Der Begriff Vehemenz war an dieser Stelle eher falsch, in der "Deutlichkeit" war gemeint. Passiert halt, falsche Wortwahl.
Dass ich vehement etwas vertrete, stimmt. Problem?
Der letzte Satz dieses Absatzes galt ja schon für die letzte Zeit der Ägide Schaaf. Und das, was Du als Unfug abtust, sollte Dutt & Trainerteam schnellstmöglich wieder einführen, wenn es denn überhaupt obsolet wäre. Dann wäre so ein Fehlpassdebakel wie gegen Frankfurt unwahrscheinlicher. Du beschwörst doch selber immer die Arbeit an den "Basics".
Das ist aber
mMn kein Basic im Sinne des Schaffens von fussballerischen Grundlagen, also was Spieler verinnerlichen müssten, um es immer wieder abrufen zu können. Und zwar vor allem dann, wenn die eigene Tagesform grundsätzlich oder mindestens die mentale Einstellung zu einem Spiel nicht stimmt oder das Selbstvertrauen gerade fehlt. Dann muss der intuitive Part greifen.
Denn, um zum Punkt zu kommen, darum geht` s eben auch beim 5-gegen-2. Das zu trainieren ist
mMn nicht falsch (ich habe ja extra das Adjektiv "ewig" hinzugefügt), aber nicht permanent und vor allem nicht bevorzugt als Grundlage.
Interessanterweise sprichst Du selbst die Kognition an. Wenn also im Training ständig 5 gegen 2 eine wichtige oder gar die wichtigste Einheit ist, könnte es dann sein, dass die Spieler glauben, den Ball müssen sie tatsächlich nur prallen lassen, um ihn zum eigenen Mann zu bringen?
Möglicherweise beginnen bereits hier die Probleme. Zum einen hast Du diese engen Situationen im Spiel, wo das möglich ist, nur sehr selten, höchstens dann, wenn der Raum zu knapp, die Nebenleute sich auf den Füssen stehen, weil die gesamte Mannschaft nicht in der Lage ist, den Gegner auseinanderzuziehen. Zum anderen wird so die Passqualität nicht wirklich gefördert. Zum Beispiel, wie wichtig es ist, auch einmal den Ball platziert, flach auf dem Rasen über 8-15 Meter zu spielen, so dass der Nebenmann mit dem Ball in den Lauf oder direkt auf den Mann auch was anfangen und idealerweise das Spiel weiter beschleunigen kann. Oder Freistoß-/ Eckenvarianten, Schusstechniken mit Innenseite, Spann, Außenrist, druckvolles Passspiel auf den Punkt. Ich kann mich sowohl bei eigenen Beobachtungen, als auch in den Berichten anderer aber nie dran erinnern, dass Werder unter TS dieses mal zielgerichtet trainiert hat (öffentlich, versteht sich). Dutt tut es, teilweise.
Es ist
meines Erachtens schlichtweg falsch, zu behaupten, mit solchen Trainingsmaßnahmen "wäre so ein Fehlpassdebakel wie gegen Frankfurt unwahrscheinlicher". Wie auch immer, die Früchte waren zu sehen. Denn genau das Gegenteil konntest Du bei Werder immer wieder beobachten, wenn wir uns gegen einen gut gestaffelten und organisierten Gegner extrem festgebissen haben, nicht in der Lage waren, das Spiel breit zu machen (5-gegen-2, längere, flache Pässe auf den Punkt). Und die Mannschaft irgendwann mangels flexibler Spielführung und daher mangels Alternativen verzweifelte und letztlich im Umschaltverhalten in sich zusammenfiel. Denn gerade dann stehen die fragwürdigen "mentalen/ kognitiven Fähigkeiten", die Du ansprichst, vielen Spielern im Wege, weil die Intuition die fehlenden Mechanismen nicht ausgleicht.
Gerade heutzutage, wo der Platz in Breite und Tiefe immer effizienter genutzt wird, musst Du hier ansetzen.
Deshalb gilt und galt dieser Satz eben nicht für die Ägide Schaaf, jedenfalls wenn das öffentliche Training als Maßstab genommen wird und nichts anderes tue ich.

Ist das jetzt hier die seit über 2500 Jahren belegte Behauptung, die aktuelle junge Generation ist tugendlos, unverantwortlich und verzogen und damit schlussendlich nicht den Herausforderungen gewachsen?!
Da steht natürlich immer die These im Raum, die Spieler müssten solche Dinge wie oben angesprochen ab einem gewissen Alter nach guter Ausbildung grundsätzlich mitbringen (vielleicht glaubte das auch Schaaf), aber das ist halt der Trugschluss- meistens können sie nicht. Bzw. können sie es schon, verstehen aber nicht, warum es wichtig ist. Das lehren uns doch die Erfahrungen der hochgepäppelten Sportgymnasium- Generation. Natürlich trifft das nicht auf alle zu, aber auf viele. Ist schon ein Unterschied zu früher.
Nein. Die extrem harmlose Offensive (herausgespielte Chancen) ist etwas sehr neues in dieser Qualität.
Die Frage, die ich hier hätte ist, was Du mit Qualität im Zusammenhang zur Jetzt-Zeit und im Vergleich zu damals verstehst, wenn Du schon vergleichst?
M.E. geht erstens der Versuch, Balance über eine gewisse Grundordnung zu finden bei einem Team mit immer noch einigen Spielern, die das jahrelang nicht kannten, zu Lasten der Offensivqualität. Zweitens fehlt schlicht zu einem Gutteil die Qualität in der Offensive früherer Jahre an sich.
Wir hatten das damals (noch in WOL) einmal aufgeschlüsselt, ich glaube 2008 im Frühjahr muss es gewesen sein, da hatte Maddin den Thread mit Werder` s fehlendem Kombinationsfussball eröffnet, wo dies diskutiert wurde. Von der Rückrunde 2007 an über die Saison 07/ 08 war Werder im Verhältnis der Torchancen im Vergleich zu denen, die wirklich herausgespielt wurden, unteres Tabellendrittel. Nicht nur gefühlt haben wir die meisten Spiele nur noch über Wucht und individuelle Klasse, nicht über taktische Facetten, System und spielerische Qualitäten gewonnen. Damals schon. Und das zog sich so lange hin und brach schließlich völlig ein, als jene individuellen Qualitäten aufgrund des Kaderumbruches weniger wurden.
Ach so. Mit dieser kruden Behauptung ist selbstverständlich alles gesagt.
Das war verallgemeinert betrachtet, nicht auf einzelne direkt bezogen. Aber es lässt sich nicht abstreiten, dass viele Trainer ohne große Spielervergangenheit in den letzten 10 Jahren Karriere machen, meinem Gefühl nach aus diesem Grund.
Btw Lass doch bitte die ständigen persönlichen Angriffe, die in ihrer Überheblichkeit völlig deplatziert sind (auch wenn man` s von Dir oder DR AKR gewöhnt ist, sobald versucht wird, eine Meinung mit Argumenten auch im Kontext zu unterlegen).