Politik und Fußball in Bremen

Aber eins ist klar, ohne das Spiel gäbe es keinen Einsatz, als ist Werder auf jeden Fall zur Rechenschaft zu ziehen. Warum soll der Steuerzahler dafür zahlen?? Wenn Du eine Party organisierst zahlt dann Dein Nachbar die Getränke???

Werder ist Steuerzahler.

Auf jede Eintrittskarte, auf jedes Bier, auf jedes Trikot und auf jede Bratwurst, die im Umfeld eines Werderspiels verkauft wird, erhebt der Staat die sogenannte Mehrwertsteuer. Gewinne müssen dann nocheinmal extra versteuert werden. Ich sehe es so: Fußballspiele sind für den Staat und die Stadt Bremen ein riesiges Geschäft. Eine Extragebühr für Fußballspiele dagegen ist reine Geldmacherei.
 
Also, ich war zu meinen Punkzeiten schon mal tierisch froh, mich am Berliner Hbf hinter einer aufmarschierten Reihe von Polizisten verbergen zu können, die zwischen mir und meinen Freunden und angetrunkenen Hansa Fans standen, deren Mannschaft gerade gegen Hertha verloren hatte (ja, das ist schon etwas her).
Solange die Polizei für den öffentlichen Raum eine Verantwortung hat, solange werden da bei Fußballspielen Kosten entstehen. Die Fanprojekte haben einiges bewirkt, aber wie jemand weiter oben schrieb, gibt es dazu keine messbare Zahl. Und die Leute, die weniger aufgrund des Fußballs als aufgrund der Reibereien vor Ort sind, wird man m.E. nach schwer in solche Projekte einbinden können. Dazu die Gruppendynamik.
In einer für Werder weiterhin schwierigen Zeit finde ich es von der Bremer Regierung aber ziemlich unüberlegt, dieses Fass aufzumachen. Man kann sich ja Gedanken machen, wie man das Polizei Aufkommen möglichst gering hält, dafür aber an den richtigen Stellen einsetzt und so ggf weniger Kosten entstehen. Da aber selbst Lokalpolitiker kleinerer Städte völlig sinnbefreite Entscheidungen treffen, bin ich nicht sicher, dass in Bremen langfristig gedacht wird.
Am Ende zahlen wohl doch wieder die Fans, die einfach nur Fußball gucken möchten...

:tnx: Darauf wird es hinauslaufen. Ändern tut sich also für uns nix, verstehe die Aufregung nicht. Ob wir den Einsatz als Steuerzahler bezahlen oder als Fans über die Eintrittsgelder. Die Tickets werden sowieso ständig teuerer, da ist Werder doch froh, wieder ne neue Ausrede zu haben, neben gestiegener Energiekosten, Mindestlohn, Ukraine-Krise, Klimawandel, Energiewende, LKW-Maut, Israel-Krise, Frauenquote......
 
Ändern tut sich schon was. Werder hat dank der Bremer Politik einen weiteren krassen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz. Während 17 Bundesligavereine nicht für Polizeieinsätze im öffentlichen Raum zahlen müssen, soll allein Werder dafür zur Kasse gebeten werden. Und während die Bundesligakonkurrenz mit der Ausrichtung von Länderspielen über die Jahre gesehen zig Millionen verdient, muss Werder auf diese Einnahmen nun dank des Alleingangs des Bremer Senats gänzlich verzichten.

Wenn DAS keine Wettbewerbsverzerrung ist, was dann?

Wahrscheinlich muss Werder erst in die 2. Liga absteigen, damit Mäurer und andere profilierungssüchtige Provinzpolitiker endlich raffen, was für ein Eigentor sie Werder und dem Bremer Steuerzahler durch diese Aktion geschossen haben.
 
Werder ist Steuerzahler.

