wurden, gute taktische Ansätze. Spieler, die aber je länger die Partie läuft nicht wissen, was sie spielen können und sollen und komplett konfus wirken, wenn der Gegner im Spiel variiert.

Zum Dutt` schen Hilflos- Aktionismus passt die Mielitz-Herausnahme. Es wird oft zurecht diskutiert, selbst im engeren Werder- Umfeld, dass Mielitz in seinem großen Ganzen sicherlich zu den schwächeren BL-Torhütern gehört. Auf mich wirkte die Aktion so, als hätte Dutt nur auf Fehler wie gegen Mainz gewartet, um den Stimmen gerecht zu werden. Und Wolf bestätigt das, was von ihm im Training zu sehen war. Er ist ein Linienkleber, jeder Ball segelt durch den Sechszehner und hin und wieder problemlos durch den Fünfer. Außerdem fehlt ihm neben Stellungsspiel jedes Gefühl für eventuell entstehende Situationen. Das ist für eine ohnehin verunsicherte und nur bedingt BL-taugliche (Lukimya) oder unerfahrene (Caldirola) Deckung fast tödlich.

Genauso wie der unbedingte Wille, Bargfrede zu integrieren. PB spielte in Werder` s Jugendmannschaften im offensiven Mittelfeld, manchmal gar als hängende Spitze, zu einer Zeit, als Schaaf nicht nur federführend für die Zweite war (die quasi zweimal abstieg und sich fussballerisch nicht entwickelte), sondern auch mitentschied über die Philosophie im Leistungszentrum und über Einstellungen oder Versetzungen der Nachwuchstrainer. Und da ging es in erster Linie darum, hoch zu pressen, den kurzen Weg zum Tor zu haben, dort den Ball zu verteilen. Bargfrede spielte auch aufgrund seiner Konzentrationsdefizite schon damals höher, weil es dort weniger ins Gewicht fällt. Deshalb siehst Du bei ihm immer mal, dass er wenn der Gegner (viel) Platz lässt, einen guten Pass in die Schnittstelle raushaut, zudem überall versucht, sofort draufzugehen. Aber mit zwei Spielfelddritteln vor sich kann er nicht viel anfangen, weil er sowohl das Raumverhalten, als auch die Ballverteilung, die viele Gegenspieler in Breite und Tiefe auseinanderzieht, nicht wirklich gelernt hat. Hier sind seine Eigenschaften eher kontraproduktiv. Er profitierte im ersten Jahr von Schaaf` s Hang, auf den Halbpositionen der Raute solche Spieler zu integrieren. Diese Halbpositionen stellen in der Raute nun mal Sechser und Achter oder eben die zwei Sechser dar (Horizontalebene). Das hat funktioniert, weil er bei schnellerem Spiel für Statik sorgen konnte. In der momentanen Hierarchie sind andere Qualitäten gefragt, besonders neben Makiadi.

Hinzu kommt offenbar eine Schwäche, die Dutt mit dem einen oder anderen Trainern teilt. Er reagiert während des Spiels kaum, mitunter gar nicht auf Verläufe und Gegner. Mit einer Umstellung auf Positionen, mit entsprechenden Wechseln oder mit einer taktischen (wenn nötig System-) Variation. Die zweiten Halbzeiten in Gladbach, gegen Nürnberg oder Berlin, selbst zuletzt gegen Bayern, sprechen dahingehend Bände. Hertha hat uns mit einfachem taktischen Schachzug in Halbzeit 2 matt gesetzt.
Rehhagel damals, beherrschte das excellent, Schaaf gelang es ganz, ganz selten und unser Bundes-Jogi Löw, um ein weiteres Beispiel zu nennen, kann es schlicht nicht.

