Teil 1: Statistik
So, da die Torschussstatistik von Werder herangezogen wurde, hier die aktuellen Daten von:
http://www.wahretabelle.de/statistik/chancen
Bei den wirklichen Tor- und Großchancen hat sich Werder in der bisherigen Saison gerade einmal 98 erspielt. Nur Eintracht Braunscheig ist schwächer mit 94.
Bei so einer schwachen Ausbeute, die auch meiner gefühlten Wahrnehmung entspricht, kann ja nur die Effizienz dieser Torgelegenheiten der Grund - für die dazu im Verhältnis gesetzte - ordentliche Tabellenplatzierung sein.
Und siehe da: Werder benötigt für ein Tor 6,24 Schüsse auf das Gehäuse des Gegners. Damit ist man genau im Mittelfeld der ersten deutschen Spielklasse gelandet (Platz 9). Schlusslicht ist auch hierEintracht Braunschweig (9,36 / Platz 18).
Ganz düster wird es, wenn man auf die bisherigen Torschüsse in der Saison blickt. Hier liegt Werder auf Platz 18 mit gerade einmal 206 Torschüssen. Freiburg auf Platz 17 bringt es immerhin schon auf 220 Torschüsse. Auf Platz 3 steht hier übrigens Hannover 96 mit 310 Schüssen; den Fans wird hier was geboten - leider stehen die 96er in der Effizienz auf den 17.Platz mit 7,75 Schüssen pro Tor.
Fazit:
Die mangelnde Effizienz ist nicht Werders Problem - viele Schüsse fanden allerdings mit sehr viel Glück den Weg ins Ziel.
Aufgrund der aktuell fehlenden spielerischen Klasse ist diese Mannschaft nicht in der Lage, sich genügend viele Torchancen zu erspielen bzw. zu erarbeiten.
Und natürlich würde ein besserer Stürmer diese Statistik aufhübschen und wir hätten am Ende wieder bei der entscheindenden Zahl ein feineres Sümmchen stehen: bei den erzielten Toren.
Teil 2: Nils Petersen
Wenn Petersen in einer halbwegs schwierigen Situation ist, die ein normaler Bundesligaspieler lösen könnte, dann versagt er.
Pertersen nimmt niemals, wirklich niemals einen langen Ball mit der Brust an um ihm dann zu verteilen. Er verlängert die Bälle nur mit dem Kopf, da er noch nicht einmal in der Lage ist einen Kopfball zu einem Mittelfeldspieler zurück zu köpfen. Im Vergleich: Claudio Pizarro hat bestimmt 80% der langen Bälle mit der Brust gepflückt und in Formvollendung verteilt.
Das so etwas im Ansatz möglich ist, zeigt Aaron Hunt (immer dann wenn er Lust hat) und einige wenige im Kader. Wer mit langen Bällen spielt, weil er sonst nichts kann, der muss diese auch annehmen können. Das betrifft nicht nur Petersen, sondern auch viele andere Spieler in GW. Nur ist Pertersen eben einer der Adressaten für lange Bälle, nur er kann es einfach nicht.
Er kann nicht dribbeln, er kann nicht flanken, er kann kein Passspiel über mehr als drei Meter, er behauptet sich nicht im Zweikampf,
er findet nicht statt.
Eine Fähigkeit hat er: an den ersten Pfosten rennen und den Ball Richtung Tor oder Außennetz dreschen. Manchmal zeitigt das sogar Erfolg.
Leider reicht das nicht für die erste Bundesliga aus und er ist auch einer der vielen Gründe, warum Werder da steht wo sie stehen und warum sie so spielen wie sie spielen.
Ballstaffetten über mehr als drei Stationen sind immer noch eine exclusive Vorstellung. Ausnahmen gab es, insbesondere das Spiel gegen Schalke 04 hat Mut gemacht, doch sind die Ansprüche mittlerweile schon soweit gesunken, dass jeder mittelmäßige Kick das eigene Fanherz höher schlagen lässt.
Fazit 2: Petersen kann nur verkauft werden. Mit Spielern seiner Qualität wird Werder über kurz oder mittel den Weg in die zweite Liga antreten. Ich möchte das nicht erleben.