Ist immer wieder amüsant, wie manche User meinen zu wissen, wieviel und wofür KA Geld zur Verfügung haben soll. :wild:
Soweit ich das einschätzen kann, ist lediglich klar, dass Werder noch immer mit einem der höchsten Etats der Liga arbeitet/arbeiten kann/rechnen muss. Das heisst nichts anderes, dass die Umlage-/Gemeinkosten relativ hoch sind, auch dem Umstand geschuldet, gerade weil Werder CL-Dauergast war und demzufolge mittlerweile ganz andere Gehälter gezahlt werden (mussten). Und zwar nicht nur im Lizenzspielerkader, denn es wäre ja fahrlässig, wenn nicht parallel dazu in Anhebung des Niveaus der Nachwuchs- und Amateurteams sowie in Teile anderer Abteilungen und in Infrastruktur und Stadion investiert würde.
Ich sehe es mal so bzw. vergleiche Werder mit einem mittelständischen Unternehmen oberster Preisklasse:
Ein hoher Etat wiederrum erfordert einen gewissen Umsatz. Denn sinkt der (von vornherein kalkulierbare) Umsatz, wird die Gewinnspanne geringer und das Risiko bei gleichbleibenden Kosten, die nun mal feststehen, höher. Es muss aber erstmal wegen der fehlenden Champions League mit weniger Grund-Einnahmen als in den letzten Jahren gerechnet werden. So zählen die Einnahmen aus dem Diego-Transfer als wichtige Umsatzsteigerung und verringern von vornherein das Risiko. Welches sich prompt wieder erhöhen würde, würden die Einnahmen eins-zu-eins reinvestiert. Dann ein frühes Ausscheiden in den Pokalen (denn wer garantiert, dass teure Einkäufe umgehend Erfolge sichern?), sinkende Zuschauer- und Merchandising-Einnahmen und wir wären auf dem Weg, Dortmund zwischen 2001 und 2004 zu kopieren. Denn nicht zu vergessen, dass Werder Bremen in einer strukturschwachen Region mit einem hohen Etat arbeitet (wie damals BVB auch, dem zusätzlich die reichlich vorhandene nahe Konkurrenz Quellen abgrub), dazu ohne einen evtl. bürgenden Großinvestor der Marke VW, Bayer oder Hopp, was die Sache nicht leichter gestaltet. Vermutlich müssen wir schon zweimal mehr in der CL gespielt haben, um jeweils zu Saisonbeginn mit ähnlichen Einnahmen rechnen zu können wie bspw. der HSV. Werder muss ausserdem erstmal seine Gehaltstruktur finanzieren, um überhaupt die derzeit vorhande Qualität im Kader halten zu können - eine wichtige Grundvorraussetzung, um wieder oben aufzuschließen. Diese Rechnungen, die hier ohne jegliche Grundlagen kursieren, dazu stellenweise noch als Fakten dargestellt und als Basis für eventuelle Top-Transfers genannt werden, sind mMn absolut lächerlich.
:stirn: Was für ein Glück, dass KA & Co. nicht wie manche User hier beim Monopoly gewinnen wollen, sondern einen Verein solide und liquide zu führen haben, sich dessen bewußt sind und dies gerade deswegen seit Jahren erfolgreich tun. Und es ist letzlich auch ein Verdienst der derzeit amtierenden Verantwortlichen, dass Werder in der Branche noch immer als derjenige Verein gilt, der im Vergleich zu einigen anderen in der Liga wesentlich besser mit Geld umgehen kann.