Das "zu wenig gelesen" wird, ist ein urbanes Märchen, mit dem ich seitdem ich in der Schule gewesen bin, konfrontiert werde. Was ist an diesem "Verdikt" falsch?
1) Es impliziert, das mal mehr gelesen wurde - auf welche Zeit bezieht sich das? Auf eine Zeit in der Umfragen noch nicht erhoben wurden. Und in dieser wurde eher weniger gelesen - weil der Bevölkerung der Zugang zu Büchern eher erschwert war und das Gros nur 9 Schuljahre hatte. Zudem kaum Bücher erschienen im Vergleich zu heute.
2) Es geht "ums gute Buch". Diejenigen, die dieses Verdikt in die Welt setzten, "bestimmten" auch was lesenswert sei: Also gehen sie von einem "Kanon" aus und packen da allenfalls noch die lokale und regionale Zeitung(en) mit hinein. Comics, viel Belletristik, Pulp Fiction und Groschenromane werden unglaublich viel gelesen - zählen aber in die "Bewertung" ob gelesen wird nicht hinein.
3) Die Jugend liesst heute eher mehr als weniger. Alleine schon durch das Internet. Letzteres hat die Tendenz das mehr gelesen wird eher verstärkt.
Ich komme zu dem Urteil, das Poetry slams ne tolle Sache sind - aber es ist eher ein Sache der Unterhaltung als das man damit "missionieren" sollte. Rockkonzerte wurden auch nicht ersonnen, um Leute für das Gitarrenspiel so zu begeistern, das sies sofort erlernen. Dies ist ein wünschenswerter Nebeneffekt.
Gute Poetry slams unterhalten die Leute.