Flickenteppich hin oder her. Es ist in meinen Augen machbar und dies wird irgendwann eben auch von den Mäzenen erkannt werden, dass der Fussball an Attraktivität verlieren wird.
Der Hinweis auf den US-Sport ist doch da eben das perfekte Beispiel.
Demokratische Strukturen siehst du doch in den "Sportverbänden", die idR Sportunternehmen sind gar nicht. Der Familie des CEOs der NASCAR ist Miteigentümer (der andere ist Roger Penske) an der International Speedway Corporation. Die Familie France hat in der NASCAR also quasi eine alleinige Machstellung. Dennoch ordenen sich Millionäre und Millardäre wie Rick Hendrick, Roger Penske oder Gene Haas deren Regelungen unter. Denn alle wissen, dass die NASCAR nur dann interessant ist, wenn sie spannend ist. Wenn es auch die Außenseiter mal schaffen. Wenn der Rennausgang offen ist. Ansonsten schaut sich das kaum eine Sau mehr an.
Genauso verhält es sich in der NFL, NBA oder MLB. Alle "Verbände" sind Unternehmen. Alle "Clubs" sind im Eigentum von Privatpersonen oder Beteiligungsgesellschaften. Alle werden von Multimillionnären oder Milladären als ihr Hobby und Investment gepflegt. Dennoch ordnet man sich den Regelungen unter, die einen ausgeglichenen Wettbewerb garantieren sollen. Weil sie eben wissen, dass es ohne Außenseiterstorys oder bei einer langanhaltenen Dominanz eines Teams ganz schnell zum Verlust des Interesses am Sport führen kann und wird.
Das ganze halte ich im Fussball für noch eklatanter. Denn wir bekommen Retortenclubs für die sich, wie eben die Fernsehquoten oder Zuschauerzahlen im Stadion zeigen, kaum ein Schw*** interessiert. Das wird eben den Sponsoren auf Dauer auch nicht gefallen. Das sind die, die das Geld eben geben. FIFA, Kontinentalverbände und Nationalverbände wollen und müssen alle Geld verdienen. Bleibt das aus, dann ist das gegen deren Interessen.
Ich behaupte ja nicht, dass wir schon an dem Punkt angelang sind. Es ist imho allerdings nur eine Frage der Zeit. Die Bundesliga boomt seit Jahren und wird durch den WM-Titel auch noch mal einen gewissen Schub bekommen. Allerdings wird das Interesse an Wolfsburg oder Hoppenheim dadurch nicht zunehmen. Selbst der Titel von 2009 hat dem VfL Wolfsburg keinen Aufschwung gebracht. Der BTSV hatte zu Zeiten in der 3. Liga zum Teil mehr Zuschauer als der VfL an einzelnen Bundesligaspieltagen.
Der Fussball wird also auf Dauer umdenken müssen, um bei den Sponsoren ganz allgemein interessant zu bleiben. Einzelne Milliardäre und Millionäre mögen eben einen Fussballclub in die hohen Ligen führen können. Aber die TSG 1899 Hoffenheim ist eben ein gutes Beispiel dafür, dass es externe Sponsoren - also solche, die dann auch nicht mit Hopp irgendwie verbandelt sind - interessieren sich für den Club gar nicht. Mittlerweile ist SAP auch wieder Brustssponsor bei der TSG. Sein "Projekt" trägt sich - anders als von Hopp geplant - immernoch nicht selbst. Und meiner Meinung nach wird dies auch nie passieren. In Wolfsburg gibt es ja auch "interessante" Sponsoringmodelle. Ohne diese wäre es wohl sehr schwer überhaupt die Banden da voll zu bekommen.
Das sind für mich eben nur die Vorboten auf das, was auf den Fussball zukommen wird. Und das ist sicher nicht im Interesse der Fussballfunktionäre.
Sehr interessanter Post, Respekt. :daumen:
Ich bin kein Motorsportfan, daher kann ich zu NASCAR gar nichts sagen.
Bei der NFL gab es mal die AFL als Konkurrenzliga und am Ende haben alle verloren, das Interesse erlahmte und die Zuschauer blieben aus. Es wurde ein Resetknopf gedrückt und die NFL boomt wie nie. Aber !!!
Es ist der nordamerikanische Kontinent mit Canada. Da geht das.
Wir reden hier über Europa (=besagter Flickenteppich), wo kein Tag vergeht, in dem nicht Streit Zwist und Hader aus diversen Nationen übereinander und gegeneinander medial ausgetragen wird. In dieser Gemengelage in Kombination mit der mafiösen FIFA sehe ich keine Chance auf baldige Besserung.
Warum ist die PL so abgefallen? Meine Antwort wäre, dass es die Kombination aus der Wirtschaftskrise 2008 und einem nicht vorhandenen Konzept des englischen Fußballverbandes gewesen ist.
Die nächste Finanzkrise wird sicher kommen. Wann??? Aber kommen wird sie. Dann werden auch international wieder Verwerfungen auftreten. Dann werden die reichen Mäzene 2x überlegen, in Clubs zu investieren.
Da ich in der Nähe von Hoffenheim lebe, Kontakte in die TSG habe, weiß ich, dass alles bei denen vom D. Hopp abhängt. Verträge von Firmino und Volland verlängern die nicht aus ihrem Zuschaueraufkommen. Da sind locker 30-40 Mio von ihm gekommen. Weitaus problematischer sehe einen Kühne und Mateschitz.
Ich verweise noch mal zum Auftritt vom Rettig im Dopa letzten Sonntag, der zu dem Thema einen ganz schwachen Auftritt hingelegt hat und im Grunde genommen, als DFL-Vertreter die weiße Fahne vor den Mäzenen gehisst hat.
Das alles wird dann mit Tradition und Purismus vermengt und damit unglaubwürdig.