Mesut Özil

@tantekaethe72

Exakt, wie in vielen anderen Dingen auch, sind die Ursachen hierfür nicht einseitig. Das ist beileibe kein alleinig deutsches Problem, denn es liegt leider in der Natur des Menschen, etwas Fremdes sowohl in der Sache als auch in der Person mit Vorbehalten / Ängsten gegenüberzustehen - sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Zuwanderern, egal welche Volksgruppe in welches Land auch immer zuwandern. Verändern lässt sich daran nur etwas, wenn Einheimische und Fremde aufeinander zugehen und miteinander statt übereinander reden - und das können "Ottonormalverbraucher" selbst mit sprachlichen Barrieren deutlich besser vorleben und somit den populistischen Rattenfängern eher das Wasseruntergraben, als viele Politiker in ihren vollmundigen Reden dazu in der Lage sind.

:tnx::klatsch::top: BRAVO! So kenn ich Dich mein Bester! :schal::beer:
 
natürlich hat sie das. bei manchen stärker, bei anderen weniger. und ich finde das auch erstmal gar nicht tragisch. wieso auch? gelungene integration bedeutet ja auch nicht: werde 100% deutsch. zumal ich das weiter oben ausgeführt habe: da müsste man erstmal einen konsens finden, was "deutsch" auf persönlichkeitsebene ist. also nennen wir es besser "kulturelle einflüsse". dann besteht gelungene integration nicht darin, dass man sagt "verliere alle nicht-deutschen kulturellen einflüsse, verliere die verbindung zu deinem anderen wurzelland". 1. wieso, solange die anderen kulturellen einflüsse mit dem grundgesetzt vereinbar sind? 2. wie soll das für jemanden gehen, der sogar eine geliebte familie im anderen land hat und der die verbindung zum anderen land eben fühlt? exorzismus durchführen? soll er ins andere land zurück? ja aber wenn er sich doch auch zu dem land, in welchem er aktuell lebt so verbunden fühlt? wenn er eben zu 2 ländern verbindung verspürt? dafür fehlt vielen das verständnis, auch im jeweils anderen land. das klassische problem von diaspora.
gelungene integration hat ganz idealerweise neugier als ausgangspunkt, akzeptanz und verständnis als weiterführung und reges zusammenleben als endpunkt. leider in der realität selten anzutreffen. hindernisse: vorallem xenophobie und ethnozentrismus. und zwar von beiden seiten ausgehend. den schuldigen gibt es nicht.

sorry! dann bekommste auch dafür noch mal n ganz dickes, ehrlich gemeintes, "best buddy" LIKE von mir! :):beer:
 
Ich habe dazu mal einen interessanten Artikel gelesen, ich glaube im Spiegel. Da hat man während des jugoslawischen Bürgerkriegs verglichen, wie bosnisch christliche und bosnisch muslimische Flüchtlinge sich in Deutschland integriert haben. Den christlichen Bosniern ist dies gemäß dieser Erhebungen dort erheblich besser gelungen. Komischerweise.

Finde ich vom der Gesamtheit her ehrlich gesagt nicht ganz so ungewöhnlich, denn grundsätzlich fällt Christen die Integration in eine christliche Kultur einfacher als Muslimen bzw. würde für Moslems die Integration eine islamische Kultur leichter fallen als Christen. Und ebenso ist zu berücksichtigen, daß Gesellschaften grundsätzlich eher dazu bereit sind, Menschen mit einer gleichen oder ähnlichen Konfession zu integrieren als Andersgläubige. Doch über den Religionen der Gesellschaften steht jedoch immer noch der Wille der Menschen zur Integration - auf beiden Seiten, denn nur dieser ist in der Lage, gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Grenzen zu überwinden.
 
Also ich hab lange Zeit meiner Jugend mit bosnischen Moslems verbracht, ja hallo, waren die Jungs integriert.
Haben sich sogar fröhlich Schweinefleisch reingepfiffen...okay, durfte zu Hause natürlich keiner wissen.:D
Haben das mit dem Glauben nicht so ganz ernst genommen, mal gelinde gesagt.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch ein großer, wenn nicht der größte Stolperstein bei der Integration ist.
Ist ein abendfüllendes Thema, komme aus Duisburg, da erlebt man das Ein oder Andere aber das sollten wir nicht im Özilthread bequatschen, wenn überhaupt.
Schließlich ist das hier immer noch ein Fussballforum, gerne auch mal Off-Topic aber was hier teilweise abging muss auch nicht sein mMn.
 
Eigentlich stellt sich mir die Frage nicht, ob wir alles richtig machen. Seit wann kommt der Knochen zum Hund?

es würde schon ausreichen, wenn man sich die frage stellt, ob man nicht einiges falsch macht. und die frage sollte man sich immer stellen."wir", "die". naja, was solls. da ist sie wieder die vereinfachung und eine mehr als fragwürdige herunterbrechung auf "knochen" und "hund".
macht sich der grad der "bringschuld" daran fest zu wievielen ländern man sich verbunden fühlt? umso mehr es sind, desto eher wird man zum köter? bei dieser erhebung über den anderen, braucht man sich dann halt auch nicht wundern, dass die "anderen" lieber unter sich bleiben, wo sie sich auf augenhöhe begegnen. und man braucht sich auch nicht zu wundern, wenn sie diejenigen, die sich als etwas besseres ansehen nicht so wirklich gut finden. schon sind wir wieder bei ausgrenzung, xenophobie, ethnozentrismus und ja: rassismus.
 
Back
Top