Dutt mag grundsätzlich ein guter Fußballehrer sein. Dafür spricht neben oben Erwähntem zum Beispiel auch, dass sich - für Werder-Verhältnisse ungewohnt – bereits Spieler individuell entwickeln. Elia geht nicht mehr so oft unsinnige Wege, sondern verhält sich besser zum Ball, kreuzt öfter die Innenbahn, sowohl vorwärts als auch rückwärts, läuft nicht mehr so viele weite Bögen (typische Unsitte für gelernte Außen), die Platz schaffen sollen, dummerweise aber den Weg verlängern und hat an seiner Schuss- und Ballhaltung gearbeitet. Mielitz hat seine Hibbeligkeit zumindest eingeschränkt, sein Strafraumverhalten einigermaßen stabilisiert (bei allerdings gleichbleibend mäßigem Spielverständnis) und seine Schwäche bei Fernschüssen vermindert, weil er sich in Sachen Explosivität und Timing im Absprung verbessert hat. Deswegen wirkte er nach den ersten vier oder fünf Pflichtspielen, bei denen er sich noch auf dem Niveau der Vorsaison bewegte, anschließend durchaus wie ein solider Bundesligakeeper, wenngleich ihm zu einem guten immer noch einiges fehlt. Petersen kämpft nicht mehr nur, sondern tut das inzwischen effektiver. Er war noch nie herausragend schnell und die Ballbehauptung wird nicht mehr seine Stärke werden, aber er hat meinen Eindrücken nach an Dynamik, Tempohärte, speziell im Stellen zwischen Körper und Ball und damit Abschirmen und Tempo beim Mitnehmen des Spielgerätes trotz Verletzungspause zugelegt. Am Rande sei erwähnt, dass Petersen schon immer einer war, der Grundlagentraining permanent brauchte. Doch genau bei solchen Sachen setzt Buric eben oft den Hebel an.
Alles noch nicht das Nonplusultra und weiterhin verbesserungswürdig, aber immerhin. Denn dass sich Spieler individualtechnisch in ihren Schwächen entwickeln, haben wir bei Werder ewig nicht gesehen. Eichin hat übrigens recht, wenn er sagt "man kann uns nicht vorwerfen, dass hier nicht genug gearbeitet und trainiert wird."

Nichtsdestotrotz ist in der Situation, in der Werder steckt, ein Trainer ohne (erkennbare) Linie keiner, der uns weiterhilft. Leider. Wäre Dutt direkt nach Freiburg hierhergekommen, wär`s vermutlich anders gelaufen.

Wär ich bloß pinkeln gegangen,anstatt mir die komprimierte Zusammenfassung aller Beiträge im "Mickschen Rotbuch Road 66" noch einmal reinzuziehen.
Vielleicht leide ich aber auch daran,daß ich mir jeden Einzelbeitrag zu Gemüte führe.
Nix als Wiedergekäutes im Bettlergewand,sorry.
Es ist mir ein Rätsel,daß dieser Post so gelobt wird.

Lieber bleib ich schräg und unverstanden!
 
Ich wünsche allen Foristen ein schönes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr.
Ich steige aus.Vor Mitte Januar habe ich keinen Bock mehr.
Es wiederholt sich alles und kann sich auch nur wiederholen.

Ich kann auch nichts Kluges mehr einbringen,außer das was mir selbst wieder aus den Ohren rauskommt.

So Long!:wink:
 
ist für den Profibereich überfordert und Eichin hat hier den falschen Trainer geholt. Er hatte nur eine gute Presse hinter sich, warum auch immer.
 
@ Mick_666

Hervorragende Analyse, auch wenn ich inhaltlich nicht in allen Punkten zustimme, besonders, auch wenn die Diskussion darüber rein hypothetisch bleibt, nicht wirklich sicher bin, ob Dutt ohne den "Umweg" Leverkusen hier anders agiert hätte.

Sicher, in LEV als auch hier in HB scheint er dazu zu neigen, mit seinem Entscheidungen das Wohlwollen des Umfelds gerecht zu werden, in Freiburg war dies nach meinem Ermessen nicht zu beobachten. Lag es wirklich an der Zeit in LEV, explizit an der Personalie Ballack, daß er sein Verhalten dahingehend geändert hat? Möglicherweise. Aber genau so gut kann es sein, daß er mit dem "Volkes-Wille-erfüllen" in Freiburg gar nicht erst konfrontiert wurde, weil man dort schon froh über einen Aufenthalt in der 1. Liga ist, so daß das Umfeld sich dort als genügsamer erweist als in Leverkusen oder hier in Bremen.

