Massentierhaltung - Fluch oder Segen?

Grüne starten Kampf gegen Schweinefabriken

Die Ökopartei will die Massentierhaltung zum Wahlkampfthema machen. Der Bau von neuen Riesenställen soll gestoppt und der Einsatz von Antibiotika stark eingeschränkt werden.


[...]


Trittin steigt wegen Wiesenhof bei Werder aus

Wie wichtig den Grünen das Thema ist, zeigte sich jüngst auch an zwei eher kleinen Vorgängen. So beendete Fraktionschef Jürgen Trittin unlängst seine ehrenamtliche Tätigkeit als Umweltbotschafter für Werder Bremen, weil sich der Fußball-Bundesligist vom Geflügelproduzenten Wiesenhof sponsern lasse. Wiesenhof, so Trittin, sei ein "Marktführer der industriellen Billig-Fleischproduktion".

Zum andern schaute am Montag der Grünen-Bundesvorstand mit den Parteichefs Claudia Roth und Cem Özdemir in Wietzen nördlich von Hannover vorbei. Dort wurde bereits zum 100. Male eine Mahnwache gegen die in jener Gegend verbreitete Massentierhaltung abgehalten. Die Grünen finden diesen Protest richtig.
Kampf gegen Schweinefabriken
 
Danke für die Erstellung des Threads... auch wenn ich jetzt nicht unbedingt n Problem damit gehabt hätte im Wiesenhof-Thread weiterzumachen, aber so wird es vielleicht etwas weniger als Angriff gegen Wiesenhof oder gar Werder gewertet und führt zu ner sachlicheren Ebene... wäre zu wünschen, zumindest für die, die sich auch sachlich mit dem Thema auseinandersetzen wollen und nicht nur ihren Senf in Form von "mir schmeckts aber!" oder ähnlichem dazugeben wollen. (Das einer der nächstfolgenden Beiträge jetzt höchstwahrscheinlich erst recht "mir schmeckts aber!" lauten wird, wird mir im selben Moment klar... )

Der Threadtitel könnte vllt. noch etwas editiert werden, denn ich glaube kaum, dass irgendjemand allen Ernstes Massentierhaltung als Segen und glorreiche Errungenschaft der modernen Zivilisation bezeichnen kann (okay, auch das wird wahrscheinlich passieren).

Ich würd mich jedenfalls freuen, wenn die Diskussion - sollte es denn eine geben - vielleicht den einen oder anderen dazu bringt mal drüber nachzudenken, ob er so ein System der Ausbeutung und Gewinnmaximierung mit seinem Konsum unterstützen will. Die Entscheidung trifft jeder für sich und sollte auch von jedem wertungsfrei akzeptiert werden, dennoch sollte erlaubt bleiben zumindest SACHLICH zum Nachdenken anzuregen.

:bier:
 
Ich finde es unredlich, hier einen Konzern moralisch an die Wand zu stellen, wo doch die Politik -und eben da die Grünen- für die Rahmenbedingungen zuständig sind.
...
Ich bin definitiv dafür, das Gespräch in den anderen Thread zu verlegen, weil es hier um Grundsätzliches geht und nicht um Wiesenhof. Die sind nur Zielscheibe einer verfehlten Politik, an der auch die Grünen ihren Anteil haben!

Moin,
Den letzten zitierten Satz kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Seit 2005 ist Deutschland Merkel-Land uns seitdem sind die Grünen glaube ich nicht mehr gross an der Gesetzgebung auf nationaler Ebene beteiligt. Jetzt hier die Grünen als Mitverantwortliche für Massentierhaltung anzuprangern, das halte ich schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Bin jetzt nicht der grosse Grünen-Verfechter (die haben wie alle Parteien auch eine Menge Mist gebaut), aber ich denke man sollte hier schon Objektivität walten lassen. Siehe zum Beispiel hier einige wenige Beispiele aus der Bundestagsfraktion (nein, das soll hier jetzt kein Forum werden zu Für und Wider von diversen Parteien – aber diesen Bezug zwischen Massentierhaltung und Grünen herzustellen finde ich persönlich schon reichlich grotesk)

http://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/das-system-massentierhaltung-krankt.html

http://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/antibiotika-der-treibstoff-der-massentierhaltung.html

http://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/massentierhaltung-per-gesetz-stoppen.html
 
Neben der Massentierhaltung war auch das Subunternehmertum hier Thema!!!!! Das Subunternehmertum ist auf die Agenda 2010 zurückzuführen, die Deutschland Globalisierungstauglich machen sollte und soweit ich das weiß waren es die Grünen unter Gasgerd, die diese ermöglichten.

