P.S.: Den Sarkasmus nehm ich sportlich. Gehört zum Spiel.
Das mag ich
Laut Wyscout hatte Ducksch 2023/24 im Schnitt 46,3 Ballkontakte pro 90 Minuten – das ist für einen nominellen Mittelstürmer tatsächlich nicht „wenig“, sondern eher viel. Zum Vergleich: Füllkrug lag in der Saison bei Dortmund bei knapp 38. Effektivität?
Das stimmt. Ich sehe ihn aber nicht als Mittelstürmer. Er spielt zwar nicht als klassischer Spielmacher, aber ist schon sehr stark im Spielaufbau eingebunden. Ist dann wie immer ein wenig die Frage des Betrachterstandpunkts.
Ja, Ducksch ist oft an Abschlusssituationen beteiligt – aber genau da beginnt die Diskussion um Qualität versus Quantität.
Wir kennen Ducksch und seine Stärken/Schwächen ja schon aus der 2. Liga. Zwei vergebene 100%ige zum Haareraufen werden gefolgt von einem Traumtor. Wäre es anders hätten wir uns Ducksch in unseren kühnsten Träumen nicht finanzieren können, denn seine ohnehin schon starken Scorer-Werte wären dann von einer anderen Welt.
Passgenauigkeit unter Druck lagen in mehreren Spielen unter dem Liga-Mittel.
Ist richtig, er ist niemand der in einer Pressingsituation immer die gute Lösung findet. Ich vermute, genau das ist auch der Grund weshalb er so häufig versucht den freien Raum zu suchen und zu finden. Und genau das wirkt dann auch häufig so, als wenn Ducksch sich wenig am Spiel beteiligt. Wenn nämlich die anderen nicht gerade ihren besten Tag haben, "finden" sie die Offensive nicht.
Gerade gegen tiefstehende Gegner tendiert er dazu, das Spiel durch unnötige Finessen zu verlangsamen oder auf enge Zonen zu bestehen, statt mal simpel auf Tiefe zu spielen.
Meiner Meinung nach kann man gegen tief stehende Gegner nicht auf Tiefe spielen. Das ist doch gerade der Witz an der Spielweise. Schnelle Spieler wie Agu, Burke und Njinmah haben es gegen solche Gegner schwer und ich glaube, genau das ist auch der Grund für unsere tendenzielle Heimschwäche. Unser Spielaufbau folgt einem wiedererkennbaren Muster, einstudierte Abläufe wo man vorher schon weiß, was gleich für ein Ball gespielt werden wird. Das allerdings insbesondere gegen Gegner, die selber das Spiel machen (wollen). Ist Ducksch gegen solche (tief stehenden) Gegner ideal? Nein, ist er mit Sicherheit nicht. Unser Problem besteht ja nur darin, dass ich jetzt nun auch nicht wüsste wen sonst man bringen sollte. Am ehesten vermutlich Bittencourt. Nur ob wir damit gegen solche Teams besser aussehen?
Du sprichst an, wie oft er „Tempo reinbringt“. Ja, wenn er Raum hat. Aber wie oft er selbst das Tempo rausnimmt, kannst du dir in den Heatmaps und Passmaps anschauen: viele Ballaktionen im linken Halbraum, viele Rück- und Querpässe
Ja aber ist das nicht im Grunde zwingend? Ich mein, wie soll er Tempo bringen, wenn kein Raum ist in den jemand starten könnte? Zudem meine ich ziemlich klar die Handschrift des Trainers zu erkennen, was da meint: Im Zweifel lieber den Ball in den eigenen Reihen halten als den riskanten Pass und Konter für den Gegner. Ich bilde mir ein, dass genau das ein Grund dafür ist, dass unsere Defensive häufig ziemlich stabil ist.
eben auch nicht das, was Werder künftig braucht, wenn man pressingorientierter spielen will.
Wenn man das will, ja, dann braucht man einen anderen Spielertypen, sehe ich auch so.
Er war ein funktionierendes Element in einem klar definierten System – aber eben auch ein System, das mit ihm an Grenzen gestoßen ist.
Das sehe ich persönlich nicht so, aber das macht ja nichts

Ich finde, die Grenzen wurden uns nicht durch einen Marvin Ducksch "aufgezeigt" sondern durch den Kader. Unsere Schwächephasen, diese wie auch letzte Saison, waren schon ziemlich klar geprägt durch Ausfälle von Spielern und dem Mangel an Alternativen. Und gerade für das was Ducksch im offensiven Spiel einbringt, haben wir nach Woltemades Abgang keine Alternative.