Mesut Özil

Der Portugiese in der spanischen Sportzeitung „AS“: „Das Leben der Deutschen ist nicht einfach. Sie sprechen kein Wort Spanisch. Sie können nur 'Guten Tag' und 'Hallo' sagen.“...
...Das soziale Leben mit der Mannschaft ist gleich Null. Khedira lebt mit Özil und Özil mit Khedira. Ihre Integration ist nicht einfach, obwohl wir eine junge, freundliche und angenehme Truppe sind.“...
...Mourinho beschwert sich: „Sie können nicht mal Englisch! Sie sprechen das ein ganz klein wenig besser als Spanisch, aber das ist schwierig.“

Naja, klingt allerdings dann doch etwas nach Beschwerde bzw. Verwunderung, insbesondere was die nicht vorhandenen Englischkenntnisse nageht...

Auch, wenn man von einer guten Bild-Übersetzung abhängt, sollte man merken, dass das "Mourinho beschwert sich..." vor dem Zitat steht und einfach hineininterpretiert wurde. Wenn du willst, kannst du ja das Original-Interview durch Google jagen und ich verspreche dir, dass Trotz Kauderwelsch das Wort "Beschwerde" nicht vorkommen wird. Auch nach mehrmaligem Lesen kann man keinen emotionalen Ausbruch bei Mourinho herauslesen. Direkt nach dem Satz über die fehlenden Englischkenntnisse kommt übrigens der Satz "Geduld, man muss ihnen Zeit geben."
 
Bei Mourinho habe ich mir das auch gedacht, der will das Ganze etwas beruhigen, er versucht Madrid auf ein moeglicherweise titelloses Jahr einzustimmen, weil er das Team im Aufbau begreift. Ich haette viel groessere Magenschmerzen gehabt, wenn er zu einem grossen Club in Sueddeutschland oder zu einem Real unter einem anderen Trainer gegangen waere. Mourinho wird die beiden hoffentlich nicht nach kurzer Zeit voellig verbrannt abgeben (ich gebs zu, in diesem Sinne denke ich an die Nationalmannschaft, und hoffe, dass beide bei dieser Mannschaft ein "Siegergen", wegen Sarrazin bin ich schon vorsichtig mit dem Begriff Gen, eingepflanzt bekommen, dass Ihnen und unserer Nationalmannschaft hilft).

Ich bin kein Oezil Fan, ich schaue mit Freude auf die Doublegewinner mit den verdienten Spielern oder dem damaligen Kollektiv zurueck, und empfinde gerade die 2005/2006 Saison als eine absolute "Vintage" Saison, aber als MOe in Bremen war hat jeder ueber ihn geredet, er hat sich an dieser Diskussion nicht beteiligt, ob das Arroganz, mangelnde Identifikation mit dem Verein, oder einfach Schuechternheit eines gebrannten Kindes sei, das wohlgemerkt noch sehr jung ist, sei da hingestellt.

Das hier manche Sarrazin in diese Diskussion reinbringen finde ich problematisch, da koennen wir auch ueber ganz andere politische Ansaetze diskutieren, die ich mit Problemen in der Bildungspolitik und Chancengleichheit in Verbindung bringe, da waeren wir bei mir ganz schnell bei der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik und das wollt Ihr auch nicht hoeren, sondern Ihr wollt hier ueber Fussball schreiben.
 
Da machen die deutschen Medien aber wirklich "aus einer Mücke einen Elefanten".
Vor allem die blöd haut da so richtig ein.
Morinho hat frei übersetzt gesagt: "Özil und Khedira, müssen die Sprache lernen, brauchen aber auch die nötige Eingewöhnungszeit.
Zur Zeit gibt es für die zwei nur Özil und Khedira / Khedira und Özil.
So funktioniert das nicht"
 
Nun ja die Blöd macht immer viel Wirbel um Kleinigkeiten, aber mit der kritischen Presse darf sich Herr Özil jetzt öfters herumschlagen, in Spanien ist man nicht gerade für eine milde Presse bekannt.
 
Mal kurz was anderes.