Hier beißt sich die Katze ganz derbe in den eigenen Schwanz!
 
So dann meine Gedanken hierzu :
Klar wäre es einfach, Massentierhaltung per Gesetz abzuschaffen. Nur welche Konsequenz hätte es denn wirklich real?
Solange der Armuts- und Niedriglohnsektor halt noch so groß ist läuft es entweder auf einen Verzicht oder aber was schlimmer wäre auf einen Import hinaus. Glaube kaum dass bei einem nationalen Verbot der Massentierhaltung sich irgendwas ändern würde für die Tiere im allg..
Jetzt stelle ich mir vor wir würden auf eine EU-Regelung dringen, die die Vorschriften verschärft, das Fleisch wesentlich teuerer macht.....ich möchte den zig Millionen Arbeitslosen in der EU nicht erklären müssen, dass von nun an auch Verzicht auf Fleisch zu ihrem sozialen Status gehört.

Obwohl nicht wenige Revolutionen wegen gestiegener oder knapper Nahrungsmittel entstanden sind.....wäre vielleicht doch gut. :D

Genausowenig glaube ich, dass viele derer die es sich leisten können, im wesentlichen ihren Konsum einschränken.

Ich halte das Problem der sozialen Gerechtigkeit für vordringlicher, als Tieren, die sowieso nach x Monaten sterben um Fleisch zu liefern, ein paar qm mehr Platz zu geben. Denn mit der soz. Gerechtigkeit hätten viele Menschen erst die Wahlmöglichkeit ob sie die teueren Bioprodukte kaufen oder nicht. Dass Ökologische Politik im Moment meist nur darauf beruht dass die Armen verzichten und die Reichen mehr von allem haben, liegt doch nur daran.

@firedangerboy
Ein Verbot der Massentierhaltung würde aber das System der Gewinnmaximierung nicht verändern nur verlagern. Sieht man doch heutzutage schon an den Bioprodukten, dass es doch dort auch um nichts anderes geht. Allein die Verpackung der Bio-Produkte in den Supermärkten ist doch ein Schlag ins Gesicht all derer die in den 80er,90er in den Bioladen gegangen sind. Aber Hauptsache auf der Folie prangt ein grünes Logo.

Wie wäre die Antwort "notwendiges Übel"...
 
[...]
@firedangerboy
Ein Verbot der Massentierhaltung würde aber das System der Gewinnmaximierung nicht verändern nur verlagern. Sieht man doch heutzutage schon an den Bioprodukten, dass es doch dort auch um nichts anderes geht. Allein die Verpackung der Bio-Produkte in den Supermärkten ist doch ein Schlag ins Gesicht all derer die in den 80er,90er in den Bioladen gegangen sind. Aber Hauptsache auf der Folie prangt ein grünes Logo.

Wie wäre die Antwort "notwendiges Übel"...

:tnx:

Über diese Brücke gehe ich mit Dir.


Gratulation überhaupt zu Deinem Post, weil er trefflich ist. Ich möchte Deine Überlegungen noch ein wenig ausweiten. Die EU schreibt ja gern mal vor, wie eine Banane auszusehen hat. Demnach könnte die EU sicher auch vorgeben, welche "Gattungen" zur Mast erlaubt sind und welche nicht. Dann müsste man allerdings auch die Einführbestimmungen darauf abstellen und es der WTO vermitteln.
 
:tnx:
Die EU schreibt ja gern mal vor, wie eine Banane auszusehen hat. Demnach könnte die EU sicher auch vorgeben, welche "Gattungen" zur Mast erlaubt sind und welche nicht. Dann müsste man allerdings auch die Einführbestimmungen darauf abstellen und es der WTO vermitteln.

