Das ist es ja, was ich meinte. Als Özil schlechtere Leistungen lieferte oder mal drei Partien in der HR ausfiel, funktionierte die Mannschaft trotzdem. Wenn Diego schlecht spielte oder ausfiel, ging insgesamt gar nichts. Stichpunkt "eine Mannschaft weiterentwickeln". Ein schlechter Özil ist oder ein schlechter Micoud war immer noch erheblich wertvoller für eine Mannschaft als ein schlechter Messi, Ronaldinho oder Diego. Weil das keine Spielgestalter sind, die regelmäßig das Team mit einbeziehen, sondern die Mannschaft nach und nach von deren Stärken in Einzelaktionen abhängig machen. Solche Spielertypen müssen immer einen starken Tag haben, dann entscheiden sie Spiele. Erwischen sie aber einen schwachen Tag oder werden wirkungsvoll ausgeschaltet, helfen sie keiner Mannschaft, sondern behindern eher noch das Tun der eigenen Mitspieler.
Interessanterweise gibt es in dieser Hinsicht Parallelen von Werder 2006-2009 und der WM mit Argentinien. Werder verpasste es lange, einen Spieler zu verpflichten bzw. DEN Spieler zu fördern (Özil), der neben Diego dem Spiel Strukur geben konnte, um eine gesunde Mischung mit einem Ballhalter und hochbegabten Einzelspieler und eben einem Ballverteiler zu finden. Weil er in der Zusammensetzung mit Diego im System falsch eingesetzt bzw. generell mit dem falschen System gespielt wurde.
Gleiches passierte nun Maradona, der spielintelligente Strategen wie Cambiasso oder Zanetti (oder Riquelme?) zu Hause ließ, mit Messi in einem Rautensystem agierte. Er spielte mit Di Maria und Maxi Rodriguez im Halbfeld, die ihre Stärken hauptsächlich im Vorwärtsgang haben und verzichtete auf einen Spielmacher. Damit waren weder ausreichend Struktur noch Balance gegeben. Das deckten schon die Teams der Vorrunde sowie Mexiko auf, nur reichte da Argentinien`s Quantität und Wucht in der Offensive aus, um das auszugleichen. Das reichte dann gegen D nicht mehr, die diese Schwächen taktisch clever ausnutzten. Erinnerte mich sehr an Werder`s Saison`s 06-08, an die damaligen Spitzenspiele.
Mir ging es auch nicht um das "Prägen" im eigentlichen Sinne, denn da steht außer Frage, dass insbesondere Herzog oder Diego und auch Messi in Barcelona für die "prägenden" Momente im Verein sorgten und sorgen. Mir ging es jedoch um die Nachhaltigkeit und den strategischen Wert, also den im mannschaftsfördernden Sinne an sich.
Bei Herzog kam damals noch hinzu, dass Otto das erkannte und abschätzte, drum spielte AH hängenden Linksaußen, unterstützt von ausreichend taktischen denkenden Leuten auf dem Rasen wie Eilts, Votava oder Bockenfeld. Da stimmte die Mischung.