Kicker: Nr. 48 2009
BREMEN: Scouts beobachten Carlos Alberto – Österreicher will Neuanfang wagen
Eine Umschulung wie bei Frings: Harnik soll verteidigen
Vielleicht hat er das prominente
Beispiel vor Augen, das er vom
Hörensagen kennt. Die Geschichte
des Torsten Frings, die Umschulung
eines Talents vom Stürmer zum
Defensivmann. Ähnliches haben
die Bremer mit Martin Harnik vor.
Der Österreicher scheint nicht
abgeneigt, diesen Prozess bei Werder
mitgehen zu wollen.
In einem Gespräch mit Thomas
Schaaf hat Harnik seine Auffassung
bekräftigt: „Ich will mich hier durchsetzen.“
Ausleihe oder ein Transfer
kommen für den Profi , der am Mittwoch
22 Jahre alt wird, also nicht
infrage. Nach einem verlorenen
Jahr, bedingt durch eine Bänderverletzung
am Sprunggelenk, strebt
Harnik einen Neuanfang an.
Womöglich in einer anderen
Rolle. Denn Trainer Schaaf hat ihn
bei dem Grundsatzgespräch auch
über die Absichten informiert,
ihn in einer anderen Position zu
testen. „Wir sehen ihn als Rechtsverteidiger
als eine echte Alternative“,
deutet Manager Klaus
Allofs die Richtung an. Eigentlich
Stürmer, eine Rolle, die er auch
im Austria-Team (15 Einsätze)
spielte, hat Harnik seine besten
Partien für seinen Arbeitgeber auf
der rechten Abwehrseite absolviert.
Angefangen vor Jahren auf Schalke,
als Schaaf ihn aus Personalnot völlig
überraschend dort nominierte.
Ein Versuch, wie damals bei
Frings, der als Torjäger aus Aachen
kam und als defensiver Mittelfeldspieler
endete. Oder aber Clemens
Fritz, der von vorn immer weiter
nach hinten rückte. Harnik, der es
zuletzt in der Bundesliga nur auf
acht Einsätze (kicker-Notenschnitt
4,33), im UEFA-Cup auf ein Spiel
brachte, dafür in der 3. Liga achtmal
Spielpraxis erwerben (kicker-Note
3,56) konnte, will das gleiche Experiment
wagen.
Werder hätte somit ein Personalproblem
elegant gelöst. Ein weiteres
könnte durch den „verlorenen
Sohn“ Carlos Alberto eventuell
beseitigt werden. Jeder habe eine
„zweite Chance“ verdient, sagt
Manager Allofs. „Es ist nicht ausgeschlossen,
dass Carlos Alberto
zurückkommt.“
Sorgfältig wird abgewogen,
ob sich Risiko und Nutzen dieser
Rückholaktion die Waage halten.
Scouts sind in Südamerika und
begutachten das aktuelle Leistungsvermögen
des an den Zweitligisten
Vasco da Gama ausgeliehenen
Technikers. Vor einer endgültigen
Entscheidung wird auch Allofs nach
Brasilien fl iegen.
Ich spare mir den kleinen Absatz im C.A Fred zu schreiben...