Darüber hinaus ist einer wie Almeida, der Zweikämpfe gewinnt und Kopfbälle holt, natürlich auch abseits von Toren wertvoll für das Team, sei es bei Befreiungsschlägen, sei es bei Ecken gegen uns (wo Werder extrem anfällig ist).
Dem stimme ich durchaus zu

, es ist aber eben nur ein Teilaspekt, sozusagen der bei der Notfallvariante.
Ein anderer ist, dass Almeida in schöner Regelmäßigkeit den "Standby-Modus" auflegte, den er nur in seltensten Fällen ausschaltete. In diesen Fällen war er alleine durch seine physische Präsenz ein Trumpf, weil stets anspielbar und in der Lage dort durch seine Schusskraft/ Schusstechnik sowie seine Ballbehauptung für Gefahr zu sorgen. DAS kam aber nun mal wie gesagt kaum bzw. allenfalls phasenweise vor und ansonsten gab es reichlich Spiele mit fast 90 Minuten zu bestaunen, in denen er überhaupt nicht am Spiel teilnahm (deshalb find ich`s auch witzig, dass das bei Rosenberg zu Recht bemängelt wird, dann aber ausgerechnet der Name Almeida hier auftaucht). Dann diktierte komplett fehlende Handlungsschnelligkeit, mangelnde Intuition und unzureichendes Spielverständnis das Tun Almeida` s. Hinzu kamen die bekannten, fussballerischen Limitationen, die dabei ebenfalls nicht hilfreich waren. Zudem hatte Almeida nicht die Spielintelligenz, um im Sinne des Schaaf-Systems zu funktionieren. Es gelang ihm ebenso selten, eine IV aus dem Zentrum zu ziehen, um Platz für das Spiel in die Tiefe oder Breite zu schaffen, noch sich per richtigen Laufweg oder Zustellen der Gegenspieler so anzubieten/ freizulaufen/sperren, dass ein sinniges Direktspiel mit ihm überhaupt möglich war. Ich weiss nicht, wie oft ich mich gerade bei diesem Spieler darüber geärgert habe. Deshalb blieb ja meistens der hohe, lange Ball auf Almeida. Hier wird die Stärke bei Zweikämpfen und Kopfbällen gehuldigt, stimmt, aber wie oft kam er tatsächlich in Zweikämpfe? Wie oft hat Almeida fernab davon total gepennt? In meiner Erinnerung viel zu oft. Und wie oft hat er bei Ecken hinten abgeräumt?
Letztlich war aber vieles von dem "abseits von Toren" alles andere als "wertvoll für das Team" und dürfte ein Mitgrund gewesen sein, warum er so häufig schnell wieder draußen saß. Bei Schaaf finden sich doch oft Spieler zügig auf der Bank wieder, die es vom Kopf her ganz offensichtlich nicht schnallen (wollen). Allerdings gebe ich Dir in dem Punkt völlig recht, dass es oftmals unerklärlich, warum andere spielten, die beileibe nicht besser waren.
Almeida war vermutlich der beste Athlet im Werder-Kader, aber eben hauptsächlich das. Und ja, am Ende seiner Zeit hier wirkte er leicht verbessert, da er unter Mithilfe von Kugel am Antritt gearbeitet hatte, wodurch er auf den ersten Metern eine bessere Grundschnelligkeit erreichte, und es gelang ihm, seinen jahrelang völlig verpeilten Schuss mehr auf den Kasten zu fokussieren. Das wohl.
Wir bräuchten einen Stürmer mit Hugos Qualitäten ...
Finde ich überhaupt nicht.
Wir müssen gerade weg von den Stürmern der Marke Rosenberg, Sanogo, Wagner, Almeida oder Moreno, die alle sicherlich in bestimmten Bereichen ihre Qualitäten haben, uns insbesondere fussballerisch aber keinen Deut weiterbringen. Und mit denen Schaaf`s Zwei-Stürmer-System mit Raute dahinter keinen Sinn macht. Wir benötigen auch keinen Prellbock in der Spitze, der ein Ziel abgibt, wenn lange Bälle gebolzt werden. Hat uns Hinrunde 10/ 11 zwar in manchen Spielen gerettet, weil nicht anderes ging, aber das kann doch nicht Ziel oder Zweck der Sache sein.
Das Schaaf-System funktioniert dann am besten, wenn wir zwei Stürmer mit einem guten Spielverständnis haben. Bspw. geht unser Spiel über aussen in der Regel über die AV`s oder die ausweichende, zweite Spitze. Die sollte dann aber ebenso wie der Partner in der Mitte möglichst gut Fussball spielen können. Oder wir haben eine Zentrale wie Baumann-Micoud, die im Umschalten derart beschleunigt und einen Stürmer wie Ailton in Szene setzt. Habe wir aber nicht, wobei das ohnehin heutzutage weitaus schwieriger sein dürfte als noch 2004.
Meine Hoffnung ist immer noch Arnautovic, wenn der Kindskopf endlich mal in die Spur findet und feststellt, was in seinem Beruf wichtig ist. Oder Füllkrug.