Ebenso muß man bei dieser These berücksichtigen, daß Dutt ein Coach ist, der in der Startaufstellung sowohl taktisch als auch personell variieren kann, so daß eine geänderte Ausrichtung oder Personalentscheidung zufällig mit "Volkes Wille" zeitgleich konform gehen könnte. Warum er aber diese Flexibilität, wie von dir erwähnt, nicht auch im Spiel zeigt (evtl. aus Mangel an Alternativen bei dem größten Teil "geerbten" Kader + seiner Neuverpflichtungen) ist mir ebenso schleierhaft wie die Rückkehr zu der Schaaf'schen Harakiri-Taktik, bei der für jeden objektiven Betrachter ersichtlich war bzw. jetzt wieder ist, daß mit dieser Spielweise ein durchschnittlicher Bundesligakader wie der unsrige in den letzten Jahren bis einschließlich heute hoffnungslos überfordert ist.

Vielleicht war diese Rückkehr ja auch einer der Varianten, die RD ausprobieren wollte. Dieses Offensiv-Experiment, wenn es denn eines war, ist jedenfalls gewaltig in die Hose gegangen und wird durch die bisher höchste Heimpleite in der Buli-Geschichte von Werder stets in mahnender Erinnerung bleiben; auch wenn dieses 0:7 - anders als die bisher höchste Heimniederlage, das 1:7 gegen MG im Jahr 1987 - kein alleiniges "Produkt" eines rabenschwarzen Werder-Tages war, sondern die beinahe, sich schon beim 0:5 gegen Dortmund zu Beginn der Rückrunde 12/13 andeutende, logische Konsequenz der Stagnation bei Werder in den letzten Jahren. Eine Entwicklung die nach anfänglichen Hoffnungsschimmern auch vom neuen Coach bisher nicht aufgehalten werden konnte.

@bremen
Ich bin auch in der Analyse von Mick zwiegespalten. Teilweise klingt es logisch und nachvollziehbar, teilweise glaube ich, dass RD einer Fehleinschätzung (von außen hineingetragen???) erlegen ist.
Warum hat Dutt seinen ursprünglichen Weg verlassen? Rein spekulativ meinerseits vermute ich die Gründe im ASR, die immer wieder das Erlebnis Werder mit Offensivfußball nach Draußen getragen haben. Ich könnte mir lebhaft vorstellen, dass man dort Dutt auf die spektakuläre Spielweise eines Schaaf hingewiesen hat und dabei nachfragte, ob man das nicht wieder in Bremen hinkriegen könnte???
Bei KDF und seinem Spezi WL habe ich so meine eigenen Vorstellungen.
 
Ich sehe es etwas einfacher mit dem Trainer: Dutt ist Charmeur, der es irgendwie nochmal geschafft hat, bei ner fetten alternden ex-Diva zu landen, indem er ihr irgendwas ins Ohr gesäuselt hat, was ihr geschmeichelt hat. Ich kann es ihm nicht verübeln, er hat eine Chance ergriffen. Und die alte Diva war für ein paar Wochen wieder glücklich. Jetzt ist Alltag eingekehrt. Die Diva wird irgendwann erkennen müssen, dass sie wohl nie wieder die schöne Diva sein wird, die sie mal war ... sie wird sich radikal umstellen müssen, abspecken und ein neues Leben leben müssen, ohne Glanz und Glamour - vorerst.
 
Ich sehe es etwas einfacher mit dem Trainer: Dutt ist Charmeur, der es irgendwie nochmal geschafft hat, bei ner fetten alternden ex-Diva zu landen, indem er ihr irgendwas ins Ohr gesäuselt hat, was ihr geschmeichelt hat. Ich kann es ihm nicht verübeln, er hat eine Chance ergriffen. Und die alte Diva war für ein paar Wochen wieder glücklich. Jetzt ist Alltag eingekehrt. Die Diva wird irgendwann erkennen müssen, dass sie wohl nie wieder die schöne Diva sein wird, die sie mal war ... sie wird sich radikal umstellen müssen, abspecken und ein neues Leben leben müssen, ohne Glanz und Glamour - vorerst.

