Poetry Slams

Glaubt ihr an einen positiven Einfluss von Poetry Slams?

  • Ja

    Votes: 3 10,3%
  • Nein

    Votes: 11 37,9%
  • Was ist ein Poetry Slam?

    Votes: 15 51,7%

  • Total voters
    29
  • Poll closed .
Wie passend. Wir fahren mit der Schulklasse nächsten Freitag zum Poetry-Slam nach Kiel.:D

Freu dich schonmal drauf!
Ich war auch schon öfters da und ich hab es nie bereut, ganz im Gegenteil!

Grundsätzlich finde ich es beeindruckend, wie man mit Texten und lyrischen Mitteln Massen in seinen Bann ziehen kann und ich lasse mich auch immer wieder gerne mitreißen!

Allerdings bin ich noch nie auf die Idee gekommen einen solchen Text selbst zu verfassen. Ich lasse mich unterhalten wie von einem Kinofilm o. ä.
 
Freu dich schonmal drauf!
Ich war auch schon öfters da und ich hab es nie bereut, ganz im Gegenteil!

Grundsätzlich finde ich es beeindruckend, wie man mit Texten und lyrischen Mitteln Massen in seinen Bann ziehen kann und ich lasse mich auch immer wieder gerne mitreißen!

Allerdings bin ich noch nie auf die Idee gekommen einen solchen Text selbst zu verfassen. Ich lasse mich unterhalten wie von einem Kinofilm o. ä.

UNd genau dieser Punkt ist es der für mich und wohl auch für viele andere Jugendliche wichtig ist. Künstler wie Torsten Sträter und vor allem Patrick Salmen schreiben Texte derart gut und lyrisch excellent, dass man auch als Laie der Lyrik davon begeistert wird. Diese lyrischen Kniffe fallen bei denen so sehr auf, dass man sie toll findet, obwohl man sie eventuell schon als langweiig abgestempelt hatte (vielleicht aufgrund vom Deutschunterricht und den nicht zeitgemäßen Beispielen).
 
Diese lyrischen Kniffe fallen bei denen so sehr auf, dass man sie toll findet, obwohl man sie eventuell schon als langweiig abgestempelt hatte (vielleicht aufgrund vom Deutschunterricht und den nicht zeitgemäßen Beispielen).

Aber wie andere schon sagten: Die Diskrepanz zwischen den Werken von Goethe und einem Poetry-Slam ist trotzdem noch so groß, dass es auch mir schwer fällt dort den Bogen zu spannen.
Poetry-Slam: Ja! - Faust: Nein!
;)

Ein wesentlicher Unterschied und etwas Essentielles ist beim Poetry-Slam auch noch die Performance, die diese "lyrischen Kniffe" - wie du sie nennst - nochmal in ein ganz anderes Licht rücken.
 
Ich habe bei einem mitgemacht und total Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;). Ich wusste nicht, was das ist und worauf ich mich einlasse.

Die waren alle total stark, ich hatte nichts zu melden. Das war wohl ein großes Missverständnis... Peinlich!

Dann habe ich überlegt, nochmal an einem Slam teilzunehmen mit einer Reim-Horrorgeschichte und einem Verrückten als Unterstützung, aber ich will nicht nochmal so was Peinliches erleben!
 
Aber wie andere schon sagten: Die Diskrepanz zwischen den Werken von Goethe und einem Poetry-Slam ist trotzdem noch so groß, dass es auch mir schwer fällt dort den Bogen zu spannen.
Poetry-Slam: Ja! - Faust: Nein!
;)

Darum gehts auch nicht. Ihrdürft nicht Literatur sofort mit Goethe assoziieren. Ein Ablauf den auch ich mit Literatur durcherlebt hab sah wie folgt aus:
Slam sehen -> Lieblingsslammer haben -> Roman von ihm lesen (viele SLammer haben ja auch schon Romane geschrieben) -> ähnliche Bücher lesen ->viele unterschiedliche Bücher lesen.

Es muss nicht dieser komplett nicht zeitgemäße Sch**** sein von Goethe etc. Das ist auch für mich noch nichts.
 
