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Mick_666
Guest
Das ist so nicht richtig. Klar hat jede Mannschaft während einer Saison mal Probleme und mal läuft es wie am Schnürchen. Aber:Damit ignorierst Du aber die Tatsache, dass wir in jeder der zurückliegenden Saisons eine solche Phase hatten. Du ignorierst außerdem, dass die von Dir genannten Mannschaften dieselben Phasen haben, nur noch etwas länger. Deshalb landen sie meistens hinter uns. Selbst die Bayern haben entsprechende Probleme.
Es sind nicht dieselben Phasen. Du übersiehst, wie gesagt, dass es unterschiedliche Ursachen hat, weswegen sich Werder in solche Serien hineinmanövriert und wie es bei den von Dir genannten Vereinen läuft. Werder verliert einmal, sagen wir, durch eine ineffieziente Spielweise, lässt sich auskontern. Abgetan wird das dann als Ausrutscher oder ein Spiel, was halt mal passieren kann. Nachfolgend kommt das Gleiche noch dreimal hintereinander, bis es wirklich nicht mehr läuft, die Akteure verunsichert sind.
Bei Bayern, bei Schalke, auch bei Dortmund ist nach einer Niederlage sofort Feuer unter dem Dach. Im nächsten Spiel sorgt der Druck dafür, dass die alles daran setzen, irgendwie, egal wie, das Spiel zu gewinnen. Deswegen drehen die Bayern derzeit Spiele in den letzten Minuten wie auch Schalke. Oder Dortmund egalisiert Rückstände in den letzten Sekunden. Aus Angst, was dann erst los sein wird.
Bei Werder verhindert das kuschelige Umfeld, die überschaubare Presselandschaft, das ruhige Wesen aller Beteiligten, dass eine unnötige Niederlage entsprechend gewertet wird. Durch dieses Lalali wird auch der nächste Klops gegen einen schwächeren Gegner und das dritte sieglose Spiel schöngeredet. Im vierten Spiel fehlt den Akteuren dann das Selbstvertrauen, aber erst da fangen wir an, es ernst zu nehmen - zu spät, wie ich finde. Da stecken wir meist schon in einer Krise, die vermeidbar gewesen wäre.
Es wird eben nicht versucht, ein Trend rechtzeitig zu erkennen und vor allem frühzeitig dem entgegenzuwirken.
Werder hat eine bessere Mannschaft als Schalke,Wolfsburg oder Dortmund. Wir bekommen nur m.E. diese Kurve stets zu spät. Aus oben genannten Gründen. Abgesehen davon gibt es keine Garantie, dass diese Phasen Jahr für Jahr gut gehen und immer noch Platz 3 erreicht wird. Deshalb ist es besser, endlich an den Fehlern zu arbeiten und dies nicht einfach so als jahrelang erfolgreich und daher toll hinzunehmen. Sich auf Erreichtem auszuruhen ist meist der erste Schritt zum Untergang. Das sind die Indizien.Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist, den jetzigen Zustand als Anfang auf dem Weg nach unten zu betrachten und grundlegende Dinge zu ändern, um den Hebel herumzureißen. Damit gehst Du allerdings das Risiko ein, einen über viele Jahre etablierten und bundesweit bewunderten Erfolgsweg zu verlassen. Und mir ist auch nicht ganz klar, welche Indizien Du siehst, die dafür sprechen, dass wir jetzt aber wirklich den Bach runtergehen, während wie bei identischen Situationen in den letzten Jahren die Kurve immer bekommen haben.
Will Werder wirklich noch erfolgreicher sein? Dann muss der Verein aber auch die Mentalität eines Spitzenvereins haben und nicht nur irgendwelche Ziele ausgeben, die dann in keinster Weise dem Handeln und Tun entsprechen.
Es wird aber nicht mal an kleinen Rädchen gedreht, sondern es läuft immer so weiter.Die andere Möglichkeit ist, nicht an großen sondern an kleinen Rädchen zu drehen und die jetzige Situation zu meistern, indem man sie genau so durchsteht wie vergleichbare Situationen in den letzten Jahren. Nämlich vor allem besonnen und unaufgeregt.
Um an die eigenen Fähigkeiten voll glauben zu können, muss das auch den Spielern bewusst gemacht werden. Nach ein paar Spielen ohne Sieg Interviews zu geben wie KA und zu sagen:,,Wir sind nicht gut genug." ist der falsche Weg. Auf Probleme muss schon hingewiesen werden, wenn es noch läuft. Da müssen Gegnetore usw. sinnvoll analysiert und erörtert werden, wie es besser geht. Und nicht erst Draufhauen, wenn die Spieler kein Selbstvertrauen mehr haben, es überall hakt.Deshalb kann unsere einzige Chance darin bestehen, die Werder-Tradition fortzuführen und die eigenen Stärken zu betonen, die auch in dieser Saison oft greifen und dies in Zukunft auch wieder öfter tun, wenn wir an unsere Fähigkeiten glauben.
Kurz: Druck und Spannung müssen für den Erfolg immer hoch gehalten werden. Da fehlt`s eindeutig bei uns.
Soweit ich weiss, wurden in 45 Jahren Bundesliga in 95% der Fälle die Teams mit den wenigsten Gegentoren Meister. Oftmals hatten einige andere mehr Tore erzielt.Das ganze Gerede über "Meisterschaften gewinnst Du nur mit der besten Abwehr" ist populistischer Unsinn. Abgesehen vom letzten Jahr ist das sehr oft auch nicht der Fall. Im vorletzten Jahr hatte Nürnberg die beste Abwehr und wurde damit Sechster. Im Jahr davor wurde der HSV mit der besten Abwehr Dritter. Hinter uns. Davor hatte Hertha die beste Abwehr und wurde Vierter. Hinter uns. Im Jahr davor, unserer Doublesaison, hatte der VFB Stuttgart die mit Abstand beste Abwehr und wurde Vierter. Wir haben damals 14 Tore mehr kassiert und holten den Titel.
So, jetzt aber schnell ins Stadion. Holen wir uns das nächste 5:1 - wie vor 4 Jahren.


Auf den Weg aus der Krise, wie auch immer.