teilweise sollen sich mal einige fragen, was sie zu werder-fans macht. ICH jedenfalls will weiter die dinge, die ich an werder liebe. denn das macht werder aus, das IST werder:
ICH will unaufgeregtheit und medienscheue. ich will nicht jeden trainerfurz seitenlang in der blöd diskutiert haben. und man muss nicht nach ein paar zugegeben schmerzhaften und unnötigen niederlagen gleich die management-frage stellen. und für die, die irgendwelche alten geschichten rauskramen: KATS machen das jetzt mehr als 10 jahre, wäre ja fast ein wunder, wenn da nicht auch fehler passiert wären. gerade deshalb finde ich das in dieser zeit erreichte erst recht anerkennenswert.
ICH will attraktiven offensiv-fussball und lieber ein 5:4 gegen hoffenheim sehen als zich maue 1:0, mit denen es die hertha vorletzte saison auf #4 geschafft hat. ich will wunder von der weser, und ich will kantersiege wie ein 5:2 gegen die bauern in deren stadion. ich will keine maurermeister, dann könnte ich ja auch köln-fan sein. deshalb lässt mich das ganze gerede über eine stabile defensive kalt, werder stand schon immer für hinten offen, aber vorne halt immer eins, zwei mehr.
und deshalb denke ich, die misere liegt weder an TS noch an KA. für mich ist es die mannschaft, da hat sich was eingeschlichen, und mglw hat TS da tatsächlich gepennt und nicht rechtzeitig genug gegengesteuert - aber was soll er denn machen, er geht doch eh samstags in die kabine und fragt nach, ob er überhaupt 11 mann zusammenhat. die offensive hing an einem spielmacher, und bei allen vorwürfen, die man hier so gegen diego und özil liest, sie haben doch das spiel im wahrsten sinne des wortes aufgebaut.
diese saison hat man den eindruck, es hat sich ein schlendrian eingeschlichen, der mittlerweile auch die gestandenen (merte, fritz, frings) erfasst hat - so nach dem motto "wenn der nicht läuft und trotzdem spielen darf, dann laufe ich jetzt auch nicht mehr". marin darf weiter den ball verdribbeln, hunt darf weiter schmollend auf dem platz stehen, hugo darf weiter tore schiesen und trotzdem auf der bank sitzen, arni darf weiter die diva machen und spielt trotzdem. wer was auf sich hält, macht aus einem zipperlein einen beinbruch und meldet sich für 4-6 wochen ins sanatorium ab. TS hat am anfang die gelegenheit nur halbherzig genutzt, tatsächlich nach leistung aufzustellen und - gerade wegen den verletzten - anderen eine (echte!) chance zu geben, sich zu beweisen - jetzt sind soviele verletzt oder als untauglich erwiesen (wagner), dass er keine alternative mehr hat. aber daran hat er mMn keine schuld, ebensowenig wie KA dafür verantwortlich ist, dass er nicht einen 53-spieler-kader bezahlt, wie ManU zB.
man muss aber eben auch sagen: bei magath auf schlacke sitzen die leute, die nix bringen, auf der bank oder auf der tribüne, und zwar selbst wenn schlacke deswegen verliert. und ich bin mir recht sicher, dass magath heutzutage keinem einzigen seiner spieler das gefühl vermittelt, er habe seine lieblinge, die immer spielen, und seine nichtlieblinge, die machen können was sie wollen, sie sind doch maximal einwechsler. letzte saison hat er gestandene leute wie bordon, rafinha auf die bank gesetzt und mit nobody´s wie matip, moritz, schmitz gespielt - und die können´s jetzt, in dieser saison. alle auf schlacke haben gesehen: wenn du´s nicht bringst, musste nach moskau, und sie kneifen die backen zusammen und arbeiten. denn auch wenn schlacke immer noch hinter uns steht - sie haben sich bisher auch nicht ansatzweise so demontieren lassen wie wir. und dann schaue ich mir einen raul an, lese seine interviews, und denke mir: wie kann das sein, das einer der erfolgreichsten spieler der welt gegen ende seiner laufbahn noch so HUNGRIG ist? woher kommt das, das er im kalten, nassen, mauen gelsenkirchen mit family wohnt und alles gibt? wieso können das unsere jungs nicht?
und da könnte TS durchaus dran arbeiten, obwohl er´s ja versucht hat - arni sass auf der bank nach seinen ausfällen, und ich bin mir sicher, dass die eskapaden von arni eine menge porzellan im mannschaftsgefüge zerdeppert haben. TS hatte nur keine nennenswerte gelegenheit, gegen den zerfall des mannschaftsgefüges etwas zu unternehmen, denn als er es hätte versuchen können, fehlten die alternativen.