Jetzt hab Liza Minelli im Kopf. Schönen Dank auch :ugly:
 
Ich finde Micks Analyse zumindest als Diskussionsgrundlage gut geeignet. Manche Punkte, man nehme zum Beispiel den Exkurs zu Bargfrede, sehe ich anders. Bargfrede ist gelernter Offensivspieler, aber genau das ist Makiadi auch. NAch allem, was ich von beiden gesehen habe, teilen sie die Schwächen. Bargfrede ist aber nach monatelanger Verletzung bereits präsenter, zweikampfstärker und dynamischer. Neben dem strategischen 6er, den wir seit Jahren brauchen, würde ich jederzeit Bargfrede bevorzugen. Makiadi ist für mich bisher eine einzige Enttäuschung, vor allem eben auch in den Dingen, für die er geholt wurde: Ballsicherheit, taktisches Verständnis, Zweikampfstärke. Da sehe ich Bargfrede als den deutlich besseren Spieler, der nicht umsonst in unser letzten CL-Truppe Stammspieler war.

Unser Erfolg aus den ersten beiden Spielen entstand eben nicht, wie Mick meint und wie ich damals auch gehofft habe, aus einer anderen taktischen Orientierung. Er entstand aus Zufall und daraus, dass wir, weil wir kein Fußball spielen konnten, tief standen und Bälle gekloppt haben. Das reichte bereits gegen Frankfurt und Gladbach nicht und lag auch nie in der Absicht von Dutt. Und eine solche Spielweise reicht auch normalerweise nicht, da darf man sich von den glücklichen 6 Punkten nicht blenden lassen. Es ist sinnvoll, so gegen Bayern und Dortmund zu spielen und das wars.

Als fußballerisch unterlegene Mannschaft muss ich die Zahl der reinen Offensivspieler reduzieren und mehr Leute aufstellen, die ihre Stärken an beiden Seiten des Platzes haben. Unberechenbarkeit stelle ich dann her, indem sich unterschiedliche Spieler vorne einschalten. Eine Balance zwischen Offensive und Defensive heißt nicht, dass Hunt und Elia dauernd an der eigenen Eckfahne herumturnen.

Bis heute hat Dutt alles probiert, ohne sich auf ein System festzulegen. Dass man gerne zwei oder drei Systeme spielen will etc. pp. mag ja alles sein, aber Dutts Aufgabe bestand darin, den Rückstand aufzuholen, den man anderen Teams gegenüber hatte, die mit einem länger dort arbeitenden Trainer in die Saison gingen. Es wäre also sein Job gewesen, der Mannschaft durch ein einfach strukturiertes System zu helfen, in dem die Schwächen der Defensivspieler kaschiert und die der Offensivspieler genutzt werden können.

Stattdessen hat er herumgewürfelt, Hunt als false nine aufgestellt, Petersen rechts, dann wieder mit einer Spitze, dann 4-4-2 mit Raute usw. usf. Genauso planlos ist sein Herumgewechsel im Tor, wo klar erkennbar ist, dass Wolf der schlechtere Mann ist und wo Mielitz nach einem schwachen Spiel nach mehreren guten plötzlich raus ist. Dieses Herumgehopse verunsichert alle. Hinzu kommt, dass er, wie Schaaf vor ihm, gerne viele gelernte Stürmer aufstellt und diese dann durcheinanderlaufen lässt, was auch überhaupt nicht zu einem Offensivkonzept zusammenwächst, sondern einfach nur blankes Chaos ist, das zudem die Defensive, die schwach besetzt ist, überlastet. Dort fehlt, durch den Transfer von Wunschspieler Makiadi, der dringend nötige 6er und es fehlt, wenn 4 Offensive auf dem Platz stehen, die Entlastung aus dem Mittelfeld.

Das Vernichtendste, was man über die Ära Dutt sagen kann: Wir stünden ziemlich sicher besser dar, wenn man einfach Wolfgang Rolff weitermachen lassen hätte und wir 17x mit Raute gespielt hätten.
 
Es gab doch die Aussage von Dutt, dass es ihm in der Winterpause schön öfter mal gelungen ist die richtigen Hebel anzusetzen - ich schätze RD und finde er kann noch immer mit Werder erfolgreich sein, und gehöre mit der Meinung wohl langsam der Minderheit an - aber diese Aussage lässt sich statistisch einfach belegen und deshalb möchte ich das mal schnell relativieren:

2007/2008 "Dutt tritt die Nachfolge von Finke an"
Hinrunde 30 Rückrunde 25

2008/2009 "Dutt steigt auf"
Hinrunde 30 Rückrunde 38

2009/2010 "Dutts Erstligadebütsaison"
Hinrunde 18 Rückrunde 17

2010/2011 "Dutts beste Saison mit dem SC"
Hinrunde 28 Rückrunde 16

2011/2012 "Das Dutt Experiment bei den Pharmern"
Hinrunde 26 Rückrunde 13 Punkte aus 11 Spielen

Demnach war es nur ein einziges Mal der Fall, dass eine Profimannschaft unter Dutt besser in der Rückrunde war als in der Hinrunde - nur mal zur statistischen Diskussionsgrundlage.
 
