Das Problem ist das viele Werder einfach finanziell viel zu stark eingeschätzt haben. Wenn man mal die CL Einnahmen und die Transfereinnahmen ausser Acht lässt also nur sozusagen das Grundpotenzial Werders betrachtet dann ist es aufgrund des relativ kleinen Stadions und des schlechten Sponsorenumfeldes ohne Investor und ohne Mäzen sehr schlecht. Da befindet man sich nunmal im unteren Mittelfeld der Bundesliga. In den letzten Jahren hat sich dieser Nachteil noch verschärft dadurch das Vereine wie Hoffenheim und Wolfsburg nun auch weit mehr Geld zur Verfügung haben. Grundsätzlich also erstmal schlechte Vorraussetzung für Werder. Dennoch hat Werder sich über Jahre einen der teuersten Kader der Bundesliga erlaubt. Man war in den Jahren vor den Einsparungen durchgängig die Nummer 2 - 4 in den Gehaltsranglisten. Das Werder keine hohen Gehälter gezahlt hat ist also ein Märchen. Dies war nur möglich mit Hilfe der CL Gelder und der Gelder aus Transferübeschüssen. Nebenbei hat man es geschafft keine neue Verbindlichkeiten aufzunehmen ( ausgenommen die Weserstadion GmbH) und dabei sich noch ein finanzielles Polster anzufressen. Aber im letzten Jahr ist ein guter Teil dieses Polsters vermutlich aufgezehrt worden und zudem hat Werder eine Bürgschaft über 10 mio für die Weserstadion GmbH übernommen. Werder muss also jederzeit 10 mio verfügbar haben um gegebenfalls anstatt der Weserstadion GmbH zahlen zu können.
Zielvorgabe der Vereinspolitik ist es momentan Werder ein Stück unabhängiger vom sportlichen Erfolg zu machen. Die Verpflichtung Akpalas wäre ein Schritt in die andere Richtung wenn auch ein Minischritt. Also sollte man sich sicher sein das er tatsächlich eine sinnvolle Verstärkung ist. Wenn man da noch Zweifel hat dann sollte klar sein das dass Pokalaus nunmal die Finanzsituation noch ein bisschen schlechter macht und somit sich die Wagschale gg die Verpflichtung noch ein Stückchen weiter neigt. Wenn man von dem Transfer absolut überzeugt ist dann wird man ihn realisieren ob mit oder ohne DFB Pokal.
Ist es wirklich so?
Wurde nicht viel mehr der Fehler gemacht, dass man von der Politik der leistungsorientierten Zahlungen abging und zu dem quasi jeden Spieler zu für den Verein immer schlechteren Konditionen zu binden?
04/05 hatte man eine Bilanzsumme von 32 Mio. und einer Eigenkapitalquote 28,8 %. 10/11 liegt die Bilanzsumme 71 Mio und eine Eigenkapitalquote von 53,7 %. Man kann also feststellen, dass das Eigenkapital von 9 Mio auf 32 Mio gesteigert werden konnte.
Man hat zwar keine Reichtümer angehäuft, aber ist eben bezüglich Fremdmittel sehr, sehr konservativ. Du wirst mich ja sicher korrigieren, wenn ich falsch liege, aber eine EKQ von 54 % ist schon sehr ungewöhnlich und ich denke, eine um die 35 % wäre auch noch solide, oder? Sollte man sich entscheiden Fremdmittel entsprechend zu beschaffen und für Transfers aufs Festgeldkonto zu packen, würde man bei knapp 50 Mio sitzen...rein theoretisch. Aber Du weisst, was ich meine.
Die CL-Mio. sitzen eben vorallem auch hier....(und wären bei einem Finanzpolitikwechsel wieder vorhanden).
Und natürlich auch ein wesentlicher Punkt. Wie oben schon angesprochen!
09/10 lagen die Kaderkosten bei 54 Mio Euro und davon 35 Mio fixen (!) Gehälter. Dass sind fixe Gehaltskosten von 65 %.
06/07 waren es nur 55 % bei 46,5 Mio Kaderkosten...auch hier sieht man die Fehler der Geschäftsführung.
Man hat zu viel (vor allem) Fixgehälter gezahlt und wurde immer handlungsunfähiger.
Was man imo hätte besser machen müssen und was man tun sollte?
Auch meiner bescheidenen Sicht hätte man Frings 2006 ziehen lassen müssen. Man hätte die Jensens, Vranjes, Pasanen, Boros etc. pp nicht verlängern (oder zurückholen) dürfen, sondern man hätte viel früher auf einen kleineren Kader gestützt durch U23 Talente setzen müssen.
Pizzaro hat vier Jahre bei Werder gespielt. Dabei dürfte er Kosten von über 20 Mio Euro erzeugt haben....war er das wert? Vermutlich nicht. Was aber eben auch an Fehlentscheidungen KATS lag.
Seit 2011 und dem Untergang von Beluga hat ja der Mann mit den wenigen Haaren das Kommando bei Werder übernommen....und damit eben eine ultrakonservative Finanzpolitik...