Ich glaub bei Fleischeinfuhr ist die EU sowieso schon sehr restrikitiv. Ein Betrieb muss die EU-Auflagen schon jetzt erfüllen, damit es Fleisch in die EU exportieren kann. Aber welche Gattungen schweben dir denn so vor? Nehmen wir mal so die Standards, Huhn, Pute, Ente, Schwein und Rind. Ich würde fast vermuten, dass beim Rind am ehesten die Chance besteht, da es sowieso schon so teuer ist, dass da ein Preisaufschlag kaum ins Gewicht fällt. Ente vielleicht auch noch. Logisch wäre das allemal nicht. Da würden sich die entsprechenden Betriebe wahrscheinlich zu Recht dagegen wehren.
 
Das Problem bei der Mast sind ja scheinbar die Züchtungen die eingesetzt werden. Deshalb nutzt man bei der "Edelvariante" ja auch andere Züchtungen, die nicht ganz so schnell ihr Fleisch auf die Rippen bekommen.
 
http://www.focus.de/gesundheit/erna...he-keime-auf-gefluegelfleisch_aid_667319.html

Hunderte Geflügelfleischproben sind nach Untersuchungen von Experten mit den gefährlichen MRSA-Keimen belastet. Diese Keime sind gegen mehrere Antibiotika resistent.
Auf 42 Prozent der Putenfleisch- und 22 Prozent der Hähnchenfleischproben fand das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die resistenten Keime nach eigenen Angaben

Beim Kontakt mit belastetem Fleisch könnten sich Verbraucher nach Angaben des Robert-Koch-Instituts infizieren und möglicherweise eine Blutvergiftung erleiden

Die landwirtschaftliche Praxis der Massentierhaltung:

In der Mast werden Antibiotika prophylaktisch eingesetzt, um die Ansteckungsgefahr unter den Tieren zu mindern. Dadurch kommen immer mehr widerstandsfähige Keime in Umlauf.
 
Ja, okay.
Werder ist nun aber offziell Unterstützer dieser Branche ;)

So langsam wird es lächerlich. Diese Branche versorgt Deutschland mit Nahrungsmitteln, der Staat (Bundestag, Bundesrat, Gerichte, Stadtverwaltungen mit Lebensmittelkontrolleuren) regeln die Normen sowie die Überwachung. Politiker und öffentliche Bedienstete sind die Ansprechpartner für solcherlei Probleme. Die haben diese Probleme auch zu lösen.

Ich weiß garnicht, was all dieses Gejammer überhaupt bezwecken soll. Ich weiß auch nicht, welchen Sinn diese Berichterstattung hat. Ob die die Bevölkerung informieren oder in China fällt nen Sack Reich um, hat die selbe Bedeutung.
 
So langsam wird es lächerlich. Diese Branche versorgt Deutschland mit Nahrungsmitteln, der Staat (Bundestag, Bundesrat, Gerichte, Stadtverwaltungen mit Lebensmittelkontrolleuren) regeln die Normen sowie die Überwachung. Politiker und öffentliche Bedienstete sind die Ansprechpartner für solcherlei Probleme. Die haben diese Probleme auch zu lösen.

Du verlässt dich auf die Politik, auch wenn du siehst, dass diese das Problem nicht in den Griff kriegt und isst dann guten Gewissens dieses belastete Fleisch und setzt deine Gesundheit auf's Spiel?
Muss aber jeder für sich selbst wissen.

Ich weiß garnicht, was all dieses Gejammer überhaupt bezwecken soll. Ich weiß auch nicht, welchen Sinn diese Berichterstattung hat. Ob die die Bevölkerung informieren oder in China fällt nen Sack Reich um, hat die selbe Bedeutung.

Keine Ahnung, warum das diese Berichte als "Gejammer" empfindest.
Das sind wissenschaftliche Studien, die nunmal die Realität darstellen.
Und ich persönlich bin offen für solche Berichte, weil mich meine Gesundheit interessiert.
 
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