Wir haben nicht einen einzigen Spieler im Kader (an sehr guten Tagen vielleicht Weiser), der allein ein Spiel entscheiden kann. Der letzte Spieler, der diese Fähigkeiten hatte, war ein gewisser Kevin De Bruyne (nein, nicht Max Kruse). Du baust hier einen riesigen Turm mit entsprechender Fallhöhe, stellst an die Mannschaft Erwartungen die nicht erfüllt werden können. Siehst sie im Zenit ihrer Leistungsfähigkeit. Und wenn dann die Realität zuschlägt, was dich naturgemäß nur enttäuschen kann, arbeitest du dich an den von dir selbst gestellten Forderungen ab. Das war schon letzte Saison so als gefühlt die halbe Mannschaft verletzt ausgefallen ist, du aber der Meinung warst, dass das keinerlei Einfluss auf die Saisonziele haben dürfe (die selbstverständlich Europa lauten. Also, von dir ausgerufen).
Eigentlich finde ich deine Texte im positiven Sinne recht amüsant (also wirklich nicht abwertend gemeint sondern im Gegenteil) weil sie einen positiven Geist verströmen und immer ein Augenzwinkern drin haben. Aber langsam beschleicht mich das Gefühl, dass du es etwas ernster meinst als ich bisher so gemeinhin angenommen habe.
Wir haben eine relativ homogene Mannschaft. Wenn alle Zähne ineinander greifen und wir von Verletzungen verschont bleiben, dann kann einiges gehen. Wenn aber nur ein wenig aus den Fugen gerät, dann gibt es unweigerliche Ausbrüche nach unten. Genau wie letzte Saison auch schon. Das ist eben das Los einer Mannschaft deren Etat eher zu einem Abstiegskandidaten als einem Europa-Aspiranten gehört. Und wer nicht realisiert (oder meintwegen: akzeptiert), dass Leistungen wie gegen Hoffenheim, Bayern, Paderborn oder jetzt eben Gladbach, keine Ausrutscher sind sondern unvermeidlich, der lebt meines Erachtens nach in Wolkenkuckucksheim.