...aber solange die bekannten Baustellen im Werder-Kader nicht behoben werden, dürften auch 20 Assits und 10 Tore von MÖ dazu nicht reichen.
Stimmt. Dass wir sowohl qualitativ, als auch quantitativ strukturelle Defizite im Kader haben, was Spieleröffnung (vor allem One-Touch) und insbesondere der Organisation des Spiels gegen den Ball angeht, ist unstrittig. Dass wir evtl. mittels einer hohen Ablösesumme einen oder zwei Spieler dieser Kategorie verpflichten könnten - auch klar.
Nur bin ich der Meinung, dass es der falscheste Weg wäre, jetzt, da es nach Jahren des Verfalls unseres einstig herausragenden Kombinationsfussballs in der abgelaufenen Saison zum ersten Mal gelang, nach Micoud einen Spieler auf dieser wichtigen Position zu installieren, der genau diese Momente im Offensivspiel einstreut, die zur optimalen Realisierung des Schaafschen Gesamtkonzeptes nötig sind, ausgerechnet diesen Spieler wieder abzugeben.
Gelingt es uns bspw., einen echten, spielintelligenten Sechser zu verpflichten, damit Frings und Bargfrede für die Halbpositionen, wo sie mMn ihre Stärken am besten ausspielen können, frei werden, könnten wir ertsmals seit langem die Rückkehr zur funktionierenden (Meister-)Raute schaffen, zumal der zweite Stürmer (vermutlich!) dafür auch schon verpflichtet wurde. Ausserdem wären wir im 4-2-3-1 mit einem zweiten System gut aufgestellt, wenn es darum geht, variabel zu reagieren.
Aber nicht, wenn Özil wieder wegfällt und damit der, der diese Spielidee veredelt. Das kann weder Marin, noch Hunt und erst recht sehe ich nicht, wo eine ähnliche Qualität zu verpflichten wäre.
...so schön das geschilderte Szenario auch sein möge, so ist es realistisch betrachtet doch eher unwahrscheinlich und aufgrund dieser Unwahrscheinlichkeit wäre es fahrlässig, wenn Werder bei einem guten Ablöseangebot die Freigabe von MÖ verweigern würde, gerade weil abzusehen ist, daß er eh nicht lange bei Werder bleiben wird.
Ich weiss nicht, was fahrlässiger wäre. Die Entwicklung von MÖ wird auf diesem Niveau weitergehen, jetzt gehandelte oder kurzerhand aufgerufene Ablösesummen dürften sich erheblich von künftigen Ablösesummen für Özil unterscheiden. Das gilt es, neben oben Genanntem, zu bedenken. Will sagen: Wenn es irgendwie möglich wäre, zu für Werder finanziell machbaren und für Özil akzeptablen Bezügen, wäre alles andere als eine Verlängerung ein Witz. Freilich hast Du recht, irgendwann wird Özil für Werder Bremen nicht mehr zu halten sein, ich bezweifle allerdings, dass das schon jetzt sein muss.