Mal wieder absolut erheiternd, wie viele medizinische Fachleute hier diskutieren. Bzw. wie viele Softchecker sich hier anmaßen, zum derzeitigen Zeitpunkt irgendwas darüber zu faseln, für wen angeblich was peinlich wäre.
Als Patient von mehreren langwierigeren Sportverletzungen, darunter auch ein Knochenödem in einem Gelenk (Grundgelenk großer Zeh, dauerte 10 Monate bis es plötzlich wie aus dem Nichts wieder o.k. war, nachdem alle Therapien vorher versagt hatten) und 2 Kreuzbandrisse kann ich nur unqualifiziertes dazu sagen.
Aber soviel ist selbst mir Laien klar: Wenn mehrere absolute und seit Jahren in der Fachwelt anerkannte Kniespezialisten Naldo genau die Therapie angeraten hatten, die auch Doc Dimanski befürwortete, so ist die Chance, das da eine Falschdiagnose oder eine ungünstige Therapie zu Grunde lage, nur sehr sehr gering.
Mit anderen Worten: Es kann nicht so falsch gewesen sein.
Die momentane Meldung auf werder.de zu Naldo ist, er sei erfolgreich in Brasilien operiert worden. Das heisst noch gar nix. Denn ob diese OP wirklich letzten Ende besser war als die "konservative" Therapie, die die deutschen Ärzte vorgeschlagen hatten, werden wir erst dann sehen, wenn
a) Naldo vor Ende dieser Saison wieder zurück kehrt und beschwerdefrei trainieren und spielen kann und dann auch
b) sich langfristig, d.h. evtl. erst länger nach Karriereende sich keine größeren Spätfolgen zeigen.
Das kann im Moment niemand, wohl nicht mal die behandelnden brasilianischen Ärzte mit auch nur annähernder Sicherheit sagen.
Bis zu einer VORLÄUFIGEN Einschätzung wird man in jedem Fall noch etliche Wochen warten müssen. Bis er wieder auf dem Platz steht und auch nach einem 90 Minuten Einsatz alles o.k. ist. In den Wochen bis zu seiner Rückkehr auf den Platz hätte sich auch bei der "konservativen" Therapie eine Besserung einstellen können. Das werden wir alle jetzt nach der OP nie erfahren.
Warum die nötige Zeit bis zur Beschwerdefreiheit und Gelenkheilung bei derartigen Verletzungen mit Ödemen an Gelenken so unterschiedlich ausfallen kann, warum die Beschwerden oft nach "guten Perioden" wieder kommen, warum sie trotz aller (teils schmerzhaften) Behandlung einfach nicht weggehen wollen, um dann auf einmal tatsächlich weg zu sein, wußte damals, als ich das vor vielen Jahren so ähnlich hatte noch kein Arzt sicher zu sagen und soweit ich das jetzt lese, ist es selbst heute absolut anerkannten Spezialisten noch vielfach ein Rätsel.
Wenn man mich damals eine Woche vor dem Ende der Beschwerden operiert hätte, würden vielleicht auch viele Leute sagen, "erst durch die OP wurde es besser, warum nicht gleich so". Tatsächlich hätte die Heilung in dem Fall mit OP länger gedauert und wäre die OP eigentlich völlig überflüssig gewesen. Was man dann aber nicht wüßte. Die OP kann auch -nächste Möglichkeit-. deshalb "erfolgreich" sein, weil es vorher eine "konservative" Therapie gab. Da steckt niemand drin außer dem lieben Gott. Wir Menschen sind nicht allwissend. Auch die Ärzte nicht, sind ja auch nur Menschen.
Aber hier im werderforum sind ein paar Stunden nach der dürren Mitteilung, Naldo sei erfolgreich operiert worden (was erstmal nicht mehr bedeutet, das das Bein noch dran ist und er aus der Narkose aufgewacht und wieder bei Sinnen ist) sofort die Anwärter auf den Nobelpreis für Medizin am schreiben, wie peinlich das für irgendwelche deutschen Ärzte wäre.
Haltet bitte einmal kurz inne und denkt über diesen Unsinn nach.
Danke.
