Wir haben jetzt 30 Punkte und es gab mal vor nicht allzu langer Zeit einen Trainer vor Werner, der sein Konzept der Stabilität in dieser Phase der Saison änderte in zuviel Offensive und dann ging es hinten raus Punktemässig noch richtig schief.
Zunächst mal war es wichtig, dass Werner nach der Rücksprache mit der Mannschaft die taktische Aufstellung verändert hat und mit zwei 6ern vor der Abwehr agiert, das gab unserer Abwehr die Stabilität zurück und die Sicherheit, mit der wir nun viele wichtige Punkte sammeln konnten und er setzt mutig auf die jungen Spieler, was ich ihm hoch anrechne, denn nur das kann aus einem stabilen Mannschaftsgefüge der richtige Weg sein, dass sich die jungen Spieler auch im Bundesligaalltag beweisen müssen, Njinmah, Woltemade und Malatini sind da aktuell voll dabaei sich immer mehr zu stabilisieren, Woltemade fehlt eben genau wie Kownacki noch das persönliche Erfolgserlebnis damit der Knoten endlich platzt.
Was ich schon geschrieben habe, Malatini beeindruckt mich, mit seiner Spielweise enorm, er ist ein Top ausgebildeter junger Innenverteidiger, der zum einen knallhart keinen Zweikampf scheut und auch ordentlich mal dazwischen haut und er ist nach Balloberung sofort mit dem Kopf oben, um das Spielfeld zu scannen, wo er den Ball schnellstmöglich offensiv einbringen kann und seine Pässe kommen an, der ist da komplett auf den modernen Fussball ausgerichtet und in meinen Augen schon einen Schritt weiter, wie unser aktuelles offensiv Spiel es hergibt.
Gegen eine Mannschaft wie Darmstadt, hätte ich mir vom Trainer eine mutigere Ausrichtung gewünscht, spätestens jedoch dies im Spielverlauf nach 20 Minuten zu erkennen und dementsprechend im Spielverlauf umzustellen.
Ich kann auch verstehen, dass er das stabile Konstrukt der 3er Kette nicht zerreissen wollte und auf den erfahrenen Groß als zentraler Innenverteidiger gesetzt hat und es gibt auch genügend Mannschaften, wo die taktische Ausrichtung der 3er Kette sinnvoll ist, zB. gegen Bayern, Leverkusen, Dortmund und Leipzig um nur Beispiele zu nennen, aber gestern haben wir gegen eine Rumpeltruppe gespielt, die zu Beginn schon verunsichert war, als wir spielerisch die ersten 15 Minuten richtig guten Fussball gespielt haben, bis der Bruch kam.
Leider wurde aber auf diesen Bruch in unserem Spiel nicht richtig reagiert von der Bank, Agu stand gestern völlig neben sich, Ducksch war nicht der Impulsgeber. Warum der Trainer dann Njinmah (unseren mit am Tor gefährlichsten Spieler der letzten Wochen) und unseren kreativen Kopf Lynen vom Platz holt habe ich nicht verstanden, das war für mich in einem Heimspiel, in dem ich doch richtig was reissen kann vor der Kulisse unverständlich und wenn man sich mal die Kommentare hier und auch in der Deichstube oder bei YouTube zum Spiel durchliest sehen das sehr viele Betrachter so.
Ich bin gegen solche Gegner wie gestern nicht glücklich mit der Formation eines dritten zentralen Innenverteidigers, er macht das Umschaltspiel häufig viel zu langsam, da hinten rum über 3 Stationen der Ball gespielt wird, das ist eine Passstafette zuviel, da wir in Bedrängsnis der äußeren Innenverteidiger jetzt einen spielstarken Zetterer als Anspielstation hinten haben und mit Lynen und Stage das Zentrum vor der Abwehr geschlossen wurde.