Damit wäre er quasi der Anti-Schaaf.

Kann man nicht Schaaf für die Hinrunde nehmen und Dutt für die Rückrunde? :D

Wieso, ich hab doch geschrieben das Dutt in der RR bis auf eine Ausnahme in der Aufsteigssaison mit Freiburg schlechter war als in der HR. Schaaf war doch auch ein Hinrundenspezialist und mehrmaliger Herbstmeistertrainer oder? Für die Rückrunde bräuchten wir dann eher nen Feuerwehrmann wie Neururer.
 
Mir kommt es so vor als wenn Dutt, wenn er Fehler erkennt, darauf schon reagiert indem er Formationen oder Personal ändert und dann diesen Änderungen aber keine Zeit gibt, zu fruchten, sondern gleich wieder ne Idee hat und die dann umsetzt. Und so gibt es ein ständiges Ändern und Durcheinander und eben keine Automatismen und Eingespieltheit.

Zugute halten muss man ihm aber schon die begrenzten Möglichkeiten des Kaders, welche durch Verletzungen noch extrem verstärkt wurden. In der IV hatten wir jetzt Wochenlang gar keine Alternative mehr. Auf der LV-Position hat man eigentlich auch keine Alternative. Im DM fielen zuletzt mit Iggy, Kroos und Juno auch alle Alternativen aus. Petersen und di Santo fehlten lange im Sturm.

Meine letzte Hoffnung ist daher, dass Dutt in der Rückrunde mal der gesamte Kader zur Verfügung steht, eventuell mit 1 oder 2 Verstärkungen, und er wirklich weiß was dann zu tun ist, wie er es sagt. Das er aus seinen Fehlern gelernt hat und das er ne klare Linie durchzieht. Man hat dann ein bisschen mehr Zeit bspw. Garcia zu formen und auch di Santo in ein festes System zu integrieren.
Fest steht für mich, dass ich Dutt die Chance in der Rückrunde auf jeden Fall geben will. Auch weil man imho keine 5 Millionen für nen Trainerwechsel hat. Nicht mal ansatzweise.
 
Das Vernichtendste, was man über die Ära Dutt sagen kann: Wir stünden ziemlich sicher besser dar, wenn man einfach Wolfgang Rolff weitermachen lassen hätte und wir 17x mit Raute gespielt hätten.

Abgesehen davon, daß diese These rein hypotetisch ist: ich erinnere mich noch sehr gut an die hiesige Diskussion über die Nachfolge von Thomas Schaaf, bei der der vorschlagene Co-Trainer Wolfgang Rolff von einigen u.a. mit den Hinweisen abgelehnt wurde, daß er den damaligen Zweitligisten SV Meppen nicht vor dem Abstieg retten konnte und er in der mit Ausnahme einer Interimstätigkeit beim VfB Stuttgart nur über Co-Trainer-Erfahrung in der 1. Bundesliga verfügte.
;)
 
Abgesehen davon, daß diese These rein hypotetisch ist: ich erinnere mich noch sehr gut an die hiesige Diskussion über die Nachfolge von Thomas Schaaf, bei der der vorschlagene Co-Trainer Wolfgang Rolff von einigen u.a. mit den Hinweisen abgelehnt wurde, daß er den damaligen Zweitligisten SV Meppen nicht vor dem Abstieg retten konnte und er in der mit Ausnahme einer Interimstätigkeit beim VfB Stuttgart nur über Co-Trainer-Erfahrung in der 1. Bundesliga verfügte.
;)

Ich bin auch nicht für ihn, sondern wollte ein Beispiel geben.

Hier wird immer verlangt, dass der Trainer eine möglichst große Reputation hat, aber wir brauchen vor allem jemanden, der zum Team und zum Verein passt.
 