Ohne den Rest gelesen zu haben, mal mein Senf:

Ich schreibe selbst seit 10 Jahren Gedichte und auch Songs mitsamt Texten, schreibe allgemein sehr viel, habe eine schriftstellerische Ader.
Auf einem Poetry Slam war ich nur einmal und zwar als Zuhörer. Kann lustig sein, streckenweise aber auch langweilig, je nach Thema und Verständnis. Die Sache beim Slam ist, dass man die Gedichte hören muss. Man kann nicht mal eben zurückgehen und noch einmal über die Zeilen lesen. Das macht das Interpretieren schwierig, weshalb es bei Slams eher weniger tiefsinnige Poesie mit schwierig zu analysierenden Metaphern etc. gibt. Klar ganz auch tiefer Sinn dabei sein. Es kommt durch den Vortrag des Gedichts viel auf Lautmalereien oder Wortspiele an.
"Ich ging zum Strand und in der Hitze ein." kommt gesprochen häufig sowohl vom Verständnis als auch vom Klang her besser rüber, als rätselhafte oder archaische Metaphern oder Metonyme. Daher ist es so eine Sache. Ein Poetry Slam bietet eine große Möglichkeit für junge Leute sich künstlerisch zu engagieren. Aber zu diesen Slams gehen meist dann doch nur Leute, die ohnehin schon schreiben oder Literatur und/oder Posie lieben.

Des Weiteren ist dieser alte "Scheiß", wie du ihn nennst, gar nicht so ätzend wie manche (meist junge) Leute meinen. Das hier ist zum Beispiel eins von meinen Lieblingsgedichten. Ist über 200 Jahre alt und super verständlich und schon damals amüsant.
 
Darum gehts auch nicht. Ihrdürft nicht Literatur sofort mit Goethe assoziieren. Ein Ablauf den auch ich mit Literatur durcherlebt hab sah wie folgt aus:
Slam sehen -> Lieblingsslammer haben -> Roman von ihm lesen (viele SLammer haben ja auch schon Romane geschrieben) -> ähnliche Bücher lesen ->viele unterschiedliche Bücher lesen.

Es muss nicht dieser komplett nicht zeitgemäße Sch**** sein von Goethe etc. Das ist auch für mich noch nichts.

Wenn du das als Sch... abtust, frage ich mich allerdings wie gerade DU Jugendliche zur Literatur bewegen will.
Dann gib den Teenies Comics in die Hand- dann lesen sie auch!
 
Mir ist bewusst, dass es schon Musicals, Oper und so weiter gibt, aber das kann man mMn nicht wirklich vergleichen, da das nicht wirklich Literatur ist.

Die Frage ist dann aber generell: Was ist Literatur?
Sind Poetry Slams Literatur? Das "Poetry" laesst vermuten ja, aber ist es wirklich "Poetry" was vorgetragen wird und nicht doch eher etwas anderes? Soll Poetry ueberhaupt muendlich vorgetragen werden? (ich persoenlich denke schon, gerade bestimmte Epochen, aber darueber laesst sich streiten). Ist Literatur generell alles was geschrieben und veroeffentlicht wurde, oder schwingt in dem Begriff Literatur ein Qualitaetsurteil mit?

Mir faellt es schwer Poetry Slams als Literatur zu sehen, sorry. Ist aehnlich wie zum Beispiel bei Songlyrics, im Prinzip koennte man auch den Text zu einem Lied als "poetry" sehen, ist es aber doch nicht wirklich. Weil eben noch eine andere Komponente dazugehoert, die es komplett macht, naemlich die Musik und aehnlich ist das bei Poetry Slams.

Jetzt koennte man argumentieren, dass Theaterstuecke dann auch keine Literatur sind, allerdings ist das nochmal ein bisschen was anderes. Es gibtn durchausn Theaterstuecke die eher zum Lesen sind und andere die eher zum ansehen sind.

Es kann sein, dass Poetry Slams kids zum Lesen bringen, wenn sie das Thema begeistert und es dazu etwas zu lesen gibt. Allerdings kann auch ein guter Film kids zum Lesen bringen, wenn der Film sie begeistert und sie dann das Buch dazu lesen wollen. Oder ein guter Fussballer, dessen Biografie sie lesen wollen. Das ist dann mMn eher die Begeisterung fuer ein Thema oder Hobby, als das Hobby selber.

Soll heissen Poertry Slam - ein positiv zu bewertendes Hobby, da es sicher mehr zur Kreativitaet anregt, als Fernseh gucken und aehnliches. Literatur: nein! Da ist noch ein sehr, sehr weiter Weg hin.


EDIT:

Es muss nicht dieser komplett nicht zeitgemäße Sch**** sein von Goethe etc. Das ist auch für mich noch nichts.

Schockschwerenot! :eek:


:wall:

Nochmal edit: im Prinzip beantwortet das aber deine Frage. Wenn du - als begeisterte Poetry Slammer - Goethe als "Sch***e" bezeichnest, ist die Antwort dich ganz klar NEIN. Poetry Slam hat dich offensichtlich nicht naeher an Literatur herangebracht
 
Die Frage ist dann aber generell: Was ist Literatur?

Ja alles geschriebene: Bücher, Gedichte, Kurzgeschichten etc.

