RIP .... Wir denken an...

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:tnx:

Schmidt war die letzten Jahrzehnte wirklich eine moralische Instanz in Deutschland und das, was man im Leben englischsprachigen Raum wohl einen "Elder Statesman" nennt. Etwas, was man wohl von Kohl nie sagen wird.

Das liegt einerseits an dessen gesundheitlichem Zustand, andererseits hat er sich diese Rolle durch die Parteispendenaffäre selbst zerstört.

Zumindest auf Genscher trifft es imho aber auch zu.

...Für mich war das der Zeitpunkt, an dem ich begann, mich wirklich für Politik zu interessieren. Die Rede von Hamm-Brücher werde ich wohl nie vergessen. :tnx:

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Schmidt war die letzten Jahrzehnte wirklich eine moralische Instanz in Deutschland und das, was man im Leben englischsprachigen Raum wohl einen "Elder Statesman" nennt. Etwas, was man wohl von Kohl nie sagen wird.

Es mag auch am großen zeitlichen Abstand zu seiner Regierungszeit liegen, aber bei seinen Nachfolgern ist ein solcher Status wirklich ziemlich unvorstellbar. Das hat auch viel mit dem Verhalten nach dem Ende der Kanzlerschaft zu tun. Schröder könnte heute womöglich auch ein anderes Ansehen haben, nach dem er seit zehn Jahren nicht mehr an der Macht ist, die Agenda 2010 zuletzt häufig als eine Basis für die relativ geringen Auswirkungen der Finanz- und Eurokrise genannt wurde und sich die Entscheidung gegen den Irak weiterhin als richtig erweist. Durch seine engen Verpflichtungen mit Gazprom und Putin hat er sich das aber verbaut.
 
Das liegt einerseits an dessen gesundheitlichem Zustand, andererseits hat er sich diese Rolle durch die Parteispendenaffäre selbst zerstört.

Er war ja nicht von 1998 an gesundheitlich angeschlagen. Insofern ist der zweite Teil wohl der wichtigere für diese Feststellung.

Zumindest auf Genscher trifft es imho aber auch zu.

Ja, aber doch auf einem anderen Level als Schmidt, würde mich ich sagen.
 
Schade, dass ich die Zeiten, in denen Politik auf Bundesebene noch von charismatischen Menschen, denen man gerne beim Debattieren zugehört hat, nie erlebt habe. Ich bin politisch interessiert, aber das liegt sicherlich nicht an Leuten wie Merkel, Brüderle und Stoiber. Mit Helmut Schmidt ist einer der letzten wirklich charismatischen Politiker gegangen und auch, wenn ich (obwohl bekennender SPD Wähler) nicht immer mit seinen Meinungen konform gegangen bin, habe ich mir seine Meinungen immer gerne angehört.
 
Stimmt, in den 70er Jahren flogen im Bundestag schon mal ordentlich die Fetzen.

Strauß, Wehner, und Helmut Schmidt war auch kein Kind von Traurigkeit, wie gerade nochmal gezeigt wird.

Damals waren die Damen und Herren Politiker eben noch nicht "windkanaloptimiert", und political correctness kannte man noch nicht im heutigen Maß.
 
Das liegt einerseits an dessen gesundheitlichem Zustand, andererseits hat er sich diese Rolle durch die Parteispendenaffäre selbst zerstört.

Zumindest auf Genscher trifft es imho aber auch zu.



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Genscher???? "Häuptling Doppelzunge" ist doch mit seiner Falschheit damals dem Schmidt in den Rücken gefallen und hat dadurch den Weg für den Dicken freigemacht. Nein danke, Genscher ist auf keinen Fall auf einer Stufe mit Schmidt. Der Genscher hätte ihm nicht mal als Aschenbecher gerecht werden können. :D
 
Genscher???? "Häuptling Doppelzunge" ist doch mit seiner Falschheit damals dem Schmidt in den Rücken gefallen und hat dadurch den Weg für den Dicken freigemacht. Nein danke, Genscher ist auf keinen Fall auf einer Stufe mit Schmidt. Der Genscher hätte ihm nicht mal als Aschenbecher gerecht werden können. :D

Das kann man auch anders sehen.

Es war für Genscher und die FDP damals zu befürchten, dass Schmidt in seinen eigenen Reihen für den damaligen Knackpunkt, den Nato-Doppelbeschluß (falls unbekannt, bitte googlen), evtl. die nötige Unterstützung verlieren würde. Nach gescheiterten Verhandlungen stand die Nachrüstung an, und viele SPD-Leute wollten dies verhindern. Um dieses Risiko, die FDP sah es halt so, zu umgehen, zog man die Notbremse und sprengte die Koalition. Das war auch nicht Genscher alleine, die gesamte FDP stand dahinter.

Genscher hat sich rund um die Wiedervereinigung historische Verdienste erworben, und das nicht nur in den direkten Verhandlungen mit den DDR-Häuptlingen. Man sollte nicht unterschätzen, dass es in verschiedenen Ländern, allen voran Großbritannien, erhebliche Bedenken, Befürchtungen und Ressentiments gegen die deutsche Wiedervereinigung gab.
 
Irgendjemand hat heute gesagt, der letzte intellektuelle Bundeskanzler ist gestorben, dem kann man sich wohl anschließen.

Das war Klaus von Dohnanyi (ehem. Bürgermeister von HH) und er meinte süffisant, dass Schmidt sich immer über Intellektuelle lustig gemacht hätte, obwohl er wohl der einzige intellektuelle Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik war. :)

Genscher hat sich rund um die Wiedervereinigung historische Verdienste erworben, und das nicht nur in den direkten Verhandlungen mit den DDR-Häuptlingen. Man sollte nicht unterschätzen, dass es in verschiedenen Ländern, allen voran Großbritannien, erhebliche Bedenken, Befürchtungen und Ressentiments gegen die deutsche Wiedervereinigung gab.

Das ist unbestritten. Allerdings muss man in Genschers politisches Vermächtnis auch den Alleingang bei der Anerkennung von Slowenien und Kroatien einbeziehen, der nicht für wenige einer der Auslöser für den Balkankrieg war.
 
Das war Klaus von Dohnanyi (ehem. Bürgermeister von HH) und er meinte süffisant, dass Schmidt sich immer über Intellektuelle lustig gemacht hätte, obwohl er wohl der einzige intellektuelle Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik war. :)



Das ist unbestritten. Allerdings muss man in Genschers politisches Vermächtnis auch den Alleingang bei der Anerkennung von Slowenien und Kroatien einbeziehen, der nicht für wenige einer der Auslöser für den Balkankrieg war.

:tnx: Genau! Besonders scheinheilig wirkte er als er sich 1991 hinstellte und bedauerte was zu der Zeit im Balkan passierte, obwohl jeder wusste dass Deutschland durch Waffenexporte an Kroatien den Krieg befeuerte...seit dem war er bei mir endgültig unten durch!!!!!:wild:
 
Was zieht Erika Steinbach alias Eva Braun jr. eigentlich gerade wieder ab?

Sie arbeitet zusammen mit Herrn Seehofer daran, jeden CDU/CSU-Wähler, der intelligenter ist als ein Regenwurm, nachhaltig zur politischen Konkurrenz zu vertreiben. Der Rest geht dann in Richtung AfD, so dass CDU und CSU bei der nächsten Bundestagswahl leider an der Fünfprozenthürde scheitern werden...

Die Madame hat wirklich den Knall nicht gehört.
 
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