Alles sicherlich richtig. Aber erstens bleibt doch die Frage, ob ein Verein bei Spielerverpflichtungen immer ins Risiko gehen muss.
Denn die 7 Werder-Verpflichtungen der letzten 5 Jahre über 5 Mio.:
2007: Carlos Alberto ca. 8,5 Mio., Boubacar Sanogo ca. 5,5 Mio.
2009: Marko Marin ca. 8 Mio.
2010: Marko Arnautovic ca. 7,5 Mio., Wesley ca. 7 Mio.
2011: Mehmet Ekici ca. 5,5 Mio.
2012: Elijero Elia ca. 5,5 Mio.
Welcher der "Premium" Zugänge galt nicht als schwierig, schwer integrierbar oder aber hatte den Nachweis schon erbracht, in der BL längerfristig auf einem gewissen Niveau bestehen zu können, der diese Ablöse rechtfertigt hätte?
KA muss nun nicht erzählen "Wir wären übermenschlich gut, wenn das immer hinhauen würde" sondern angesichts dieser Liste sollte er sich langsam mal fragen, ob es nicht doch besser gewesen wäre, solide, wenn machbar kluge Fußballer zu verpflichten, die möglicherweise das DM oder die Basis im ZM jenseits der 10er Qualitäten verstärken.
Vergleichsweise zu den 7 Spielern für etwa 47 Mio. Ablöse hat Werder im selben Zeitraum in 12 andere, namentlich Özil, Prödl, Pizarro, Borowski, Schmitz, Sokratis, Iggy, Junuzovic, Selassie, Lukimya und diverse Leihen wie Petersen oder de Bruyne knapp 12 14 Mio. investiert. Die Gehaltskosten der 7 im Vergleich zu den 12 dürften sich in etwa die Waage halten.
Ich weiß, das ist nicht komplex genug und deswegen womöglich in einigen Details fehlerbehaftet, aber im großen Ganzen geistern in meinem Halbwissen diese Vergleiche nun mal rum, basierend auf Aussagen/ Berichten etc.
Und zweitens, was nützt es denn wirklich, wenn Allofs darauf hinweist, dass Marin oder Wesley zum gleichen Preis wieder abgegeben werden konnten? Teure Spieler werden geholt, damit sie auf hohem Niveau sofort verstärken, nicht damit sie zwei Jahre später (glücklicherweise) mit einer Nullsumme wieder abgegeben werden. Speziell der sportliche Aspekt bleibt an der Stelle unberücksichtigt.
Klar. Aber auch hier muss sich doch die Frage stellen, woran der Absturz liegen könnte. Die Mannschaft war eben nicht nur teuer, sondern auch qualitativ absolut tauglich, mindestens um unter den ersten vier oder fünf in der BL mitzuspielen. Dies ist aber in den letzten 4 Jahren nur einmal gelungen.
Auch an der Stelle unterschlägt Allofs den sportlichen Aspekt, der letztlich die Grundlagen für das schafft, was er da erzählt, betont aber andererseits immer wieder, dass der Trainer nicht zur Debatte steht.
Feststellen, dass es so ist, ist die eine Seite, Ursachenforschung die andere.
Viel gesagt in diesem Interview, ohne viel zu sagen.