NICHT NUR GOETHE!!!


im Prinzip beantwortet das aber deine Frage. Wenn du - als begeisterte Poetry Slammer - Goethe als "Sch***e" bezeichnest, ist die Antwort dich ganz klar NEIN. Poetry Slam hat dich offensichtlich nicht naeher an Literatur herangebracht

Doch! Ich habe vorher überhaupt nicht gelesen. Hab in 16 Lebensjahren 2 ROmane gelesen. Heute les ich 2 Romane im Monat. Wie es dazu kam hab ich ja oben schon beschrieben ;)


VOn daher bin ich schon viel näher an Literatur, aber an Goethe, Schiller etc. wird man mich wohl gar nicht kriegen.
 
Ja alles geschriebene: Bücher, Gedichte, Kurzgeschichten etc.

NICHT NUR GOETHE!!!




Doch! Ich habe vorher überhaupt nicht gelesen. Hab in 16 Lebensjahren 2 ROmane gelesen. Heute les ich 2 Romane im Monat. Wie es dazu kam hab ich ja oben schon beschrieben ;)


VOn daher bin ich schon viel näher an Literatur, aber an Goethe, Schiller etc. wird man mich wohl gar nicht kriegen.

Weil man diese "alte Sprache" einfach nicht mehr gewohnt ist. Ich habe vor 3 Jahren die Maria Stuart von Schiller gelesen. Den Anfang empfand ich als sehr schwierig zu lesen. Habe mir deshalb auf die ersten paar Seiten noch sehr viele Bleistiftnotizen an den Rand gemacht, damit ich überhaupt durchblicke. Als ich dann längere Zeit am lesen war, hat mich das Buch einfach überwältigt und ich las es in einem Zug durch.

Trau dich auch mal an Schiller oder Goethe ran. Sie sind nicht so schlimm wie man denkt. ;)
 
Ist Faust nicht mehr Pflichtlektüre? Oder Die Räuber?

Wir haben beides nicht im Deutschunterricht gelesen. :( Dank des Zentralabis koennen die Lehrer naemlich nicht mehr das durchnehmen, was wichtig ist, sondern nur noch das, was im Abi abgefragt wird. :rolleyes:

(Wir haben aber andere Werke von den entsprechenden Dichtern gelesen, immerhin ;))

Ja alles geschriebene: Bücher, Gedichte, Kurzgeschichten etc.

NICHT NUR GOETHE!!!

Naja, das sind dann fuer mich Buecher, Comics, Novellen,Zeitung, Packungsbeilagen - oder was auch immer du liest.
Ich finde in dem Wort "Literatur", wenn es so im Raum steht und nicht in einem Kontext benutzt wird, wie "Fachliteratur", schwingt schon noch eine andere Bedeutung mit. Obwohl viele Dinge natuerlich grenzwertig sind und obwohl ich auch ein gluehender Verfechter der These bin, dass ein Buch nicht ein gewisses Alter auf dem Buckel haben muss, um "wertvoll" zu sein. ;)
 
Wir haben beides nicht im Deutschunterricht gelesen. :( Dank des Zentralabis koennen die Lehrer naemlich nicht mehr das durchnehmen, was wichtig ist, sondern nur noch das, was im Abi abgefragt wird. :rolleyes:

Das ist ja das Problem. Die wissen nicht, was drankommt. Leider kann man ja Querverbindungen zwischen Dichtern und Epochen ziehen, weshalb so gut wie alles Bekannte plus die besagten anderen Werke und auch andere Interpreten behandelt werden.:(
 
Wir haben Faust nicht gelesen.

Die Art, wie diese Werke im Unterricht behandelt werden, nervt einfach und schreckt mMn auch viele ab. Ich hatte in der 12/13 zum Glück eine richtig gute Deutschlehrerin, bei der der Unterricht dann auch relativ viel Spaß gemacht hat.
Von allem, was bei uns Pflichtlektüre war, fand ich nur Effi Briest so richtig Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;). Die anderen Sachen haben sogar teilweise echt Spaß gemacht zu lesen (sogar Don Karlos!).
 
Zitat von Flo in Grün-Weiß;2074177:
Doch, sind sie.:p Ich finde die überhaupt nicht schwer zu verstehen aber zum Sterben langweilig und sinnlos. Deren Ansinnen beim Schreiben find ich zum Kotzen, zum Glück akzeptieren manche Lehrer auch negative Kritik.

Nimm es bitte nicht persönlich, aber dann kann es mit dem Verständnis so weit her dann doch nicht sein. Nicht vergessen darfst du bei der Beurteilung der Werke die Zeit, in der sie entstanden, mit den damals herrschenden politischen und gesellschaftlichen Umständen. Für dich mag beispielsweise die Forderung nach Gedankenfreiheit einem Herrscher gegenüber wie in Schillers Don Karlos banal sein, aber damals war das ein unerhörtes Verlangen.
 
