Ich bin nicht nah genug dran und verfolge die Trainingseinheiten der Profis auch nicht regelmäßig, allerdings bezweifle ich dennoch seit längerem, dass es unter Dutt irgendeine Art Leistungsprinzip gibt. Denn gäbe es so ein Prinzip, würde Makiadi nicht Woche für Woche auflaufen. Tut er aber. Selbst wenn die Berufung in die Startelf mit guten Trainingsleistungen irgendwie zu rechtfertigen wäre, müssen die Trainingsleistungen irgendwann auch in den Hintergrund rücken, wenn jeden Spieltag aufs neue erkennbar ist, dass Makiadi mit der Wettkampfsituation nicht zurechtkommt. Im Enddefekt liegt nahe, dass er nur spielt, weil er Dutts Liebling ist und teuer war.
Im Übrigen dürfte für Galvez und Obraniak schon Qualifikation genug sein, dass sie andere Spielertypen sind. Denn ein Mittelfeld aus Akteuren, deren Stärken ziemlich identisch sind, aufzubieten, ist vollkommen sinnbefreit. Nichts anderes tut Dutt aber durch das Aufstellen von Kroos+Makiadi+Junuzovic. Einer von den genannten, meinetwegen auch zwei, je nach Gegner und Stärken eben, reicht/reichen völlig aus. Ein gutes Mittelfeld zeichnet sich vor allem auch durch die richtige Mischung aus, bei uns fehlt es aber leider eben komplett an einem solchem Gleichgewicht.
Aber wo sind denn die großen Alternativen zu Makiadi? Ich habe da auf der Bank heute nicht viel gesehen. Bartels hat im Pokal nicht überzeugt und Busch hat heute (beziehungsweise gestern) erst sein Bundesligadebüt gegeben und ist zudem Rechtsverteidiger.
Dann bleiben noch Galvez und Obraniak. Galvez ist aber auf einer anderen Position eingeplant und hat als Sechser gegen Ende der Vorbereitung ziemlich abgebaut, während Kroos eher aufsteigende Form gezeigt hat. Also ist der Wechsel Kroos/Galvez durchaus verständlich.
Und dann kann es eben schon sein, dass Makiadi sich einfach besser präsentiert hat als Obraniak, der sich ja anscheinend lieber bei der Presse ausheult und praktisch seit er hier ist mit einem Wechsel kokettiert, als an sich zu arbeiten und sich dem Trainer auf dem Platz aufzudrängen.
Einfach nur ein anderer Spielertyp zu sein reicht eben nicht aus. Ich bin garantiert auch ein ganz anderer Spielertyp als alle anderen Werderspieler und trotzdem würde zurecht niemand auf die Idee kommen, mich in die Startelf aufszustellen.