Auf jede Eintrittskarte, auf jedes Bier, auf jedes Trikot und auf jede Bratwurst, die im Umfeld eines Werderspiels verkauft wird, erhebt der Staat die sogenannte Mehrwertsteuer. Gewinne müssen dann nocheinmal extra versteuert werden. Ich sehe es so: Fußballspiele sind für den Staat und die Stadt Bremen ein riesiges Geschäft. Eine Extragebühr für Fußballspiele dagegen ist reine Geldmacherei.

Naja, die Mehrwertsteuer bezahlt der Endverbraucher. Denn die Mehrwertsteuer ist im Preis der Waren bereits eingerechnet und der Verkäufer führt diese lediglich an den Staat ab.
 
Kann mir bitte nochmal jemand zusammenfassen wie hier der Stand genau ist?

Also ich weiß, dass der DFB das Länderspiel aufgrund der Regelung an einen anderen Ort verlegt hat. Nun hieß es aber doch, die DFL sei verpflichtet, bei Risikospielen in Bremen die Einsätze zu bezahlen. In letzter Zeit war öfters zu hören, Werder müsse diese nun bezahlen. Was ist da korrekt? Und gilt dies nur für Risikospiele oder für alle Spiele? Und mit was für einer Summe muss man da pro Spiel in etwa rechnen?
 
Also ich weiß, dass der DFB das Länderspiel aufgrund der Regelung an einen anderen Ort verlegt hat.
Richtig. Allein diese Verlegung hat bei Werder und der Weserstadion GmbH einen Schaden von EUR 600.000 verursacht, was in etwa einem Achtel der jährlichen Darlehensrate für den Stadionausbau entspricht.

Nun hieß es aber doch, die DFL sei verpflichtet, bei Risikospielen in Bremen die Einsätze zu bezahlen. In letzter Zeit war öfters zu hören, Werder müsse diese nun bezahlen. Was ist da korrekt?
Das Land Bremen wird die Rechnung an die DFL schicken. Die DFL hat aber bereits angekündigt, dass sie etwaige Kosten eins zu eins an den SV Werder Bremen weiterreichen würde (über einen entsprechenden Abzug bei den Fernsehgeldern). Denn die 35 anderen Profivereine, die der DFL angeschlossen sind, haben verständlicherweise keine Lust, die dem Land Bremen zuzurechnenden Kosten mitzutragen.

Und gilt dies nur für Risikospiele oder für alle Spiele? Und mit was für einer Summe muss man da pro Spiel in etwa rechnen?
Nur für Risikospiele. Die Summe pro Risikospiel lässt sich nicht beziffern, da sie davon abhängt, wie viel Polizei anrückt. Wenn die Politik bzw. die Polizei es für richtig hält, die HSV Fans mit 5.000 Polizisten auf Pferden zu empfangen, können die Kosten für ein Risikospiel in Millionenhöhe gehen. Darauf haben Werder und die DFL nun Einfluss.

Letzte Saison wären es "nur" Gesamtkosten von EUR 1,4 Mio. (auf die Saison bezogen) gewesen.

Sehr wahrscheinlich werden die Gerichte diese Schnapsidee eh wieder kippen, aber bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung werden Jahre vergehen, und so lange muss Werder sich auf den worst case einstellen. Das wird bis dahin natürlich auch Auswirkungen auf die Kaderplanung und die Ticketpreise haben.
 
Danke mabo!

Ich denke aber auch, dass sich die Sache auf Bundesebene klären lassen sollte. Hoffe natürlich, dass es nicht unbedingt Jahre dauert, bis da eine Entscheidung fällt.
 
nein, genausowenig wie ich für polizeieinsätze aufgrund von prügeleien bei der anreise meiner gäste zahle.

der steuerzahler soll deshalb dafür zahlen, weil die einsätze auf öffentlichem gebiet passieren und ein verursacher für die einsätze auch schwer in verantwortung gezogen werden kann. deshalb ist bei veranstaltungen der einzig vernünftige weg, die durch polizeieinsätze enstandenen kosten auf die steuerzahler aufzuteilen.