Nimm es bitte nicht persönlich, aber dann kann es mit dem Verständnis so weit her dann doch nicht sein. Nicht vergessen darfst du bei der Beurteilung der Werke die Zeit, in der sie entstanden, mit den damals herrschenden politischen und gesellschaftlichen Umständen. Für dich mag beispielsweise die Forderung nach Gedankenfreiheit einem Herrscher gegenüber wie in Schillers Don Karlos banal sein, aber damals war das ein unerhörtes Verlangen.

Hätte ein Beispiel geben sollen, sorry.
Um solche Forderungen nach diversen Freiheiten oder versteckte Kritik an den Fürsten usw geht es mir da gar nicht. Ich ziele da eher auf Werke wie Unterm Rad ab. Aus der Sicht, aus der ich das beurteilen kann, war Hermann Hesse einfach nur ein labiler Mensch. Was der so schreibt, kann ich irgendwie nicht ab.
 
Zitat von Flo in Grün-Weiß;2074177:
Doch, sind sie.:p Ich finde die überhaupt nicht schwer zu verstehen aber zum Sterben langweilig und sinnlos. Deren Ansinnen beim Schreiben find ich zum Kotzen, zum Glück akzeptieren manche Lehrer auch negative Kritik.

Na ja, das ist dann wieder Geschmackssache. Ich lese beispielsweise auch lieber Bücher, in denen wirklich etwas passiert, wo man durch die Handlung gefesselt wird. Wenn dabei noch der Schauplatz, die Charaktere, etc. gut beschrieben werden und "zum Leben erwachen", ist's perfekt. Aber das wichtigste ist die Handlung für mich. Dadurch fallen viele Bücher für mich weg, die mich durch ellenlange philosophische oder noch schlimmer pseudo-philosophische Passagen langweilen, z.B. Pascal Merciers "Nachtzug nach Lissabon". Goethe, Schiller etc. sind dabei natürlich wieder eine ganz andere Kategorie. Diese Schriftsteller haben ja keine Romane geschrieben. Das waren Dichter, die sich der Poesie und der Theaterstücke gewidmet haben.

Jetzt muss man sehen: Literatur ist ein weites Feld. Das kann alles sein, von einer Arie bis zu den Inhaltsstoffen der Cornflakes auf der Cornflakes-Packung. Nennen wir also lieber alles Literatur, was in die schriftlichen Künste fällt. Da gibt es drei große Unterkategorien: Poesie, Prosa, Drama (also Theater). Schiller und Goethe haben sich nie Romane oder Erzählungen gewidmet. Wenn man nun im Monat 2 Bücher liest, heißt das noch lange nicht, dass man auch Poesie oder Theaterstücke gerne liest. Ich gucke mir ja auch keine Bollywood Filme an, weil es einfach nicht mein Genre ist. Schon Annette von Droste-Hülshoffs "Judenbuche" hatte nicht allzu viel mit den Dichtungen von Schiller und Goethe zu tun.

Wenn man also von Poetry Slams redet, muss man aufpassen, von welcher Literaturart man redet, in die man die Leute ziehen will. Wer Dichter wie Goethe und Schiller nicht liest, wird auch moderne Dichtungen wie von Brecht oder sogar noch Neuere lesen. Selbst wenn die Sprache und die Stilistik sich ständig geändert hat. Ähnlich verhält es sich bei Theaterstücken. Und genauso bei Romanen. "Robinson Crusoe" zählt als erster englischer Roman. Diesen zu lesen fällt nicht schwerer als ein Roman von Doyle, Tolkien, Süßkind oder King (das waren jetzt meine Lieblingsautoren). Und wer dieses Buch, welches 1719 erschien, langweilig findet, oder zu schwierig geschrieben, der wird wahrscheinlich eher einfachere Bücher wie von Stephenie Meyer lesen. Mit Poetry Slams haben Romane aber herzlich wenig zu tun.
 
Ein kurzes Statement noch zum anscheinend herausgegriffenen Beispiel Goethe und Schiller: hab ich sogar gelesen, ohne aller zehn Seiten einzuschlafen. Je nach Buchdicke kann man die ja in kurzer Zeit am Abend vor der Klausur durchlesen.
Aber die ganzen Stürmer und Dränger kritisieren und handeln demnach so indirekt, was das Lesen aus meiner Sicht langweilig macht. Ich mag es lieber direkter und deshalb lese ich am besten gar nicht.:p :D
 
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