Das Problem ist, dass man mit Meinungen bei dem Thema nicht weiterkommt. "Selber Schuld, kann doch jeder selbst entscheiden" ist eine sehr schwierige Sache, zumal die Leute heute immer früher sich für eine Profikarriere entscheiden und darauf hinarbeiten müssen, mit allen Mitteln. Wenn Dir z.B. in der Jugend immer gesagt wird, Du hast nicht genug Masse, nicht genug Körper, dann kannst Du schonmal auf Ideen kommen, die über Krafttraining und Eiweißshakes hinausgehen. Und wenn es darum geht, sich im Abschlusstraining oder für die Auswahlmannschaft oder die erste B-Jugend eines großen Vereins zu qualifizieren, dann schluckst Du halt, auch wenn Du gerade Schmerzen hast.
Da ist aber der Profisport mit seinem Leistungsprinzip und dem permanenten Ausmustern der als zu weich, zu schwach und zu leicht befundenen bei einem jährlichen Andrang neuen "Spielermaterials", wie man das ganz zu Recht nennt, überhaupt keine Ausnahme, sondern stellt im Kleinen das gesamtgesellschaftliche Konkurrenzprinzip dar, bei dem sehr viele auf der Strecke bleiben und sehr wenige sehr reich werden. Um aber in unserer Gesellschaft allgemein und im Fußball speziell an die Spitze zu kommen, muss man sich diesem Leistungsprinzip maximal unterordnen, sich selbst zurichten. Da gehören Bedenken gegen Pillen, Spritzen und andere leistungsfördernde Dinge genausowenig zum Programm wie bei zwei Tage durcharbeitenden Vorständen oder Unternehmensberatern.