Bei der ganzen Sarrazin Debatte momentan möchte ich hier nochmal anmerken, dass Mesut Özil für mich der Inbegriff für eine neue Stufe der Integration steht und mit seiner Leistung wahrscheinlich mehr für ein freundschaftliches Miteinander zwischen Migranten und länger ansässigen Deutschen getan hat als die meisten, die darüber nur Bücher schreiben.
Man könnte es auch so sehen, dass in den letzten Jahren vieles auf diesem Gebiet richtig gemacht wurde oder dass dies einfach der Lauf der Dinge ist, dass die 1. und 2. Generation der Gastarbeiter (diesen Begriff zu verwenden war der größte Fehler der damaligen Politik), die sich leider auch oft dagegen gewehrt hat die deutsche Sprache zu lernen, durch eine offene 3. und 4. Generation abgelöst wird und Mesut die Spitze des Eisbergs ist. Jedenfalls bin ich froh, dass es sich immer mehr in diese Richtung entwickelt. Das war noch vor 5-10 Jahren so nicht zu erwarten.
 
Meistens, aber nicht immer. Ich kenne selber viele deutsche (ohne Immigrationshintergrund) die selbst nach dem Abi keine Konversation auf englisch halten können. Bestimmt können Özil und Khedira etwas englisch, aber wohl nicht genug um richtig mitzumachen.

Ich frage mich aber trotzdem immer wieder, wie man als Fussballprofi mit den Ambitionen ins Ausland gehen zu wollen nicht intensiver an seinem Englisch arbeitet! Und das ist jetzt nicht speziell auf Özil gemünzt!

@Gilgalad soweit ich das mitbekommen habe ist es nicht unbedingt Mourinho der verlangt das sie Spanisch lernen sollen, sondern das wird von den Fans und der Presse in Spanien wohl so erwartet. Wenn man dies nicht tut, hat man da eher einen schwierigen Stand, sprich es ist schon ratsam dort Spanisch zu lernen.
 
@Sopho

Mag sein, daß sie das nach ihrer Fassung "übersetzt" und entsprechend getuned haben.
Letztlich ist der Verweis auf mangelnde Englischkenntnisse nur irgendwie seltsam und überflüssig zu erwähnen, da dies alles ihn nicht wirklich überraschen sollte, wenn man sich mit den Spielern vorher mehr oder minder unterhalten hat.
Naja, wir werden sehen, wie sich die Dinge dort entwickeln werden. Ein grundsätzliches Schmunzeln kann ich mir allerdings nicht verkneifen, wenn ich den Begriff "Geduld" in Verbindung mit Real Madrid lese. Das passt in etwa zusammen, wie DSDS und langjährige Musikkarriere...:18:
 
Die Berichterstattung über Mesut ist im Moment sehr zweigleisig.

Auf der einen Seite Solle er der große Star werden, der Messi "aussticht", andererseits ist der Trainer unzufrieden mit der Integration.

Was mir aus der Ferne jedoch bislang auffällt ist, das man Mesut und Khedira wirklich auffalend oft auf den Fotos zusammen sieht... Auf der Bank, beim Warmmachen... .

Jedenfalls vermute ich, das Murinho ihm ein bisschen Druck machen will, damit er aus seiner "Deckung der Isolation" etwas schneller rauskommt.
 
Mal kurz was anderes.

Bei der ganzen Sarrazin Debatte momentan möchte ich hier nochmal anmerken, dass Mesut Özil für mich der Inbegriff für eine neue Stufe der Integration steht und mit seiner Leistung wahrscheinlich mehr für ein freundschaftliches Miteinander zwischen Migranten und länger ansässigen Deutschen getan hat als die meisten, die darüber nur Bücher schreiben.
Man könnte es auch so sehen, dass in den letzten Jahren vieles auf diesem Gebiet richtig gemacht wurde oder dass dies einfach der Lauf der Dinge ist, dass die 1. und 2. Generation der Gastarbeiter (diesen Begriff zu verwenden war der größte Fehler der damaligen Politik), die sich leider auch oft dagegen gewehrt hat die deutsche Sprache zu lernen, durch eine offene 3. und 4. Generation abgelöst wird und Mesut die Spitze des Eisbergs ist. Jedenfalls bin ich froh, dass es sich immer mehr in diese Richtung entwickelt. Das war noch vor 5-10 Jahren so nicht zu erwarten.