:tnx:

Das einzige wofür man mMn eine rechtliche Grundlage finden kann, wäre eine Beteiligung an den Kosten für die _im_ Stadionbereich eingesetzten Polizisten. Alles ausserhalb ist öffentliches Gelände und damit Verantwortungsbereich der öffentlichen Hand.
Kein Verein dieser Welt kann beeinflussen, wer am Bahnhof oder auf dem Weg zum Stadion randaliert. Vereine können potentielle Randalierer nicht daran hindern in die Stadt zu kommen - im Gegensatz zum Stadion.
 
:roll: Man kann ja über die sagen was man will, aber ich finde es 100% richtig dass die Vereine für den Polizeieinsatz zahlen müssten. Nur leider fürchte ich, dass in solch einem Fall die Eintrittskarten fürs Stadion noch teuer werden, da Werder die zusätzlichen Kosten wieder auf uns Fans abwälzen würde...:crazy:

Warum soll ein Verein für das asoziale Verhalten einiger Mitbürger außerhalb des Stadions zahlen, nur weil der Verein der Veranstalter ist.
Das würde ja auch bedeuten, dass Gewerkschaften, Parteien (speziell die Grünen) für ihre Demonstrationen die Polizei bezahlen muss. Einzig bei Stuttgart21 würde das ja in die zig Millionen gehen. Im Stadion kann man die Kosten von mir aus ja auf die Vereine abwälzen, aber doch nicht außerhalb ihres Einflussbereiches.
 
Warum soll ein Verein für das asoziale Verhalten einiger Mitbürger außerhalb des Stadions zahlen, nur weil der Verein der Veranstalter ist.
Das würde ja auch bedeuten, dass Gewerkschaften, Parteien (speziell die Grünen) für ihre Demonstrationen die Polizei bezahlen muss. Einzig bei Stuttgart21 würde das ja in die zig Millionen gehen. Im Stadion kann man die Kosten von mir aus ja auf die Vereine abwälzen, aber doch nicht außerhalb ihres Einflussbereiches.

Und da ist ja in erste Linie erstmal Elko für die Sicherheit verantwortlich. Und auch ums Stadion herum sind es die Elko Leute die wenns brenzlig wird eingreifen.

Auf mich wirken die Polizeieinsätze bei Werderspielen gegen solche Gegner wie Augsburg, Freiburg oder ähnliche Gegner auch schon sehr übertrieben, wo man sich denkt ob das denn wirklich sein muss und man in Absprache mit dem Verein da die Kosten nicht auch senken könnte.
 
Tja, was soll man dazu sagen. Wenn man der Zeitung mit den vier Buchstaben Glauben schenken darf (im Kicker stand es übrigens heute auch) fordert die Polizei jetzt 50 Millionen Euro pauschal von den Bundesliga-Vereinen pro Jahr für die Einsätze. Und in NRW scheint es ein noch geheimes Papier zu geben, wo drin steht die Polizei aus den Stadien und von den Anfahrtswegen abzuziehen. Wie es scheint haben andere nur darauf gewartet auf den Bremer Zug aufzuspringen. Jetzt bin ich mal gespannt auf die Reaktion des DFB und der DFL.
 
Seit den bremer Vorstoß bin ich mir sicher, dass die Geschichte vor dem Verfassungsgericht enden wird. Nach meiner Gesetzesauffassung wird aber alles beim Alten bleiben.

Sollte sich die Polizei zurückziehen, könnten die Vereine ja das Steuernzahlen einstellen, übertrieben gesehen ;)
 
Seit den bremer Vorstoß bin ich mir sicher, dass die Geschichte vor dem Verfassungsgericht enden wird. Nach meiner Gesetzesauffassung wird aber alles beim Alten bleiben.

