Eigentlich hatte ich mich innerlich schon fast damit abgefunden, Arnautovic in Richtung Kiew zu verlieren. Ein Anzeichen für einen bevorstehenden Wechsel für mich war auch seine Körpersprache gestern, als er phasenweise genervt und lustlos wirkte. Dieses kann man jedoch auch mit der Entscheidung Schaafs, dass Arnautovic erst einmal auf der Bank sitzt, dem Spielverlauf und dem Trubel, der ihn in den vergangenen Tagen begleitet hat, begründen.
Die jüngsten Aussagen unterstreichen doch eindeutig die Entwicklung, die Arnautovic oft attestiert wird, sie unterstreichen, dass Arnautovic reifer geworden ist. Im Fußball ist es mittlerweile eine Seltenheit gewurden, dass Spieler sich so klar zum Verein positionieren, erst mit dem Verein reden und ihm eine Chance geben möchten, nicht sofort dem Ruf des Geldes folgen, weil sie wissen, was sie dem Verein zu verdanken haben. Umso schöner ist es natürlich, eine solche Aussage von einem angeblich so schwierigen Menschen wie Arnautovic zu hören.
Es ist gut zu wissen, dass Arnautovic das Vertrauen hier zu schätzen weiß.
Interessieren würde mich persönlich, wie viel Eichin zu dieser Entscheidung beigetragen hat. Denn dieser hatte sich ja schon vor seinem Amtsantritt zu der Aussage, dass er vor allem Hunt und Arnautovic halten möchte, leiten lassen. Positiv natürlich, dass man Arnautovic jetzt davon überzeugen konnte, zumindest vorerst bei Werder zu bleiben. Gespräche bezüglich einer Vertragsverlängerung wird man wohl auch in Kürze aufnehmen.
Und das sollte man auch. Denn selbst ein Kurzeinsatz wie es der gestern von Arnautovic gewesen ist, zeigt, dass man auf ihn nicht verzichten kann. Arnautovic hat sich auf dem Feld zum Führungsspieler und Antreiber entwickelt, hat sportlich einen nächsten Schritt gemacht und kann seine Leistungen mittlerweile konstant gut abrufen und bestätigen. Arnautovic ist hochtalentiert, bringt nahezu alle Anlagen mit und ist ein wertvoller Bestandteil unserer Offensive. Es freut mich, dass er eine meiner Meinung nach solch kluge Entscheidung getroffen hat. Denn diese Entscheidung ist auf der einen Seite positiv für Werder anzusehen, auf der anderen Seite wirft er seine Karriere durch einen Wechsel ins Niemandsland so nicht weg. (Viel) Geld abräumen kann er auch am Ende seiner Karriere im Osten noch. Jetzt sollte er sich erst einmal darauf konzentrieren, bei Werder weiter gute Leistung zu zeigen und später vielleicht nochmal einen Anlauf bei einem großen Club in Europa zu unternehmen. Ich hoffe auf eine weiterhin erfolgreiche und lange Zusammenarbeit zwischen Arni und Werder.