Wo es auch gestern gehakt hat, wir waren vorne nicht zwingend genug, ausser in den ersten knap 25 Minuten, bis zur Ducksch Schwalbe, danach kam der Bruch. Offensiv war es dann nicht mehr schön anzuschauen. Es muss doch für eine Bundesligamannschaft möglich sein, schneller umzustellen und z.B. Groß auszuwechseln und eine Offensive Kraft mehr nach vorne zu stellen im Spielverlauf, damit ich von der Bank einen Impuls gebe an die Mannschaft und sage, Jungs wir brauchen jetzt vorne wieder mehr Durchschlag hier ist heute eindeutig mehr drin vor heimischen Publikum, die Darmstädter wackeln hinten drin, aber das kam eben nicht, es wurde das Gegenteil erzeugt mit der Herausnahme von Njinmah und Lynen und das verstehe ich nicht, vermutlich wie viele andere.
Was ich ebenfalls nicht verstehe ist die nur sperrliche Berücksichtigung von Dawid Kownacki der für mich in der Sommervorbereitung einer der auffälligsten Spieler war, Borre´ wird vermutlich nächste Woche abgegeben, Ducksch hat Ladehemmungen, warum bekommt Dawid als echter Mittelstürmer nur so wenig Spielzeit in der Box vorne drin?! ...gerade wenn es vorne so garnicht läuft, gebt ihm doch bitte jetzt im letzten Saisondrittlel einfach mehr Spielzeit, der braucht nur ein Erfolgserlebnis, dass er trifft, das ist ein echter Stürmer fürs Toreschiessen, Woltemade ist ein Vorbereiter hinter den Spitzen, aber Dawid ist ein Boxstürmer mit Kopfballstärke, der gehört vorne rein als Vollstrecker, den wir aktuell häufig nicht auf dem Platz haben.
Es liegt einfach vielen am Herzen, in gewissenen Situationen gegen gewisse Gegner einwenig mutiger zu agieren und auch von der Bank den richtigen Impuls auszulösen bei der Mannschaft.
Zum aktuellen Spielermaterial, auch aufgrund der Ausfälle in der Innenverteidigung sehe ich diese Formation im Vordergrund.
...und dann kann man in diesem System im Verlauf:
Nick für Ducksch
Dawid für Njinmah
Alvero für Leo
Deman für Agu
Keita für Schmid
...bringen...
Ohne dass es diese Grundorganisation spielerisch verändert, bei Auswechslungen.
Gegen Gegner wie eben noch Leverkusen, Dortmund und Leipzig kann man ja gerne wieder auf die 3er Kette zurückgreifen, vielleicht sind bis dahin auch die ersten verletzten Innenverteidiger wieder zurück im Kader, aber aktuell ist es in meinen Augen eine Überlegung, die aktuelle Personalsituation auf eine leicht angepasste Grundformation anzupassen, das sollte die Mannschaft doch wohl ohne großen Aufwand spielen können und dadurch dann auch vorne deutlich mehr Durchschlag erzeugen, denn Fussball spielen können sie ja, wenn man sie lässt.
Ich wünsche mir da einfach den nächsten mutigen Schritt vom Trainer, eben etwas mutiger in gewissen Situationen im Spielverlauf als Impulsgeber von der Bank zu sein und die Formationen etwas flexibler zu nutzen mit dem vorhandenen Spielermaterial.
Das hat in meinen Augen nichts mit Verlassen der Grundstabilität zu tun, die uns in den letzten Wochen so stark gemacht hat, es ist nur eine Variation der taktischen Grundordnung mit etwas mehr Verschiebung in die vorderen Reihen, um mit mehr Anspielstationen im letzten Drittel vorne mehr Gefährlichkeit und kreative Durchschlagskraft zu erzeugen, damit sich der Gegner nicht mehr erholen kann, bis wir die Tore für uns erzwingen in so einem Spiel und nicht noch selber kurz vor Schluss das Spiel aus der Hand geben.
Gestern ist es mit sehr viel Glück nochmal gut gegangen, weiter dran bleiben, die Spiele gegen die Aufsteiger haben wir nun endlich hinter uns in dieser Saison.