Mir kommt es so vor als wenn Dutt, wenn er Fehler erkennt, darauf schon reagiert indem er Formationen oder Personal ändert und dann diesen Änderungen aber keine Zeit gibt, zu fruchten, sondern gleich wieder ne Idee hat und die dann umsetzt. Und so gibt es ein ständiges Ändern und Durcheinander und eben keine Automatismen und Eingespieltheit.

Zugute halten muss man ihm aber schon die begrenzten Möglichkeiten des Kaders, welche durch Verletzungen noch extrem verstärkt wurden. In der IV hatten wir jetzt Wochenlang gar keine Alternative mehr. Auf der LV-Position hat man eigentlich auch keine Alternative. Im DM fielen zuletzt mit Iggy, Kroos und Juno auch alle Alternativen aus. Petersen und di Santo fehlten lange im Sturm.

Meine letzte Hoffnung ist daher, dass Dutt in der Rückrunde mal der gesamte Kader zur Verfügung steht, eventuell mit 1 oder 2 Verstärkungen, und er wirklich weiß was dann zu tun ist, wie er es sagt. Das er aus seinen Fehlern gelernt hat und das er ne klare Linie durchzieht. Man hat dann ein bisschen mehr Zeit bspw. Garcia zu formen und auch di Santo in ein festes System zu integrieren.
Fest steht für mich, dass ich Dutt die Chance in der Rückrunde auf jeden Fall geben will. Auch weil man imho keine 5 Millionen für nen Trainerwechsel hat. Nicht mal ansatzweise.

Das ist aber auch nen Teufelskreis wenn es nicht läuft - du änders nichts, dann sagen ale, warum ändert er denn nichts? Du änderst was und es wird nicht besser, dann werfen sie dir Konzeptlosigkeit vor und wenn du einmal etwas änderst und daran festhalt, dann bist du nicht nur konzeptlos sondern auch blind, starrsinnig, unflexibel und ideenlos - änderst du das geänderte es funktioniert nicht dann wird dir vorgeworfen, dass du überhaupt keine Ahnung von irgendwas hast und Kombination mit allem anderen was dir schon vorher vorgeworfen wurde.

Wenn du erfolgreich bist, kannste sogar vergessen einen Spieler aufzustellen, wenn du dann gewinnst sagen die Leute, guck mal der Fuchs schont seinen Spieler fürs nächste Spiel.
 
Ich bin auch nicht für ihn, sondern wollte ein Beispiel geben.

Hier wird immer verlangt, dass der Trainer eine möglichst große Reputation hat, aber wir brauchen vor allem jemanden, der zum Team und zum Verein passt.

Mir ist das total wumpe ob im er zum Verein passt oder nicht. Außerdem gibts da doch keinen Bewertungsrahmen. Wie willst du das objektiv messen ob einer passt oder nicht?
Für den einen passt das, der andere will was anderes. Absolut kein Auswahlkriterium.
 
Das ist aber auch nen Teufelskreis wenn es nicht läuft - du änders nichts, dann sagen ale, warum ändert er denn nichts? Du änderst was und es wird nicht besser, dann werfen sie dir Konzeptlosigkeit vor und wenn du einmal etwas änderst und daran festhalt, dann bist du nicht nur konzeptlos sondern auch blind, starrsinnig, unflexibel und ideenlos - änderst du das geänderte es funktioniert nicht dann wird dir vorgeworfen, dass du überhaupt keine Ahnung von irgendwas hast und Kombination mit allem anderen was dir schon vorher vorgeworfen wurde.

Wenn du erfolgreich bist, kannste sogar vergessen einen Spieler aufzustellen, wenn du dann gewinnst sagen die Leute, guck mal der Fuchs schont seinen Spieler fürs nächste Spiel.

Ich erinnere mich an die Löws Wechselspiele, solange die n11 damit gewonnen hatte wurde er über den Klee gelobt und er war schon fast ein Gottgleiches Genie. Dann hat er ein Spiel, das gegen Italien, verloren und schon war er der blinde Trottel.
 
Es geht doch darum, dass wir kein einziges System beherrschen. Unter anderem deswegen, weil wir kein einziges konsequent einüben. Flexibilität ist doch kein Selbstzweck und ich kann nicht nach jedem schlechten Spiel das System ändern, sondern muss im Gegenteil an der Umsertzung feilen.
 
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