Abwarten. Habe vor 2 Tagen im TV bgehört das der Polizeichef sich sicher ist das Bremen vor Gericht recht bekommt, weil man Werder einen Gebührenbescheid zukommen lassen will, was angeblich etwas anderes sein soll als das worüber diskutiert wird. Und Gebührenbescheide seinen völlig normal usw. usf. meinte r noch. Krieg das nicht mehr ganz genau zusammen. Auch war er sich sicher das dann andere Bundesländer ebenfalls den Bremer Weg bestreiten werden.

Sollte sich die Polizei zurückziehen, könnten die Vereine ja das Steuernzahlen einstellen, übertrieben gesehen ;)

Nöö ;)
 
Tja, was soll man dazu sagen. Wenn man der Zeitung mit den vier Buchstaben Glauben schenken darf (im Kicker stand es übrigens heute auch) fordert die Polizei jetzt 50 Millionen Euro pauschal von den Bundesliga-Vereinen pro Jahr für die Einsätze.

soweit ich das gelesen habe, fordert das erstmal nur der wendt und als idiot vom dienst ist es nunmal praktisch sein job, ständig irgendeinen schwachsinn daher zu reden. sollte man aber deswegen auch nicht unbedingt ernst nehmen.
 
Werder ist Steuerzahler.

Auf jede Eintrittskarte, auf jedes Bier, auf jedes Trikot und auf jede Bratwurst, die im Umfeld eines Werderspiels verkauft wird, erhebt der Staat die sogenannte Mehrwertsteuer. Gewinne müssen dann nocheinmal extra versteuert werden. Ich sehe es so: Fußballspiele sind für den Staat und die Stadt Bremen ein riesiges Geschäft. Eine Extragebühr für Fußballspiele dagegen ist reine Geldmacherei.

Es gibt noch wesentlich größere und finanzkräftigere Unternehmen als Fußballvereine und die zahlen auch Steuern, ohne das sie - zum Teil - gewaltbereite Anhänger hätten.
 
Die Initiative des Bremer Senats ist schon äußerst fragwürdig. Habe mir bei dem Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion heute die Hände vor dem Kopp zusammengeschlagen. Auch wenn er abstreitet, dass es hierbei um eine ziemlich populitische Aktion ist, so ist sie das sehr wohl. Lenkt übrigens geschickt von anderen Problemen ab. Werder und die Fussballspiele scheinen irgendwie verantwortlich für den Schuldenberg des Landes zu sein und deswegen können die Betriebskosten für Ganztagsschulen nicht aufgebracht werden zu können.

Aber mal davon ab, wirft er unterschiedliche Sachverhalte durcheinander, wenn er sagt, dass auch heute schon Polizeieinsätze in anderen Bereichen bezahlt werden müssen. Das ist durchaus richtig, aber seine Vergleiche hinken dabei wie ein alter Pirat, der sich gerade nen Fass Rum reingezogen hat.

Wenn er Kohle von der DFL/DFB/Vereinen haben will, dann soll er das Gewaltmonopol des Staates kippen, dann können die Vereine auch außerhalb ihres Geländes für Sicherheit sorgen. Ansonsten bestellen die Vereine/DFL/DFB die Polizei ja nicht, sondern die kommt von ganz alleine, auch wenns nicht mal zwingend gewollt ist. So mancher Regionalligist hätte sicherlich auf eine teure Überwachungszentrale im Stadion verzichtet (Forderung der Polizei - Kosten je nach Stadion mehrere 10tsd. Euro).

Und die Vereine/DFL/DFB sind auch nicht mal ansatzweise Auslöser der Polizeieinsätze. Soll das Land doch die Störer, denen sie habhaft werden, für die Kosten zu rechenschaft ziehen, so wie es die Polizei- und Ordnungsgesetze der Länder es schon heute vorsehen. Problem für die Länder dabei ist wohl, dass die nicht so liquide sind wie die Vereine/DFB/DFL, sodass so manches Vollstreckungsverfahren im Sande verlaufen könnte und man dann noch mehr Kosten an der Backe hat.

Bin mal gespannt, was die Gerichte zu diesem Irrsinn sagen werden.
 
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