Nein, so ist es im Grunde nicht und der Privatkrieg, den Teile der Polizei mit Teilen der Fans führen, ist ein beidseitiger. Mag ja sein, dass es hier viele Staatsfetischisten gibt, die meinen, dass alles was Staat und Polizei anordnen, schon seine Richtigkeit habe, dass Polizisten quasi unfehlbare Exekutoren des Gemeinwohls seien.
(....)
Ich will allerdings auch nicht ins große Polizei-Bashing einsteigen und ich halte die meisten dummen Anti-Polizei-Sprüche in der Tat auch für absolut bescheuert. Ich bin nur der Ansicht, dass die Polizei durch grundlos arrogantes, maßloses und gewalttätiges Auftreten bei friedlichen Fußballspielen ihr Übriges dazu beigetragen hat, dass bei solchen Spielen einem friedlichen Fan die größte Gefahr durch Polizisten droht, weswegen viele Fans einen Zorn auf die Polizei haben. (....) Es gibt da allerdings viel hin und her zu diskutieren, aber bei Spielen, wo keine größeren Ausschreitungen zu erwarten sind, sehe ich es als einen sehr sinnvollen Versuch an, auf die Selbstregulation der Fanszenen zu setzen, auf Eigenverantwortung und auf ein zivilisiertes Benehmen. Fans sind in ihrer ganz und gar überwältigenden Mehrheit normale Menschen, von denen im Regelfall keine Gefahr ausgeht.
Klar ist das beidseitig, geben und nehmen, leben und leben lassen.
Es gehören immer zwei Seiten dazu. Aber "Privatkrieg"?
Ok, es mag sein das es privat unzufriedene Polizisten gibt, die ihre Autorität gerne gezielt im Dienst auslassen. Oder welche, die sich leicht provozieren lassen etc.
Ich bleibe aber dabei: wer in der Spur läuft hat auch im Prinzip nichts zu befürchten. Was Eisbär schildert, einen Umweg gehen zu müssen ist ja fern von Polizeigewalt, will daher nicht von Privatkrieg sprechen.
Es kommt hin und wieder vor, dass Unbeteiligte Pfeffer abbekommen weil man das nun mal - je nach Wind - nicht zentimetergenau einsetzen kann. Hier vermisse auch ich oft das Fingerspitzengefühl der Einsatzleitung oder einzelner Beamter.
Aber wer in der Spur läuft und friedlich zum Spiel geht wird ja nicht einfach so mal Bekanntschaft mit dem Mehrzweckstock der Polizei machen. Wer provoziert und Ärger sucht wird den auch finden, ggfs. auch überzogen, immer eine Sache des speziellen Einzelfalls. Aber der friedliche Fan (wenn nicht Zufallsopfer von Pfeffer z.B. wie genannt) hat doch nichts zu befürchten.
Beim Posen mit ACAB etc. sind wir ja auf einer Wellenlänge
Polizisten sind in ihrer ganz und gar überwältigenden Mehrheit normale Menschen, von denen im Regelfall keine Gefahr ausgeht.
Diese Äußerungen, dass nur der etwas zu befürchten hat, der sich nicht benimmt beruhen wahrscheinlich auf der Annahme, dass Polizisten Engel wären - sind sie aber nicht. Auch die Beamten stehen mal neben sich oder haben einfach nur einen beschissenen Tag, der ein oder andere lässt das dann während der Arbeit raus, wer das leugnet verkennt die Realität.
Es kommt eben auch immer darauf an, wie die Polizei sich verhält, denn deren Verhalten kann definitv provozierend wirken. Sicherlich gibt es viele Fans, die auf Krawall aus sind, man muss aber schon noch die Kirche im Dorf lassen.
Das kann und will ich nicht leugnen. Kann aber doch sein, dass dein Chef auch mal einen schlechten Tag hat und es an dir auslässt. Oder der Kundenbetreuer im Callcenter bei dem du gerade anrufst weil du was brauchst. Ok, die Auswirkung ist eine andere, zugegeben. Aber wie ich schon weiter oben ausführte, wie man in den Wald ruft....
Klar, ggfs. kann das Verhalten der Polizei provozierend wirken. Aber für manch einen ist deren Anwesenheit ja schon ein rotes Tuch.
Und als Polizist im Dienst würde ich mir auch bei weitem nicht alles gefallen lassen.