Defensive Stabilität, offensives Tempo: Das sind keine schlechten Voraussetzungen, um eine Rolle im Kampf um Europa zu spielen. Zugleich unterstrich das 1:1 gegen Darmstadt, was dem Klub fehlt. Werder gelang es nicht, gegen das kompakte 4−2−3−1 der Darmstädter durchgehend Gefahr zu entwickeln. Sobald der Gegner sich weit zurückzieht, erstarrt das Bremer Spiel. Es fehlen Rhythmuswechsel oder geniale Einzelaktionen, um einen defensiv sortierten Gegner zu knacken. Mit diesem Problem haben sämtliche Europapokal-Kandidaten zu kämpfen, sei es Frankfurt, Hoffenheim oder Freiburg.
Bei Bremen kommt ein weiteres Manko hinzu: Von der Bank fehlen zündende Impulse, um ein enges Spiel zu drehen. Werner wechselt neue Spieler meist erst spät ein. Bei Neuzugängen nimmt er sich lange Zeit, ehe er sie in sein Spielsystem einbaut. So fehlt Werder derzeit der Überraschungseffekt, um ein limitiertes, aber taktisch cleveres Team wie Darmstadt zu schlagen.