Wenn nur ein Bruchteil von den Geschichten einen realen Hintergrund haben sollte, die mir über das Auftreten von Arnautovic außerhalb des Platzes (sprich: Kabine oder auch privat) berichtet wurden, liegt das Hauptproblem mit Sicherheit nicht bei der Frage der fußballerischen Fähigkeiten.
Wenn es nur darum ginge, ob er das Zeug dazu haben könnte, die Werder-Offensive zu bereichern, würde ich dieses nach meinen bisherigen Eindrücken mit einem ganz klaren "Ja" beantworten. Er hat ohne Zweifel etwas drauf, auch wenn man noch ein wenig daran arbeiten müsste, seine Fähigkeiten optimal für das Team zu nutzen.
Aber - von seinem persönlichen Auftreten her scheint er wohl eher eine Zumutung für die Mannschaft zu sein. Wenn es nur BILD-Insiderberichte aus der Kabine wären, würde ich da noch nicht ganz so viel drauf geben. Leider passen diese Darstellungen aber 1:1 auf den einen oder anderen Bericht von Leuten aus meinem Bekanntenkreis, die ihn hier und da mal privat erlebt haben.
Neben den Verletzungen scheint mir das Hauptproblem im bisherigen Saisonverlauf ein erheblicher Mangel an Teamspirit zu sein. Da ich ziemlich nah dran sitze, bekomme ich das gegenseitige "Anmachen" untereinander z.T. sogar wörtlich mit (+ kleine, vielsagende Gesten). Dieser Sand im Mannschafts-Getriebe wiegt für mich noch viel schwerer als ein fehlender Spieler. Gegen St. Pauli wirkte das erfreulicher Weise mal recht homogen. Da hatte ich mal wieder den Eindruck, dass einer für den anderen mitgelaufen ist. Und dann ist es letztlich auch nicht ganz so tragisch, wenn da ein Schmidt oder Kroos auf dem Feld stehen (statt z.B. ein Arnautovic).
Hier wird mir der Blick zu sehr rein auf die Bewertung des fußballerischen Könnens geworfen. Was das angeht, würde ich für Arnautovic sprechen. Aber unter Berücksichtigung seines sonstigen Auftretens sehe ich eher eine Schwächung des Teams durch sein Mitwirken. Ich sehe die Personalie insgesamt inzwischen als (weiteren) Fehlgriff aus der Kategorie "schwierige Spieler". Stand heute kann ich mir nicht vorstellen, dass es gelingt, den Jungen in eine Mannschaft zu integrieren.