Und genau das sehe ich komplett anders. Ich denke einfach mal, dass die erste und zweite Generation vom Grundwesen her stärker integrationswillig war, als es heute der Fall ist (von Ausnahmen einmal abgesehen). Das hat für mein Verständnis auch einen ganz einfachen Grund: vor allem der 1. Generation blieb einfach nichts anderes übrig, als sich zu integrieren, da alles völlig neu war. Dieses Gefühl des "sich integrieren wollens" wurde größtenteils an die 2. Generation weitergegeben. Klar haben die ihre "Wurzeln" nie vergessen und dieses auch gepflegt, was nur zu verständlich ist. Das jedoch ist mittlerweile komplett anders, so dass ich in diesem Zusammenhang von einer "migrierten Parallelwelt" sprechen würde. Ich habe einige türkischstämmige Freunde, allesamt integriert und fühlen sich hier richtig wohl. Ich finde, bei einem Großteil zugewanderter Bürger nimmt der tatsächliche Integrationswille allerdings eher ab. Aber ich denke, das führt an dieser Stelle zu weit, um das jetzt ausführlich zu diskutieren.
 
@Sopho

Mag sein, daß sie das nach ihrer Fassung "übersetzt" und entsprechend getuned haben.
Letztlich ist der Verweis auf mangelnde Englischkenntnisse nur irgendwie seltsam und überflüssig zu erwähnen, da dies alles ihn nicht wirklich überraschen sollte, wenn man sich mit den Spielern vorher mehr oder minder unterhalten hat.
Naja, wir werden sehen, wie sich die Dinge dort entwickeln werden. Ein grundsätzliches Schmunzeln kann ich mir allerdings nicht verkneifen, wenn ich den Begriff "Geduld" in Verbindung mit Real Madrid lese. Das passt in etwa zusammen, wie DSDS und langjährige Musikkarriere...:18:

Man sollte nicht zuviel in diese Aussage hineininterpretieren. Ein völlig normaler Kommentar auf eine völlig normale Frage, die ausser in Deutschland nirgendwo nichtmal im Schlagzeilen-Teil auftauchen wird - und das bei den, wie bereits festgestellten, überkritischen Spaniern.
Viel amüsanter ist eigentlich eine Aussage von Mourinho an anderer Stelle (anderes Interview), an der er behauptet, er baue ein Real Madrid für dieses Jahrzehnt auf. So eine Aussage existiert selbst in Thomas Schaaf´s Wortschatz nicht. ;)
 
Viel amüsanter ist eigentlich eine Aussage von Mourinho an anderer Stelle (anderes Interview), an der er behauptet, er baue ein Real Madrid für dieses Jahrzehnt auf. So eine Aussage existiert selbst in Thomas Schaaf´s Wortschatz nicht. ;)

das liegt aber daran, dass ts weiß, dass er nie damit rechnen kann herausragende spieler länger als ein paar jahre zu binden. das fällt mit dem ruf und den finanziellen ressourcen von real madrid leichter.
 
Deutschland - Aserbaidschan 1. HZ,
Komisch, so ohne die Werder Brille finde ich Özil gar nicht mehr sooo gut und entschuldige auch gar nicht mehr die schlechten- und oder Fehlpässe !!

NaGut der doppelte Doppelpass mit Poldi eben war schon wieder Klasse !!
 
Ja, er war häufig zu faul verlorenen Bällen hinterher zu gehen oder in die freien Räume zu rennen. Das passen klappt allerdings noch oft gut.
 
9.10 Uhr: Christian Nerlinger macht immer öfter auf Uli Hoeneß. Diesmal poltert der Sportdirektor nicht gegen seinen Lieblingsfeind Schalke 04, sondern nimmt sich zwei gefeierte Nationalspieler vor: Mesut Özil und Sami Khedira. Die beiden zu Real Madrid gewechselten WM-Dritten wären nämlich nix für die Bayern gewesen. "Natürlich haben wir die beiden beobachtet. Aber wir waren nicht so weit, um sie anzusprechen oder gar ein Angebot zu machen. Weil wir uns nicht sicher waren, ob die beiden es auf diesem Topniveau bringen werden", sagte Nerlinger dem "kicker". Fortsetzung folgt bestimmt!


naja nerlinger macht echt auf UH .... er wäre doch froh wenn er Özil bekommen hätte
nur braucht Mesut sehr wahrscheinlich noch 1 Saison um sich an dieses Level und den druck von Madrid zu gewöhnen...aber das soll ja nicht mehr unser problem sein letztlich ;)
 
Dann soll der Nerlinger erst mal auf eine ähnlich erfolgreiche Zeit wie UH kommen bevor er schon derart große Töne spuckt.
Und was das die eine Saison angeht: Soviel Geduld hat man in Madrid gewöhnlich nicht. Unter Trainer JM vielleicht, aber das wäre neu.
 
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