Dass Du gerade in der aktuellen Situation, in der wir kaum eigene Torchance erspielen, dennoch annähernd gleichviele Tore fangen, fast allen Gegnern hoffnungslos unterlegen sind,
Fortschritte siehst, beweist mir Deine äußerst selektive Wahrnehmung!
:daumen:
Genau.
Abgesehen davon, dass ich noch nirgends behauptet habe, in Bezug auf unseren Ex- Welttrainer objektiv zu sein (kann ich nicht, wie soll das auch gehen, bei so etwa über hundert Spielen, über die man sich furchtbar geärgert hat in einem halben Dutzend Jahre) zeugen Deine Superlative oben natürlich von völlig differenzierter und überhaupt nicht selektiver Wahrnehmung, so wie bei aller anderen hier im Forum auch. Oder hier...
In der Saison 2008/2009 haben wir in der Liga Probleme gehabt, aber zwei Endspiele erreicht, von denen eines gewonnen wurde, das andere, auch wegen der Sperre des besten Spielers Diego, verloren wurde.
:cool:
In der Saison 2008/2009 war ganz klar Özil unser bester Spieler, besser als 09/10. Er spielte auf einer Destruktivposition, wo er nie hingehörte und war trotzdem immer der Initiator, sobald Werder mal einen Anflug von Struktur versprühte (was unter TS schon was bedeutete), darüber in Spiele zurückkam und Mitursache, dass Baumann nach zwei eher verlorenen Jahren in seiner letzten Saison wegen seiner One-Touch-Fähigkeiten noch einmal sowas wie den dritten Frühling erlebte. Nicht nur aus den Statistiken ging das hervor, auch von dem, was wir bspw. im Pokalspiel in HH oder in Ligapartien wie Werder`s Heimsieg gegen den späteren Meister WOB oder beim 5:0 in Frankfurt sehen konnten. Vorrausgesetzt man ist in der Lage, Zusammenhänge in einem Fussballspiel zu deuten.
Wir haben eben nicht nur in der Liga Probleme gehabt, sondern uns parallel dazu in der CL bis auf die Knochen blamiert, besonders von der taktischen Spielführung her, nachdem wir aus den Blamagen der Vorjahre nichts gelernt haben. Und wer sich an Werder- Spiele mit Diego gegen Mannschaften mit starkem Defensivverbund sowie schnellen, drangvollen Konterstürmern und Kontertaktiken erinnert, der wird sich denken können, wie viel eher wahrscheinlich so eine Leistung gegen Donezk, die mit ähnlicher Spielanlage auftraten, gewesen wäre. Im UEFA- Endspiel sind wir neben eins, zwei fragwürdigen Schieri-Entscheidungen vor allem an taktischen Fehlern und Nichtberücksichtigen der Stärken und Schwächen des Gegners gescheitert. Statt die Möglichkeit ohne Diego zu nutzen, endlich wieder einmal vertikal und schneller spielen zu können, um eben die Ukrainer dort zu treffen, agierten wir im verkappten 4-2-2-2. Baumann dieser Kreativ-Stärken beraubt im DM neben Frings. Und Özil aussen gegen einen der damals besten RAV in Europa, Srna, spielen zu lassen, war nochmal ne Steigerung des Ganzen.
Wäre die Mailänder Truppe nicht aufgrund ihres hohen Durchschnittsalters in der Schlußphase eingebrochen, hätte es für Werder nicht mal das EL- Viertelfinale gegeben.
Aber dass eine derart individuell stark besetzte Mannschaft wie Werder damals zumindest in Pokalwettbewerben im K.O.-Modus gegen deutlich schwächer besetzte Teams etwas reisst, war doch nun wirklich nicht überraschend.
Apropos CL:
Robin Dutt hat dort in seinem ersten Anlauf relativ problemlos die Vorrunde überstanden, gegen Chelsea und Valencia, nicht gegen Famagusta und AEK, auch ohne Micoud. Gegen Barcelona gab`s dann das erwartete Lehrgeld.
Lehrgeld haben viele deutsche Mannschaften in der Anfangszeit in der CL gezahlt, aber irgendwann kam der Lerneffekt. Leverkusen Ende 90er teilweise peinlich in den ersten zwei Vorrunden, bis sie dann weiter kamen und später im Finale standen. Schalke in seinen ersten zwei CL-Saisons streckenweise Lachnummer, bis dann erst Viertelfinale und dann Halbfinale zu Buche standen. BVB zuletzt auf die gleiche Weise, wer sich mal an deren erste CL-Spielzeit erinnert und BVB ebenso früher in den 90ern, bis dann der CL-Sieg kam.
Nur Werder hat jedes Jahr mehr Lehrgeld gezahlt, statt irgendwann einmal weniger. Auch so ein Indikator, jedenfalls für mich.
Ja, DR AKR, ich sehe Dutt nicht konzeptlos und durchaus zarte Fortschritte in den schon einmal angesprochenen Dingen, die unter schwierigen Bedingungen allerdings so gut wie gar nicht greifen. Auch weil die Personalpolitik insgesamt seltsam wirkt, von Anfang an, da stimme ich einigen Vorrednern schon zu.
